Meritamun

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Land und Leute Ägypten

Meritamun
Königliche Gemahlin von Ramses II.

Zur Person von Meritamun

Meritamun (auch in der Schreibweise Merit-Amun – Geliebt von Amun / Die von Amun Geliebte).war die Tochter von Ramses II. (19. Dynastie im Neuen Reich), die älteste Tochter der Nefertari und nach der Prinzessinnenliste von Abu Simbel auch die vierte Tochter von Ramses II. Nach dem Tod ihrer Mutter Nefertari, vermutlich zwischen dem 23. und 25. Regierungsjahr ihres Vaters Ramses II., wurde Meritamun zur „Großen Königlichen Gemahlin“ ernannt und somit zur Ehe- und Hauptfrau ihres Vaters. Insgesamt hatte sie folgende Titel: Königstochter, leibliche Königstochter, Königsgemahlin, Große Königliche Gemahlin, Herrin der beiden Länder, Herrscherin von Ober- und Unterägypten.
Ihr Geburtsdatum ist genauso wenig bekannt wie ihr Sterbedatum. Sie wurde in ihrem Grab QV 68 im Tal der Königinnen bestattet, in dem sich Fragmente ihres Sarkophages aus rotem Granit befanden. Das Oberteil des Sarkophages befindet sich im Ägyptischen Museum Berlin.

Idealisierung einer Statue von Meritamun

Die in der ägyptischen Kunst gefertigten Bildnisse von Königinnen entsprachen immer dem Prinzip einer gesellschaftspolitischen Idealisierung, bei der persönliche Merkmale wenig zum Ausdruck gebracht wurden. Die Vorstellung einer vollkommenden weiblichen Schönheit war für die Darstellungen einer Königin immer von höchster Bedeutung.

Bild 1 bis 4: Die ausdrucksvolle Statue von Meritamun von verschiedenen Seiten betrachtet. Mit dieser Statue wurde Meritamun bereits als „Große Königliche Gemahlin“ dargestellt und gewürdigt, sie ist demnach nach dem Tod ihrer Mutter Nefertari gefertigt worden. Sie trägt eine dreiteilige Perücke mit Diadem und Krone. Auf der Stirn trägt Meritamun zwei Uräen mit den Kronen von Ober- und Unterägypten, die an einem Band befestigt sind, das um die Perücke läuft.
Ursprünglich wurde diese Statue aus Kalkstein 1896 in Theben (Luxor) in einer Ziegelkapelle im Ramesseum dem Totentempel von Ramses II. gefunden. Nach ihrer Entdeckung kam die Statue nach Kairo ins alte Ägyptische Museum, wo sie über viele jahrzehnte ausgestellt wurde. Jetzt hat sie einen neuen Standort und ist das Highlight im neuen Hurghada Museum.

Bild 5: Das Gesicht zeigt eine ruhige Ausdrucksform. Ihre Augen sind mandelförmig geschnitten und durch zwei kosmetische Linien verlängert. Die vollmundigen Lippen bringen ein leichtes Lächeln zum Ausdruck, ähnlich wie bei einigen Statuen von Ramses II. Die Ohrläppchen sind von großen halbkugelförmigen Ohrringen bedeckt.  Bild 6: In der linken Hand hält Meritamun eine Menatkette, die als Rassel im Kult der Hathor Verwendung fand. Die schwere Kette besaß zum besseren Sitz ein Gegengewicht, dass mit der Darstellung der Göttin Hathor geschmückt ist. Weil die weiblichen Darstellungen in dieser Zeit häufig fast nacktwirkend dargestellt wurden, haben die Bildhauer die Brustwarze nicht selten in einem Blütenornament dargestellt. Meritamun trägt eine eng anliegende und transparent wirkende Tunika. Bild 7: Die dreiteilige Perücke der Meritamun  besteht aus unzähligen gestaffelten kleinen Löckchen die in ihrer filigranen Ausarbeitung die Statue hochwertig schmücken. Die sehr breit angelegte Kette besteht in ihren unzähligen kleinen Grundelementen aus der ägyptischen Hieroglyphe „nefer“, die in ihrer Bedeutung für „gut, angenehm, schön und Schönheit “ steht. Bild 8: Ursprünglich schmückte eine Krone mit hohen Federn den Kopf von Meritamun mit einem Kuhgehörn und der Sonnenscheibe. Leider ist nur noch der Untersatz der Krone erhalten, den ein Fries von Uräus-Schlangen umgibt, der der Statue aber noch immer ein würdevolles Aussehen verleiht.

Bild 9 und 10: Statue von Ramses II. und seiner Tochter und späteren Gemahlin Meritamun in der Karnak-Tempelanlage. In der 21. Dynastie ursupierte Pinudjem I. in der 3. Zwischenzeit diese Kolossalstatue für seine Zwecke, obwohl die Statue eindeutig Meritamun und ihren Vater Ramses II. darstellt. Bild 11: Meritamun am linken Bein einer sitzenden Kolossalstatue von Ramses II. an der Frontseite vom großen Tempel in Abu Simbel im oberägyptischen Nubien.

Fotos: (c) Michael Kürschner (7), Christel Selke (5)