Hurghada Museum

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Neues Antiken Museum am Roten Meer
Hurghada Museum

Hurghada-Museum mit Meritamun
Das Hurghada Museum nur wenige Tage nach der Eröffnung. Die Blattwedel der Dattelpalmen sind noch nicht einmal ausgepackt

Das Hurghada Museum

Am 1. März 2020 war es endlich soweit , nach schon sehr langer Ankündigung eröffnete der ägyptische Premierminister Mostafa Madbouly und der Antiken- und Tourismusminister Khaled El-Enany das neue Hurghada Museum am Roten Meer. Das Hurghada Museum ist eine völlig neue Museums-Konzeption in Ägypten, denn das Museum kostete dem Staat keinen Cent, da es mit seinen Kosten von 10,7 Millionen Euro allein von privaten Investoren finanziert wurde. In der Tourismus-Hochburg Hurghada geht man damit einen völlig neuen Weg man verbindet für den Tourismus die wertvolle kulturhistorische Einmaligkeit der ägyptischen Geschichte  mit den geschäftlichen Dienstleistungen. Das einstöckige Gebäude beherbergt im Obergeschoss das großzügig angelegte und ausgestattete Hurghada Museum und im Erdgeschoss zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte in angenehmer Atmosphäre. Somit lohnt sich die Geschäftsidee für beide Seiten. Das Antikenministerium bleibt verantwortlich für seine Antiquitäten, den Räumlichkeiten und der Sicherheit der ausgestellten Artefakte und ist gleichzeitig auch noch mit 50 % der Gesamteinnahmen beteiligt.
Schon 10 Tage nach der Eröffnung besuchten wir das Museum. Wir waren durch das Internet von der Neueröffnung informiert und wollten natürlich als Interessierte der ägyptischen Antike unbedingt in das Museum. Zu unserern Erstaunen war das Museum zu diesem Zeitpunkt noch nicht so bekannt, denn sogar noch Taxi-Fahrer hatten das Problem den Standort des Hurghada Museums zu finden. Der Besuch hatte sich aber gelohnt, denn auf der Fläche von 3.000 m² sind in einem angenehmen Licht etwa 1791 Artefakte ausgestellt, die den Besucher durch verschiedene Epochen der ägyptischen Geschichte und Kultur führen. Neben einigen Highlights wie zum Beispiel das Oberteil einer Statue von Meritamun einer Tochter und Königlichen Gemahlin von Ramses II..Dieses Objekt wurde einstmals im Ramesseum in Luxor ausgegraben, war dann ein Glanzlicht im alten Ägyptischen Museum in Kairo und hat jetzt ihren Standort im Hurghada Museum. Das Museum zeigt aber mit seinen Ausstellungsobjekten weniger monumentale Statuen aus der glorreichen Geschichte, sondern dokumentiert eher den Alltag aus der Pharaonenzeit bis zur römischen Geschichte und der Neuzeit Ägyptens.

Ausstellungsbeispiele aus dem Hurghada Museum

Bild 1: Schon im Treppenhaus zur Ausstellungsetage begegnet man einer Horus Statue aus schwarzen Granit. Dieser Horus wurde erst 2019 auf dem Ausgrabungsfeld vom Totentempel des Amenophis III. auf der Westseite von Luxor durch eine ägyptisch/deutsche Forschungsgruppe entdeckt. Der Totentempel ist auch bekannt durch die Monumentalstatue der „Memmnon“ Kolosse die eigentlich Amenophis III. darstellen aus der Zeit von 1390 – 1352 v. Chr., 18. Dynastie im Neuen Reich.  Bild 2: Ein großer Teil der Ausstellung widmet sich auch den Dingen des Alltags in der Phararonenzeit. Zu sehen sind auch Behältnisse aus der Kosmetik, kleine kunstvolle Gefäße für Cremes, Makeup und Parfüm. Bild 3: Diese sitzende Statue zeigt einen Beamten aus dem Alten Reich 2686 – 2125 v. Chr. Er war verantwortlich für die rituellen Reinigungen in den Kapellen der Tempel.

Bild 4: Kalksteinbüste der Meritamun, Tochter und spätere Königliche Gemahlin von Ramses II. Dieses Oberteil einer großen Statue ist ein Glanzstück der Ausstellung und wurde ursprünglich auf der Westseite von Luxor im Ramesseum dem Totentempel von Ramses II. gefunden. Sie kam für einige Zeit ins alte Ägyptische Museum nach Kairo und hat jetzt ihren neuen Standort im Hurghada Museum. Bild 5: Eine Ka-Statue von Pharao Ramses II. Auch diese Statue stand ursprünglich im Ägyptischen Museum in Kairo bevor sie nach Hurghada kam. Bild 6: Eine symbolische Darstellung bei der Entdeckung und dem Durchbruch zu einem Grab. Die gelungenen Beleuchtungsverhältnisse von Helligkeit und Dunkelheit erzeugen beim Besucher eine realistisch wirkende Atmosphäre, als wäre man bei der Öffnung eines Grabes dabei.

Die Idee vom Antiken- und Tourismusministerium in ganz Ägypten regionale Museen einzurichten, kann man nur begrüßen, denn nicht jeder Tourist besucht die zentralen Museumsorte wie in Kairo, Luxor und Assuan, wenn die großen und bedeutenden Museen soweit entfernt liegen von den eigentlichen Tourismushochburgen. Vielleicht kann man bei den Besuchern derartiger regionaler Museen mit ansprechenden Themen und einer interessanten Darstellung auch Neugierde wecken für mehr Kultur und tiefere Einblicke in die hochinteressante Geschichte Ägyptens.

Wir waren beeindruckt von diesem neuartigen Hurghada Museum und können einen Besuch nur empfehlen. Ein Rundgang dauert etwa 45 – 60 Minuten. ;Man sollte sich aber die Zeit nehmen und die ausgestellten Objekte auf sich wirken zu lassen, denn es lohnt sich wirklich.

Eintrittspreis / Ticket

Ticket vom Hurghada Museum

Der Eintrittpreis beträgt 200 Ägyptische Pfund (etwa 11,73 Euro, Stand März 2020)  Eine Fotoerlaubnis kostet extra, wenn man eine Kamera nutzen möchte. Ein Ticket kann man aber auch schon online im voraus buchen auf der offiziellen Webseite vom Hurghada Museum https://hurghadamuseum.com/.

Fotos: (c) Michael Kürschner (4), Christel Selke (5)