Ramses II.

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Pharao Ramses II.
3. Pharao der 19. Dynastie im Neuen Reich

Sein Leben und die Regierungszeit von Ramses II.

Ramses II. oder auch als Ramses der Große bekannt war ein Sohn von Pharao Sethos I und der Großen Königlichen Gemahlin Tuja. Ramses II. kam etwa um 1303 v. Chr. auf die Welt und weil sein älterer Bruder Nebchasetnebe schon in sehr jungen Jahren verstarb, wurde Ramses II. zum Erbprinz. Nach seiner höheren Schulausbildung bekam Ramses II. eine fundierten militärische Ausbildung, aber auch ins staatliche Verwaltungswesen und in die Kunst der Diplomatie wurde der junge Ramses II. in seiner Laufbahn eingeführt. Im Alter von 15 Jahren begleitete er seinen Vater bereits auf Feldzügen und nahm frühzeitig schon an Thronsitzungen seines Vater teil. Als Mitregent seines Vaters bekam der Prinz Ramses II in Memphis bereits seinen eigenen Palast gleichzeitig wurde er bereits als Jugendlicher mt meheren Frauen verheiratet, darunter war auch seine spätere Große Königliche Gemahlin Nefertari und Isisnofret. Über die Herkunft beider Frauen ist kaum etwas bekannt und bei Isisnofret geht man von der Vermutung aus, sie sei eine syrische Prinzessin gewesen, weil ihre erstgeborene Tochter Bintanat einen syrischen Namen trug. Nefertari wurde aber zu seiner ganz großen Liebe und Beraterin.
Nach dem Tod seines Vaters Sethos I. übernahm Ramses II. in seinem 25. Lebensjahr als Pharao die alleinige Herrschaft und er führte Ägypten in eine lange Periode eines glorreichen Imperiums, weshalb Ramses II. auch als hervorragender König mit der Ehrung Ramses der Große benannt wird. Wie Pepi II. (2245 bis 2180 v. Chr.) der eine Regierungszeit von knapp 65 Jahren erreichte, regierte auch Ramses II. mit 66 Jahren (ca. 1279 bis ca. 1213 v. Chr.) lange Zeit sehr erfolgreich die Geschicke des Landes. Als amtierendes Staatsoberhaupt war er wohl der bedeutendste Herrscher im Alten Ägypten und führte das Land in ein Goldenes Zeitalter, welches Ägypten in der Nachzeit von Ramses II. nie wieder erreichen konnte.

Bild 1: Zwei der mächtigen Kolossalstatuen von Ramses II. an der Frontseite seines berühmten Felsentempels im oberägypischen Abu Simbel

Die Innenpolitik in der Zeit von Ramses II.

Ramses II. verkörperte wie kein anderer Herrscher die Macht Ägyptens und er führte sein Land in eine politische Stärke und zur höchsten wirtschaftlichen und kulturellen Blüte. Ägypten war innenpolitisch stabil und gefestigt. Die Steuereinnahmen flossen gewaltig, der Nil war mehr als gnädig und begünstigte für die Landwirtschaft reiche Ernten mit Überschuss. Der Binnenhandel florierte, die Preise waren stabil und der gesteigerte Konsum bereicherte das ägyptische Volk, es manifestierte sich die Macht des Wohlstandes und Ramses der Große nutzte geschickt die Gunst der Stunde, ein uneingeschränkter Herrscher zu sein, der Ägypten stabil und gefestigt in eine friedliche Periode führte.

Bild 2: Acht Meter hohe Statue von Ramses II. im Nubischen Museum in Assuan, sie stammt ursprünglich von einem Felsentempel in Garf Hussein etwa 20 km südlich von Assuan von einer überdachten Kolonnade. Bild 3: Restaurierte Statue von Ramses II. vor dem 1. Pylon des Luxor Tempels. Bild 4: Oberteil einer weiteren Statue von Ramses II. vor dem 1. Pylon des Luxor Tempels.

