Luxor Tempel

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Luxor-Tempel
Heiliger Tempel mit einer wechselhaften Geschichte

Der Luxor-Tempel – Südlicher Harem des Amun

Der Plan von den Tempelanlagen in Luxor

Neben dem Karnak Tempel gehört auch der Luxor Tempel zu den bedeutenden Kultstätten der Antike .Die relativ gut erhaltene Tempelanlage mit ihren mächtigen Säulen, den kolossalen Statuen und dem interessanten Obelisk steht mitten im urbanen Bereich der modernen Stadt Luxor. Seit 1979 sind beide Tempelanlagen in Luxor und die Nekropolen auf der anderen Nilseite in Theben auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.
Der Luxor Tempel hieß in der altägyptschen Sprache Ipet-reset und wurde auch südlicher Harem des Amun genannt. Der Tempel war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons, geweiht. im Unterschied zu den thebanischen Totentempeln auf der anderen Nilseite galten die Tempel in Luxor den lebenden Menschen, sie dienten der Fruchtbarkeit und Wiedergeburt.
In der 18. Dynastie diente dieser Tempelkomplex in Luxor  vor allem dem größten thebanischen Fest . Das so genannte Opet-Fest dauerte 20 Tage. Bei diesem Kultfest zogen die Barken der Götterfamilien  von Karnak – Amun – Re, Mut und Chons – auf der Prozessionsstraße nach Luxor. Dort vollzog sich dann die Regeneratin  des Amun-Re und damit gleichzeitig auch die Erneuerung der Welt. Dieses Ritual  mußte nach den Vorstellungen der altägyptischen Mythologie in jährlichen Abständen wiederholt werden. Das Opet-Fest fand daher immer in der Jahreszeit der Nil-Überschwemmungen statt. Das war die Zeit, in der auf den Feldern die Pflanzen zu wachsen begannen und das war dann das Zeichen für den Neubeginn des Lebens.

Bild 1: Der Prozessionsweg, der uns auch als Sphingenallee bekannt ist. war in der Antike auf einer Länge von 2,5 Kiliometer die direkte Verbindung vom Luxor Tempel zum Karnak Tempel. Sein Bau begann zwar schon im Neuen Reich wurde aber erst in der 30. Dynastie durch den Pharao Nektanebos I. vollendet. Bild 2: Im Gegensatz zur Sphingenallee in Karnak haben die Sphingen zum Luxortempel keine Widderköpfe sondern ein menschliches Gesicht. Bild 3: Ursprünglich waren die Zwischenräume der Sphingen mit Bäumen bepflanzt. Heute ist man erst einmal damit beschäftigt den Prozessionsweg zu rekonstruieren. Bild 4: Den Luxor-Tempel kann man in der Stadt kaum verfehlen und spätestens vom großen Vorplatz erblickt man den übergroßen Pylon vom Luxor-Tempel. Bild 5 und 6: Da der Luxor Tempel direkt in der Stadt Luxor liegt, ist er schon von der Straße oberhalb des Nils und außerhalb seines Geländes gut zu sehen mit seinen Säulengängen von Amenophis III. Bild 7: Der Luxor Tempel von der Ostseite. Links vom Pylon erkennt man die Abu el-Haggag-Moschee. Sie ist auf den Ruinen des Ramses Hofes errichtet. Mit dem Zusammenbruch der ägyptischen Antike folgte die römische Besatzung und in dieser Zeit begann in Ägypten die Christianisierung. Mit der folgenden Islamisierung wurde die Moschee auf dem Gelände vom Luxor Tempel 1286 n. Chr. zum gedenken an Scheich Abu el-Haggag errichtet. Sie ist heute die älteste Moschee in Luxor. Die Antikenbehörden wollten zwar die Moschee vom Tempelgelände verdammen, doch durch den Widerstand der Bevölkerung blieb sie erhalten. Sie ist aber auf dem antiken Tempelgelände isoliert mit einem separaten Zugang außerhalb des Luxor Tempels. Bild 8: Selbst vom westlichen Nilufer in Theben-West kann man den Luxor Tempel erblicken, er steht nahe dem Ostufer des Nils.