Bild 5: Der monumentale Kopf der ganz links sitzenden Riesenskulptur von Ramses II., welche von allen vier Statuen an der Frontseite des Felsentempels von Abu Simbel noch am besten erhalten ist. Jede der vier Statuen trägt auf der Stirn den Uräus – die sich aufbäumende Kobra, den geraden Königsbart, das Nemes-Kopftuch und die Doppelkrone Pschent. Bild 6: Die große 14 Meter hohe Statue von Ramses II. und seiner Tochter Merit-Amun im 1. Hof vor dem 2. Pylon des Karnak-Tempels. Sie gehört heute zu den berühmtesten und beliebtesten Fotomotiven aus dem Karnak-Tempel des Amun-Bezirks. In der 21. Dynastie usurpierte der Hohepriester des Amun und spätere Pharao Pinudjem I. 1054 – 1032 v. Chr. diese kolossale Statue für sich und beschriftete sie mit seinem Namen. Die Ägyptologen erkennen aber eindeutig die personifizierte Zuordnung zum Pharao Ramses II. aus der 19. Dynastie. Bild 7: Kolossale Statue von Ramses II., ihr Fundort war die altägyptische Stadt Hermopolis. Durch die Namenskartusche an der rechten Schulter erkennt man den Namen Merenptah, er war ein Sohn und Nachfolger von Ramses II., der diese Statue seines Vater usurpierte. Wir konnten diese Statue 2018 noch im Ägyptischen Museum Kairo bewunden, es kann aber sein, dass sie zukünftig im neuen Grand Egyptian Museum zu sehen sein wird,

Die Außenpolitik in der Zeit von Ramses II.

In den ersten drei Jahren seiner Regierungszeit benötigte Ramses II. keine militärischen Einsätze. Sein ehrwürdiger und erfahrene  Berater und Wesir Paser, der schon unter seinem Vater Sethos I. diente, hatte die Außengrenze unter Kontrolle und sicherte den für Ägypten so wichtigen Außenhandel und die gleiche Aufgabe erfüllte in Oberägypten der Vizekönig von Kusch. Erst ab dem vierten Regierungsjahr mußte Ramses II. mit Feldzügen nach Syrien selbst militärisch eingreifen. Es waren verschiedenen Versallenfürsten, die von der Vormachtsstellung des reichen Ägypten genug hatten und sich lieber mit der neuen aufkommenden Macht der Hethiter sichere Vorrteile erhofften. Das aufstrebende hethitische Reich lag in Kleinasien mit dem Großteil des heutigen Anatoliens und zeitweise reichte es auch bis nach Syrien. Obwohl die Ägypter und Hethiter sich gleichwertig anerkannten und starke Außenhandelsbeziehungen pflegten kam es 1274 v. Chr. im fünften Regierungsjahr von Ramses II. zu einer großen Schlacht bei Kadesch in Syrien nahe der heutigen syrisch-libanesischen Grenze. Die Hethiter nahmen die Festung der Stadt ein und fühlten so den Ägyptern massiv auf den Zahn. Ramses II. mußte handeln und führte die ägyptischen Streitkräfte gegen die Hethiter in einen Feldzug der noch entscheidende politische Auswirkungen für die Zukunft  haben sollte. Ramses II zog mit 4 Divisionen mit jeweils 5000 Mann in die Schlacht von Kadesch. Durch Fehlinformationen über den Feind hatte Ramses II. eine falsche militärische Taktik eingeschlagen, die es den Hethitern ermöglichte, die ägyptischen Heeresteile einzeln anzugreifen und zwei Divisionen weitgehend zu zerschlagen, ohne dass die übrigen Truppen helfend eingreifen konnten. Unter hohen Verlusten zog Ramses II. nach Ägypten zurück. Während Ägyptologen heute von einem Unendschieden mit leichten Vorteilen für die Hethiter ausgehen, entflammte Ramses II. im ganzen Land eine riesgie Propagandawelle, die den Sieg der ägyptischen Truppen zum Ausdruck brachten. Die Schlacht von Kadesch hatte aber gezeigt, dass beide Mächte nicht mehr in der Lage waren den Gegner endgültig zu besiegen. Es kam daher zu einem Friedenprozess auf diplomatischen Weg mit dem Abschluß eines Friedensvertrages, der als „Ägyptisch / Hethitischer“ Friedenvertrag in die Weltgeschichte einging. Es war praktisch auch der erste historisch belegte Staatsvertrag zwischen zwei Großmächten um den Frieden in der Region zu sichern.  Ramses II. hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine lange Regierungszeit zu erwarten in der Ägypten außenpolitisch eine friedliche Periode erlebte. Unter seiner Herrschaft erreichte die hohe Schule der Diplomatie ein Höchstmaß an Leistung mit der Ramses der Große sein Ägyptisches  Reich als Weltmacht stabilisierte.

Bild 8: Die seitlichen Wände der großen Pfeilerhalle im Tempel von Abu Simbel sind mit gloreichen Darstellungen von Schlachten geschmückt. Dieses Bild zeigt Ramses II. im Streitwagen im Feldzug gegen die Hethiter. Die Darstellungen zeigen ihn siegreich, obwohl Historiker  heute die Schlacht von Kadesch eher als unendschieden betrachten. Bild 9: Pharao Ramses der Große tötet mit einem Speer einen libyschen Anführer im Kampf.  Bild 10: Szene aus einem Wandrelief mit Ramses II. in seinem großen Felsentempel von Abu Simbel. Symbolisch verkörpert es die höchste Macht, denn ein Pharao hatte die absolute Pflicht sein Land zu verteidigen. Ramses der Große ließ keine Zweifel offen und zeigte sich gerne in der Handlung beim „Erschlagen der Feinde“ vor dem Gott Amun (links, nicht im Bild), noch erkennbar mit dem Krummschwert in der Hand, es wird dem Pharao als Zewichen der Unbesiegbarkeit von den Göttern verliehen. Die Szene der Darstellung zeigt die Feinde Ägyptens symbolisch mit unterschiedlichen Gesichtern, die die jeweilige Herkunft kennzeichen.,

Die Bautätigkeit unter Ramses II.

Durch die stabile wirtschaftliche Lage und dem etablierten Wohlstand des Landes konnte Ramses II. ungehindert seine Macht ausüben und für Ägypten in großer Anzahl prachtvolle Bauvorhaben in Ober- und Unterägypten verwirklichen. Bereits in den jungen Jahren seiner Regierungszeit schuf er im Ostdelta mit  Pi-Ramesse (das Haus des Ramses) eine neue und großzügig angelegte Hautstadt. Baubeginn lag wahrscheinlich um 1278.v.Chr. Es muss eine gewaltige Metropole gewesen sein, die an Größe und Pracht, kaum mit einer anderen Stadt in der Antike vergleichbar gewesen sein konnte. Die Zerstörung der Stadt begann bereits in der Zeit nach den Ramessiden in der 22. Dynastie, in der die Tempel und andere große Bauwerke abgerissen wurden, um Baumaterial für eine neue Stadt in Tanis zu beschaffen. Heute ist von dieser Stadt kaum noch etwas erhalten.
Im oberägyptischen Nubien hatte Ramses II. mit großer Energie zahlreiche Tempel errichtet. Weltberühmt wurden die beiden Tempelanlagen von Abu Simbel, die in den 60er-Jahren  des 20. Jahrhunderts durch den Bau des Assuan-Staudamms unter Mithilfe internationaler Beteiligung versetzt werden mussten. Neben seinem Tempel, war der benachbarte Felsentempel der Göttin Hathor und seiner geliebten Großen Königlichen Gemahlin Nefertari gewidmet. Mit diesen aufwendigen Monumenten hinterließ Ramses der Große ein sichtbares und historisch bedeutendes Zeignis seiner ägyptischen Macht über Nubien.
In seiner sehr langen Regierungszeit ließ Ramses II. noch viele Großbauten errichten, die zum Teil auch mit riesigen Kolossalen Statuen von sich selbst ausgestattet wurden. Wichtige Bauvorhaben verwirklichte er unter anderen in Abydos und Memphis, im Luxor Tempel, im Karnak Tempelkomplex, in Theben West (westlich vom Nilufer) mit seinem gigantischen Totentempel, auch bekannt als Ramesseum (Bild11-13). Durch seine rege Bautätigkeit, war er als Pharao und „Göttlicher Herrscher am Nil“ der wohl mächtigste Bauherr, den die ägyptische Antike je erlebt hat.