Bild 9 und 10: Ein Modell vom Luxor-Tempel wie er einmal ausgesehen haben mag mit seinen geschlossenen Dächern, die so in ihrer Gesamtheit nicht mehr erhalten sind.

Vorhof zum Luxor-Tempel

Von dem von Nektanebos I. (30. Dynastie) gestalteten Vorhof zum Luxor-Tempel zwischen Prozessionsweg und dem mächtigen Pylon, den einstmals eine Umfassungsmauer umgab, ist nicht sehr viel erhalten geblieben. Einzig allein eine Kapelle im nördlichen Teil des Vorhofes, aus einem wesentlich späteren Zeitraum,  ist noch teilweise erhalten. Diese kleine Serapis-Kapelle aus Nilschlammziegeln erbaut, stammt aus der Zeit von Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n.Chr. (126 n. Chr.) Sie hat nichts mehr mit der Geschichte der altägyptischen Pharaonenzeit zu tun. Ägypten wurde in dieser Zeit von der Besatzungsmacht des Römischen Imperiums regiert und der Tempelkomplex von Luxor war zu dieser Zeit der Serapis-Kapelle von den Römern zu einer militärischen Garnison umgewandelt worden.

Bild 10a: Bei diesem kleinen Isis-Tempel aus der Römerzeit handelt es sich um einen Peripteraltempel, dass heißt der Sakrale Raum war ursprünglich von Säulen umrahmt  und über den schmalen Säulengang überdacht. Von dieser Bauweise ist allerdings nichts mehr erhalten. In der Architektur, hat dieser kleine Tempel ältägyptische, hellinistische und römische Einflüsse. Der Tempel ist auch als Serapis-Kapelle bekannt, weil sie dem in der ptolemäer Zeit aufkommenden Gottheit geweiht war. Serapis setzt sich zusammen aus den Begriffen Osiris und Apis und diente in dieser Zeit als Schutzgott. Bild 10b: Diese weibliche Statue stand wahrscheinlich einmal außerhalb der Kapelle. Sie stellte die Göttin Isis dar in einem hellinistischen Gewand. Die Wand im Hintergrund  belegt die Bauart der Kapelle, denn man erkennt deutlich die Nilschlammziegel mit denen die Kapelle erbaut wurde. Bild 10c: Die Isis-Staue im hellinistischen Gewand. Der abgeschlage Kopf fehlte schon bei den Ausgrabungen. Unter der Brust trägt sie ein typisches Erkennungsband, dass zwischen ihren Brüsten zu einem „Isis-Knoten“ gebunden wurde.

Luxor Tempel
Eingangspylon, Obelisk und Statuen

Der Luxor Tempel verdankt seine Entstehung zwei der bedeutensten Pharaonen des Neuen Reichs (1550 – 1070 v. Chr.) Von Amenophis III. stammt das Tempelhaus, der anschließende Hof und die Große Kolonnade. Von Ramsis II. stammt der Eingangspylon mit den Statuen und den Obelisken und eine weitere große Hofanlage mit zahlreichen mächtigen Säulengängen und Statuen. Zwischenzeitlich haben aber auch noch andere Herrscher wie Amenhotep IV. (Echnaton), Tutanchamun, Haremhab und Nektanebos I. versucht sich hier zu verewigen.

Bild 11: An der Basis vom Obelisk befinden sich die Darstellungen von vier heiligen Pavianen die die Sonne anbeten.