Bild 11: Ramses II. begann wie jeder Pharao, nach der Thronbesteigung mit der Errichtung zahlreicher Bauwerke. Ramses II. war jedoch ohne Zweifel der größte Bauherr der altägyptischen Geschichte. Sein Totentempel, das Ramesseum in Theben-West, glich einer eigenen Stadt, in der sich das weltliche und religiöse Leben miteinander verknüpften. Im Vordergrund des Bildes der monumentale Kopf als Teil einer Statue von Ramses II. Bild 12: Relief am großen Säulensaal (Hypostyl) im Ramesseum. Ramses II. bekommt bei einer rituellen Handung in Anwesenheit der Götter Chons (links im Bild) und Sachmet (rechts im Bild) vom thronenden Amun-Re mit dem Anch-Schlüssel (Ankh) das Leben geschenkt. In altägyptischen Darstellungen wird diese Hieroglyphe des Lebens von Göttern an die Nase geführt. Bild 13: Blick vom 2. Hof des Ramesseums nach Osten, wo ursprünglich auch der 2. Pylon stand, von dem heute allerdings nichts mehr erhalten ist. Nur noch die Reste der Kolossalstatue (rechts im Bild) und der vorgelagerten Seite mit den Osirispfeilern.

Bild 14: Der monumentale Kopf der rechten Statue von Ramses II. vor dem Tordurchgang zur Großen Säulenkolonnade im Luxor Tempel. Bild 15: Statuen von Ramses II. im hinteren Bereich des östlichen Ramses Hofes im Luxor Tempel. Bild 16: Wohin der Blick in der Anlage des Luxor Tempels auch hinfällt, man muß den Eindruck haben, der Luxor-Tempel ist eigentlich ein Ramses Tempel, doch der Eindruck täuscht, auch wenn man überall mit den gigantischen Statuen von Ramses II. konfrontiert wird.

Die Familie von Ramses II.

Bild 17: Eine der wenigen Darstellungen die von der königlichen Tuja erhalten sind. Sie war die große Königliche Gemahlin von Sethos I. und die Mutter von Ramses II. Bei dieser Abbildung handelt es sich um einen menschenköpfigen Kanopendeckel der Tuja, der im Luxor Museum in Ägypten ausgestellt ist.. An den monumentalen Statuen ihres Sohnes Ramses II. in Abu Simbel ist sie auch seitlich an seinen Beinen als Königliche Mutter dargestellt. Bild 18: Sethos I. war der Vater von Ramses II. Das Bild zeigt ein farbiges Kalkstein-Relief von Sethos I. von einem Pfeilerfragment aus dem Grab von Sethos I. im Tal der Könige, Ägyptisches Museum Berlin

Die Frauen von Ramses II.