Bild 12: Als Eingang zur Tempelanlage baute Ramses II einen riesigen Pylon mit dicken Mauern. Der Eingang ist flankiert von zwei kolossalen Ramses-Statuen und Obelisken. Heute steht wie das Bild verdeutlicht allerdings nur noch ein etwa 22,5 Meter hoher Obelisk. Der andere steht heute in Paris auf dem Place de la Concorde.. Der ägyptische Sultan Mohammed Ali schenkte 1831 dem französischen König Louis Philippe diesen Obelisk. In der Antike waren die Spitzen der Obelisken mit Blattgold versehen. Bild 13: Die östliche Seite des Pylons mit dem Obelisk und einer übergroßen Standfigur von Ramses II. Bild 14: Blick vom Westen auf den östlichen Teil des Pylons. Die Statuen auf der Westseite des Pylons  sind weniger gut erhalten. Der Sockel im Vordergrund war ursprünglich der Standort des fehlenden Obelisk der heute in Paris steht. Bild 15: Die Wände des Pylon zeigen die berühmte Schlacht von Kadesch gegen die Hethiter. Ramses II. wurde natürlich sehr heroisch als Sieger dargestellt, obwohl nach neueren Erkenntnissen der Krieg in Kadesch wohl unentschieden ausging. Der kleine Ausschnitt zeigt das Pferd vom Streitwagen von Ramses II. Bild 16: Wohin der Blick auch hinfällt, man muß den Eindruck haben, der Luxor-Tempel ist eigentlich ein Ramses Tempel, doch der Eindruck täuscht, auch wenn man überall mit den gigantischen Statuen von Ramses II. konfrontiert wird. Die sitzende Kolossalstatue hat eine Höhe von etwa 15,5 Meter. Bild 17: Übergroße Standfigur von Ramses II. am östlichen Teil des Pylons. Die Nischen an der Pylonwand waren ursprünglich der Platz für den Fahnenmast. Bild 18: Seitenrelief am Thron der östlich sitzenden Statue von Ramses II. zeigt das Sema-taui-Symbol, eine Darstellung der Vereinigung von Ober- und Unterägypten. Dargestellt von zwei Hapi-Figuren. Bild 19: Am linken Bein der gigantischen Sitzstatue von Ramses II. auf dem Thron erkennt man die zierliche und bedeutende Königsgemahlin Nefertari.

Der 1. Hof – Ramses II.

Bild 20: Planzeichnung vom 1. Säulenhof

Den große Hof von Ramses II erreicht man mit dem passieren des Pylons. Der ummauerte Festplatz ist an den Wänden mit Opferszenen dekoriert und mit doppelten Kolonnaden umgeben, die mit Papyrussäulen und mit geschlossenen Kapitellen ausgestattet sind. Zahlreiche übergroße Statuen umsäumen den Hof, sie sollen Ramses II darstellen und zeigen auch seine Namenskartusche. Einige Statuen stammen aber von Amenophis III. und sind unter Ramses II. auf sich bezogen geändert worden. Im westlichen Teil des Festhofes von Ramses II steht rückseitig vom westlichen Pylon eine Stationskapelle der Pharaonin Hatschepsut, die mit vier Granitsäulen in Form von Papyrusbündelsäulen an der Eingansseite ausgestattet ist. Die Räumlichkeiten dieser Kapelle waren für die Götter Mut, Amun und Chons bestimmt. Als Stationskapelle bezeichnete man im ältägyptischen einen Ruheplatz für die Götterbarken und fand eine Verwendung bei den Prozessionszügen und in diesem Fall von Karnak bis zum südlichen Amun-Tempel (Luxor-Tempel). Auch diese Kapelle usurpierte Ramses II. für sich. Zuvor war es schon Thutmosis III. der dieses Bauwerk als sein Werk mit Namenskartuschen versah und die Namen seiner Stiefmutter Hatschepsut löschen ließ. Kleine Reste von Schriftzeichen verweisen aber auf Hatschepsut als Bauherrin.

Stationskapelle (Barkenschrein)