Im Laufe seiner langen Lebens- und Regierungszeit hatte Ramses II. eine große Vielzahl an Frauen, vermutlich hatte er 8 oder 9 Hauptfrauen und in der Folge noch zahlreiche Königliche  Nebenfrauen und weitere Konkubinen, die ohne Eheschließung allerdings weniger Rechte in der Beziehung hatten und dauerhaft eher in einer nicht verheimlichte Form der sexuellen Beziehung lebten. Ramses II hatte dabei aber keineswegs ein Riesenharem für seine Frauen im Königspalast der Hauptstadt in Pi-Ramesse, es ist eher davon auszugehen, dass die Hauptfrauen und Nebenfrauen teilweise über das ganze Land verteilt auf eigenen Ländereien lebten und diese auch eigenverantwortlich bewirtschafteten, ein Aufenthalt im Königspalast war dabei aber keineswegs ausgeschlossen. Zu seinen Frauen zählten keineswegs nur Ägypterinnen, die meisten fremdländischen Frauen stammten aus dem vorderasiatischen Raum aus den Regionen des Nahen Osten. Nicht selten waren es Prinzessinen fremder Herrscherfamilien, die nach außenpolitischen Vertragsabschlüssen an den Hof von Ramses II. kamen und sogar für einen zahlreichen Nachwuchs sorgten. Zu den großen Aufgaben einer Königlichen Gemahlin zählte die königliche Präsenz an der Seite des Pharaos und einge nahmen sogar Einfluss auf die Politik des Landes, doch zu den bedeutenden Pflichten einer Hauptgemahlin, zählte auch die männliche Nachkommenschaft, um dem Pharao einen Erbprinzen für die Thronfolge zu schenken und den Erhalt der Dynastie zu sichern. Zu den großen bedeutenden Hauptfrauen von Ramses II. zählten folgende Frauen:
1. Nefertari war für Ramses II. die absolute Nummer 1 unter den Hauptfrauen, er war mit ihr bereits in der Jungend und vor der Thronbesteigung verheiratet. Sie spielte für Ramses II. eine bedeutende und hervorragende Rolle, Nefertari war die absoliut erste „Große Königliche Gemahlin“, „Herrin der beiden Länder“, „Königin von Ober- und Unterägypten“, aber auch die Lieblingsfrau seines Herzens. Für Ramses II. brachte sie 4 Söhne und 3 Töchter zur Welt. Sie verstarb im 25. Regierungsjahr von Ramses den Großen und ihr Grab im Tal der Königinnen QV66 gehört zu den schönsten Gräbern der ägyptischen Antike.
2. Isisnofret war die zweite Hauptfrau von Ramses II, auch sie war eine „Große Königliche Gemahlin“. Obwohl es um Isisnofret immer etwas ruhiger war und sie auch im Schatten der großen Nefertari stand hatte sie zahlreiche Kinder mit Ramses II  und sogar mit dem 13. Sohn des Herrschers den Thronfolger Merenptah geboren. Sie starb im 34. Regierungsjahr von Ramses II. und ihr Grab blieb bis heute unbekannt.
3. Maathorneferure war die dritte Hauptfrau und „Große Königliche Gemahlin“, sie war eine hethitische Tochter von König Hattusili III. Diese Ehe könnte man rein politisch einstufen, denn sie war mehr das diplomatische Ergebnis des Friedensprozesses, der mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages (1259 v. Chr.) mit den Hethitern zustande kam. Sie kam allerdings erst 13 Jahre danach und nach dem Tod der „Großen Königlichen Gemahlin“ Isisnofret mit einer große Mitgift nach Pi-Ramesse in den Palast von Ramses II. Das Friedensbündnis sollte mit dieser Heirat vertieft werden. Sauškanu war ihr hethitischer Name, doch Ramses II., der auch von ihrer Schönheit begeistert war, gab ihr den ägyptischen Namen Maathorneferure (Maat-Hor-neferu-Re) / Horus sieht die Schönheit des Re. Aus dieser Ehe sind keine Söhne bekannt, nur eine Tochter mit dem Namen Neferure.
4. Bint-Anat war eine leibliche Tochter von Ramses II. und seiner Gemahlin Isisnefret. Sie wurde später sogar mit dem Titel „Große Königliche Gemahlin“ versehen. Ihr Name Bintanat ist eindeutig asiatischer Herkunft und bedeutet soviel wie „Tochter der Göttin Anat“. Aus dieser Namensgebung vermuten Ägyptologen, dass ihre Mutter Isisnofret auch aus dem syrischen Raum stammt.
5. Meritamun war eine leibliche Tochter von Ramses II. und die älteste Tochter der Nefertari, auch sie bekam den Titel „Große Königliche Gemahlin“. Ramses II. muss zu seiner Tochtergemahlin Meritamun ein sehr gutes Verhältnis gehabt haben, denn landesweit ist sie durch zahlreiche und zum Teil großen Statuen bekannt.
6. Nebettaui war die fünfte leibliche Tochter von Ramses II. und als Königstochter auch die „Große Königliche Gemahlin“, „Herrin der beiden Länder“, ihre Mutter ist jedoch nicht sicher belegt, es könnte Nefertari wie auch Isisnofret sein. Ihr Grab liegt im Tal der Königinnen (QV60).
7. Henutmire war eine weitere Hauptfrau von Ramses II und somit auch eine  „Große Königliche Gemahlin“ und „Herrin der beiden Länder“. Ihre Herkunft  ist nicht geklärt, sie könnte eine Tochter wie auch eine Schwester von Ramses II. sein. Sie starb im 40. Regierungsjahr von Ramses II. und wurde im Tal der Königinnen bestattet im QV75.
8. Meritre war vermutlich die letzte Hauptfrau von Ramses II. Auch Meritre war eine leibliche Tochter mit der Beudeutung einer „Großen Königlichen Gemahlin“ als „Königstochter“.  Aus ihrem Leben ist so gut wie nichts bekannt. Wahrscheinlich war sie mit ihrem Vater im 34. – 42. Regierungsjahr verheiratet.

Die Kinder von Ramses II.