Bild 21: Die Barkenkapelle der Pharaonin Hatschepsut mit ihren Papyrusbündelsäulen steht unmittelbar hinter dem 1. Pylon am Eingang auf der westlichen Seite zum Luxor Tempel. Nach ihr übernahm Thutmosis III, diesen Bereich als sein Bauwerk und löschte die Spuren von Hatschepsut noch bevor Ramses II. später alles für sich vereinnahmte. Diese Stationskapellen waren für die Götter Amun (A), Mut (B) und Chons (C) bestimmt. Bild 22: Seitlicher Architrav auf der östlichen Seite von der Kapelle der Hatschepsut mit Kartuschen. Bild 23: Auf dem Türsturz über dem Eingangsprtal zur Amun-Kapelle thront Amun-Re inmitten einer Doppelszene. Bild 24: Der König mit Opfergaben in der Amun-Kapelle an der westlichen Innenwand. Bild 25: An der östlichen Innenwand der Amun-Kapelle zeigt die Reliefdarstellung den König bei einem Weihrauchopfer vor Amun und hinter Amun ist die Göttin Waset zu erkennen. Sie ist die allmächtige und starke Personifizierung der Stadt Theben. Bild 26: Im Gegensatz zu den Kapellen von Mut und Chons hat die Amun-Kapelle auf ihrer Rückwand eine Scheintür. Rechts und links von dieser Scheintür erkennt man noch die Reste von jeweils einer widderköpfigen Gestalt mit Sonnenscheibe auf dem Kopf. Bild 27: Reliefdarstellung aus der westlichen Kapelle der Göttin Mut im Dreifachschrein. In dieser Szene an der linken Seitenwand opfert der Pharao Salben vor der thronenden Mut. Bild 28: Weitere Opferszene mit Pharao, der vor der thronenden Göttin Mut Opfergaben hält.

Der 1. Hof mit Säulen und Statuen

Nach dem Pylon folgt der 1. Hof, auch Festhof oder Ramses Hof genannt. Der Hof ist mit einer doppelten Kolonnade umgeben mit Papayrussäulen und einem geschlossenen Kapitell. Im hinteren Bereich des Hofes steht zwischen den Säulen jeweils eine übergroße Statue. Von den 11 Statuen sind nur sehr wenige gut erhalten, einige sind bis zum Rumpf zerstört, andere wirken einfach nur geköpft.

Bild 29: Lageplan des hinteren Bereiches vom 1. Hof mit den Standorten der Statuen

Bild 29: Lageplan des hinteren Bereiches im Ramses Hof im Luxor-Tempel. Die Zahlen stehen für den Standort der 11 Statuen die im Festhof aufgestellt wurden. Die schwarzen Ziffern dokumentieren die echten Statuen von Ramses II., während die Standorte mit den roten Zahlen wahrscheinlich Statuen von Amenophis III. aus der 18. Dynastie darstellen und von Ramses II. nur usurpiert wurden. Alle weiteren Fotos von den Statuen im Hof sind mit gelben Zahlen versehen, damit man gleich den Standort der übergroßen Statuen leichter erkennen und zuordnen kann. Bild 30: Die Statuen 1-4 auf der westlichen Seite des 1. Hofes zwischen jeweils einer Säule. Bild 31: Statuen 7 und 8 auf der östlichen Seite links vom südlichen Tordurchgang zur Großen Kolonnade. Bild 32: Drei Statuen auf der östlichen Seite, wobei die Statue Nr. 11 wahrscheinlich Amenophis III. darstellt, es fehlen auch die Kartuschen, die auf Ramses II. verweisen können. Bild 33: Vergrößerte Darstellung von Statue 9 und 11 ( Bild 32). Bild 34: Kopfstudie einer Statue von Ramses II. (siehe auch Bild 32 und 33) Bild 35: Die Kartusche am Gürtel von der 9. Statue (Ramses II.). Bild 36: Die Kartusche am Gürtel von der 10. Statue (Ramses II.) Bild  37: Säulenkolonnade von Ramses II. auf der westlichen Seite des Festhofes, ausgehend von der Stationskapelle der Hatschepsut.

Kolossalstatuen von Ramses II.
vor dem südlichem Tordurchgang zur Großen Kolonnade

In einer gigantomanischen Größenordnung stehen links und rechts vom Tordurchgang zur Großen Kolonnade jeweils eine thronende Statue aus schwarzen Granit  von Ramses den II. und am jeweils rechten Bein steht seine geliebte Königsgemahlin Nerfertari, sie reicht ihm gerade bis zur Schienbeinhöhe. Der Pharao trägt die Würde der altägyptischen Doppelkrone auf dem Nemes Kopftuch und seine Hände liegen ruhend auf seinen Oberschenkeln. Die Seiten des Thrones sind mit zahlreichen Reliefdarstellungen versehen. Die rechte Statue (westliche Seite) ist im Gegensatz zur linken Statue (östliche Seite) im Verhältnis wesentlich besser erhalten..

Bild 38: Der südliche Tordurchgang zur Großen Kolonnade mit den beiden Kolossalstatuen von Ramses II. Bild 39: Der monumentale Kopf der rechten Statue von Ramses II. Bild 40: Die am besten erhaltene Figur der Königlichen Gemahlin Nefertari befindet sich an der linken Kolossalstatue am rechten Bein von Ramses II. Die Figur der Nefertari an der rechten Ramses-Statue ist beschädigt. Bild 41: Das Sema-taui-Symbol, ein Relief an den Thronseiten der Kolossalstatuen verkörpert die Darstellung des vereinigten Reiches von Unter-und Oberägypten. Bild 42: An der Statue auf der Ostseite (linke Statue) befindet sich auf der Rücklehne des Thrones ein vertieftes Relief des schreibenden Gottes Thot. Bild 43 – 45: Auf der Rückseite der Thronlehne ist auch eine übergroßes Tiefenrelief der schreibenden Göttin Seschat zu sehen. Auf dem Kopf trägt sie als Krone ein Zeichen mit einem siebenstrahligen Stern (Bild 43). Wie hier Dargestellt trägt sie ein Leopardenkleid (Bild 44 und 45 deutlich zu erkennen) und schreibt auf einer Palmenrispe, die das Wort Jahr als Hieroglyphe bedeutet. Seschat notiert hier als göttliche Schreiberin die gemessene Zeit. Sie war auch Göttin der Gelehrten, der Wissenschaft und Göttin der Baumeister. Dieses Relief im Luxor-Tempel stammt zwar bekanntlich aus der 19. Dynastie, doch Seschat ist als Göttin schon seit den Anfängen der dynastischen Pharaonenzeit bekannt.

Große Kolonnade vom Luxor-Tempel

Beim Verlassen des 1. Hofes von Ramses II, vorbei an den sitzenden Kolossalstatuen, gelangt man durch den Tordurchgang zur Großen Kolonnade des Luxor-Tempels. Dieser riesige Säulengang besteht aus 2 x 7 Papyrussäulen mit offenen Doldenkapitellen. Die Kolonnade hat eine Länge von etwa 50 Meter und eine Säulenhöhe von etwa 16 Meter. Ursprünglich war dieser Säulengang überdacht. Das Dach ist nicht mehr erhalten und auch von den Wänden ist kaum noch etwas vorhanden. Auf beiden Seiten der Wände waren rituelle Darstellungen der Festlichkeit zum Opet-Fest zu sehen. Unmittelbar hinter dem Durchgang findet man auf beiden Seiten gegenüberliegend jeweils eine Doppelsitzgruppe, die die Gottheiten Amun und Mut symbolisieren und auf der östlichen Seite zusätzlich eine sitzende Pharaonenstatue. Auf der westlichen Seite an der Nordwand Hinweise auf die Pharaonen Haremhab und Tutanchamun.

Bild 46: Die Große Säulenkolonnale mit Blick vom Hof des Amenophis III. in Richtung zum großen Pylon von Ramses II. Mit dem Säulengang beginnen die Bauabschnitte des Pharao Amenophis III., er konnte sie aber vor seinem Tode nicht vollenden. Generationen später übernahm Tutanchamun die Beendigung der Arbeiten und war auch verantwortlich für die Dekorationen an den Wänden. Bild 47: Die mächtigen Säulen der Kolonnade mit Blick in die nördliche Richtung. Der Gang ist verhältnismäßig schmal und hat eine Gesamtbreite von etwa 10 Meter von Wand zu Wand. Bild 48: Unmittelbar hinter dem Eingang auf der westlichen Seite vom Säulengang steht eine Doppelsitzstatue die die Götter Amun und Mut darstellen. Auch hier gibt es Hinweise auf Ramses II., doch die Sitzgruppe ist wesentlich älter und stammt aus der 18. Dynastie. Es wird auch vermutet, dass diese göttliche Doppelsitzgruppe die Gesichtszüge von Tutanchamun und seiner königlichen Gemahlin Anchesenamun zeigen könnte. Bild 49: Ursprünglich waren hier Hinweise auf Tutanchamun, doch Pharao Haremhab usurpierte alles und ließ sich hier verewigen. Bild 50: Die Kartuschen von Pharao Haremhab. Bild 51: Die Pharao- und Doppelsitzstatue links vom Eingang zum Säulengang auf der östlichen Seite. Die Sitzgruppe stellt das Götterpaar von Amun und Mut dar.