Auf Grund seiner langen Lebens- und Regierungszeit und der hohen Anzahl an Frauen ergab sich für Ramses II. auch eine riesige Kinderschar. Noch bevor Ramses II. den Pharaonenthron bestieg hatte er im Alter von etwa 25 Jahren mit seinen Gemahlinnen Nefertari und Isisnofret bereits 10 Söhne und vier Töchter und diese Anzahl erhöhte sich im Zeitraum seiner Regierungszeit mit den zahlreichen Nebenfrauen noch um ein Vielfaches. Nach offiziellen Belegen hatte Ramses II. wahrscheinlich über 100 Kinder und davon mindestens 48 Söhne. Insgesamt geht man von einer Kinderzahl aus, die deutlich über 150 liegen könnte, wobei die nicht offiziellen Kinder von entfernten Nebenfrauen und weiteren Konkubinen namentlich nicht bekannt sind. Der bedeutende männliche Nachwuchs für die Nachfolgeschaft konnte jedoch ausschließlich nur von den Hauptfrauen kommen, diese Söhne erhielten den Titel “ Leiblicher Sohn des Pharao“und waren in der Reihenfolge ihrer Geburtsdaten berechtigt Thronfolger zu werden. Verstarb ein Sohn frühzeitig, rückte ein weitere vor. Bei Ramses II. gab es bei dieser sehr großen Anzahl seiner berechtigten Söhne keine Probleme. So wurde durch die lange Regierungszeit von Ramses II. nach dessen Tod sein 13. Sohn Merenptah von der Hauptfrau Isisnofret im Alter von 55 Jahren zum Thronfolger. Es gab aber auch Söhne, die schon zu Lebzeiten ihres Vaters eine bedeutende Berühmtheit erlangten,  Chaemwaset ist hierfür das beste Beispiel. Er war der 4. Sohn von Ramses II. und seiner „Großen Königlichen Gemahlin “ Isisnofret. Chaemwaset war der bedeutende Hohepriester des Ptah in Memphis und als wissenshungriger Mensch offen für die Wissenschaften seiner Zeit. Durch die Pflege historischer Stätten wird er auch als erster Archäologe der Geschichte eingestuft.
Ramses II. ließ unweit von seinem Grab KV7 im Tal der Könige ein riesiges Grab KV5 als Familiengruft erbauen, um für eine großen Anzahl seiner Söhne und vermutlich auch Töchter
eine familiäre Bestattungstätte zu errichten. Mit KV5 errichtete Ramses II. im Tal der Könige den größten Grabkomplex, der mit keinem anderen Grab auch nur annähernd vergleichbar wäre.

Regierungs– und Familiendaten von Ramses II.

Bild 19: Auf der Rückseite einer Thronlehne mit der riesigen Statue von Ramses II. im Luxor Tempel  ist auch ein übergroßes Tiefenrelief der schreibenden Göttin Seschat zu sehen (rechts im Bild). Links im Bild erkennt man zwei Kartuschen mit den Namen von Ramses II. in einem extremen Tiefenrelief. Die linke Kartusche zeigt die Hieroglyphen mit dem Eigennamen  und rechts daneben die Kartusche mit dem Thronnamen. Damit eine Kartusche mit seinem Namen nicht verfälscht werden kann, ließ Ramses II. viele seiner Hieroglyphen in einem Tiefenrelief anbringen.   Bild 20: Der Thronname als Kartusche von Ramses II. als farbliches Relief unter einem Architrav in der großen Säulenhalle von Karnak (Hypostyl), Ägypten

Regierungszeit : Ramses II. regierte etwa 66 Jahre von 1279 bis 1213 v. Chr.
Gestorben: 1213 v. Chr. in seiner Hauptstadt Pi-Ramesse und beerdigt im Tal der Könige im KV7, Ägypten
Eigenname: Ramesisu meri Amun – Re ist der, der ihn geboren hat, Geliebter des Amun
Thronname : User-maat-Re-setep-en-Re – Stark und Mächtig ist die Maat des Re, Erwählter des Re
Mutter : Tuja, Große Königliche Gemahlin von Sethos I.
Vater :  Pharao Sethos I.
Brüder:  Nebchasetnebet, Amennefernebes
Schwestern: Tia,
Ehefrauen : Die wichtigsten Ehefrauen waren Nefertari, Isisnofret, Nebettaui, Bintanat, Meritamun, Maathorneferure, Henutmire
Töchter: von seinen zahlreichen Frauen hatte Ramses II. etwa 40 – 45 Töchter u. a. Meritamun von Nefertari
Söhne: von seinen zahlreichen Frauen hatte Ramses II. etwa 45 – 52 Söhne u. a.  Amunherchepeschef, von Nefertari, Chaemwaset und Merenptah von Isisnofret
Vorgänger: Sethos I.
Thronnachfolger : Merenptah

Fotos: (c) Michael Kürschner  (14), Christel Selke (7)