Der 2. Hof im Luxor-Tempel
Der Sonnenhof von Amenophis III.

Durchläuft man den Säulengang in Richtung Süden, gelangt man zum riesigen Sonnenhof des Amenophis III. (Bauzeitraum etwa 1370 v. Chr.). Dieser Hof ist als Peristylhof angelegt und an der Nord-, West- und Ostseite mit Reihen von Doppelsäulen ausgestattet.  Diese mächtigen und sehr imposanten Säulen, 64 in der Gesamtzahl,  haben die Form von Papyrusbündelsäulen und sind im Kapitell geschlossen. Die beiden Säulenreihen bilden eine Kolonnade mit Umgang. Im Zentrum der Südseite schließt sich das Hypostyl an. Ursprünglich war dieser Peristylhof von großen hohen Mauern umgeben, die auf der westlichen Seite ist  fast bis auf die Grundmauern zerstört. Die östliche Mauer ist dagegen mit der unteren Häfte und der Dekoration teilweise erhalten. Der Sonnenhof von Amenophis III. ist in seiner Größe von 52 x 46 Meter schon sehr beeindruckend. Bei Ausgrabungen und Restaurierungen auf der Fläche des Hofes fand man in 2- 3 Meter Tiefe zahlreiche Statuen von Göttern und Pharaonen, die heute im Luxor Museum ausgestellt sind.

Bild 52: Die Säulen auf der Nordseite (links im Bild) des Sonnenhofes von Amenophis III. sind kaum erhalten und bestehen meist nur als Säulenstümpfe. Bild 53: Östliche Säulenreihe vom Sonnenhof. Klar erkennbar sind die Papyrusbündelsäulen Bild 54: Kapitelle von der westlichen Säulenreihe. Bild 55: Blick von der Hypostylhalle über den Sonnenhof, der Großen Kolonnade bis zum Pylon. Bild 56: Östlicher Teil der Hypostylhalle mit den mächtigen und sehr imposanten Säulen. Bild 57: Der westliche Teil der Hypostylhalle. Bild 58: Blick vom Sonnenhof auf das Hypostyl. Das gesamte Hypostyl besteht aus 32 Papyrusbündelsäulen und man betritt es über eine leichte erhöhte Rampe. Bild 59: Das Hypostyl besteht aus 8 Reihen mit jeweils 4 Säulen. Als Hypostyl versteht man eine Halle dessen flaches Dach nur von Säulen getragen wird..

Ein Besuch im Luxor-Tempel gehört zu einem Urlaub in Ägypten

Im Tourismus spielt Luxor eine bedeutende Rolle, da die Stadt am Nil leicht von der Küste zu erreichen ist. Wer die antike Geschichte Ägypten erleben will, hat in Luxor die besten Vorsaussetzungen und zu denen gehört ohne Zweifel der Luxor Tempel. Für uns war Luxor nach Dendara auch die Ausgangsbasis für weitere Ausflüge. Wir waren von dem faszinierenden und beeindruckenden Erlebnis tief bewegt, wandelten wir doch auf dem Boden einer 3500 Jahre alten Geschichte. Man sollte sich Zeit lassen und etwa 3 Stunden für eine Besichtigung im Luxor Tempel veranschlagen. Wir kamen uns im Luxor Tempel unter den gigantischen Bauwerken wie ein Zwerg vor, der voller Begeisterung von diesem historischen Reiseerlebnis gefesselt wurde.

Öffnungszeiten

Im Sommer täglich von 06:00 – 22:00 Uhr und im Winter von 06:00 – 21:00

Ticket vom Luxor-Tempel, November 2018

Ticketpreise

Seit 1. November 2018 beträgt der Eintrittspreis für den Luxor-Tempel 140 LE (ca. 7,55 Euro)

Fotos: (c) Michael Kürschner (40), Christel Selke (21)