Tal der Könige

Flagge Ägyptens

Die große Nekropole der Welt
mit den bedeutenden Königsgräbern bei Theben West

Tal der Könige

Das Tal der Könige als die wohl berühmteste
Begräbnisstätte der Welt

Am Westufer des Nils in Theben-West liegt gegenüber von Luxor die wohl größte Nekopole der Welt und im Tal der Könige im zerklüfteten Kalksteinmassiv, einer gnadenlosen Steinwüste, liegt die sehr  bedeutende Begräbnistätte von fast allen Herrschern im Neuen Reich (1550 – 1070 v. Chr.). Über 400 Jahre ließen sich die Pharaonen aus der 18. bis 20. Dynastie hier bestatten.

Bildbeschreibung Bild 1: Eingang zum Tal der Könige, Bild 2: Das von hohen Bergen umgebene Tal ist berühmt durch die natürliche Felspyramide el Korn oder el-Qurn (das Horn). Auf diesem Bild kann man dieses Felsengebilde deutlich erkennen, Bild 3: Bei einigen Gräbern steht man vor verschlossenen Türen; sie sind einfach noch unerforscht. Bei diesem Grab handelt es sich um KV 33, ein völlig unbekanntes Grab aus der 18. Dynastie. Es wurde bereits 1899 von Victor Loret entdeckt, ist noch nicht ausgegraben und soll zwei Kammern haben.

Im Tal der Könige, arabisch auch Biban el-Muluk genannt, sind bis zum heutigen Tag etwa 65 Gräber gefunden worden und es sind noch längst nicht  alle Begräbnisstätten erforscht und viele geheimnisvolle Rätsel warten noch auf  die Ägyptologen, um Licht in das Dunkel der altägyptischen Geschichte und den berühmtesten Pharaonen zu bringen. Das bekannteste und berühmteste Grab liegt im KV 62 und gehört dem geheimnisvollen Pharao Tutanchamun. Der historische Gründer der Begräbnisstätten im Tal der Könige war der Pharao Thutmosis I., er ordnete an, sein Grab vom Totentempel zu trennen und zur Bestattung kein Monumentalgrab zu errichten. Thutmosis I. wollte nur noch eine geheime und unzugängliche Begräbnisstätte haben. Zu seiner Zeit muss dieser Entschluss im ägytischen Reich wohl ein Kulturschock gewesen sein, denn Thutmosis I. brach mit einer über  1700 Jahre ehrwürdigen Tradition, wie Bestattungen durchgeführt wurden. Er wählte für seine Entscheidung das heutige Tal der Könige und zur Überraschung der Historiker folgten alle Pharaonen im Neuen Reich bis zum Ende der 20. Dynastie der Idee von Thutmosis I. Diese Nekropole wurde somit zum bedeutensten und größten königlichen Friedhof der Welt.
Das Tal der Könige ist  von der UNESCO als Welterbe eingestuft.und gilt als kulturelles Erbe, schützenswert für die gesamte Menschheit.

Die Gräber im Tal der Könige

Die Gräber im Tal der Könige werden zur besseren Erfassung und Einordnung durchlaufend nach iher Entdeckung nummeriert. Dafür verwenden die Ägyptologen die Bezeichnung KV für “Kings Valley” mit der entsprechenden Nummer. Diese Art der Registrierung geht auf den britischen Ägyptologen  John Gardner Wilkinson zurück, der 1827 mit einem Eimer mit roter Farbe und einem Pinsel ausgerüstet durch das felsige Tal lief und die bekannten Grabstellen durchnummerierte. Zur damaligen Zeit waren es bereits 21 Gräber. Später übernahm die Ägyptologie die systematische Erfassung und setzte nur noch vor die Ziffer die Buchstaben KV. Somit ist weltweit gesichert, dass es sich zum Beispiel  bei KV 15 nur um das Grab von Sethos II. im Kings Valley (Tal der Könige) handeln kann. Bis zum jetzigen Zeitpunkt (2018) sind 65 KV-Nummern vergeben worden.

Liste der KV – Nummern im Tal der Könige

  • KV 01     Ramses VII.     20. Dynastie
  • KV 02     Ramses IV.      20. Dynastie
  • KV 03     Ein Sohn von Ramses III.  20. Dynastie
  • KV 04     Ramses XI.      20. Dynastie
  • KV 05     Söhne von Ramses II. 18./19. Dynastie
  • KV 06     Ramses IX.      20. Dynastie
  • KV 07     Ramses II.       19. Dynastie
  • KV 08     Merenptah       19. Dynastie
  • KV 09     Ramses V., Ramses VI.       20. Dynastie
  • KV 10     Amenmesse    19. Dynastie
  • KV 11     Ramses III.      19. Dynastie
  • KV 12     unbekannt       18./19. Dynastie
  • KV 13     Bay                      19. Dynastie
  • KV 14     Tausret und Sethnacht   19./20. Dynastie
  • KV 15     Sethos II.             19. Dynastie
  • KV 16     Ramses I.            19. Dynastie
  • KV 17     Sethos I.              19. Dynastie
  • KV 18     Ramses X.           20. Dynastie
  • KV 19     Montuherchepschef   20. Dynastie
  • KV 20.    Thutmosis I. und Hatschepsut     20. Dynastie
  • KV 21     unbekannt                      18. Dynastie
  • KV 22     westliches Tal : WV 22   18. Dynastie
  • KV 23     westliches Tal : WV 23   18. Dynastie
  • KV 24     westliches Tal : WV 24   18. Dynastie
  • KV 25     westliches Tal : WV 25   18. Dynastie
  • KV 26     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 27     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 28     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 29     unbekannt           18. – 20. Dynastie
  • KV 30     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 31     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 32     Tiaa                     18. Dynastie
  • KV 33     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 34     Thutmosis III.      18. Dynastie
  • KV 35     Amenophis II.      18. Dynastie
  • KV 36     Maiherperi           18. Dynastie
  • KV 37     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 38     Thutmosis I.        18. Dynastie
  • KV 39     Amenophis I. (?) 18. Dynastie
  • KV 40     Angehörige von Thutmosis IV. und Amenophis III.  18. Dynastie
  • KV 41     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 42     Meritre Hatschepsut     18. Dynastie
  • KV 43     Thutmosis IV.      18. Dynastie
  • KV 44     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 45     Userhat               18. Dynastie
  • KV 46     Juja und Tuja      18. Dynastie
  • KV 47     Siptah                 18. Dynastie
  • KV 48     Amenemope       18. Dynastie
  • KV 49     unbekannt           18. Dynastie
  • KV 50     unbekannt / Tiergrab  18. Dynastie
  • KV 51     unbekannt / Tiergrab  18. Dynastie
  • KV 52     unbekannt / Tiergrab  18. Dynastie
  • KV 53     unbekannt           18. – 20. Dynastie
  • KV 54     Balsamierungsdepot Tutanchamuns  18. Dynastie
  • KV 55     Echnaton            18. Dynastie
  • KV 56     unbekannt          18. Dynastie
  • KV 57     Haremhab          18. Dynastie
  • KV 58     unbekannt          18. Dynastie
  • KV 59     unbekannt          18. Dynastie
  • KV 60     Sitre-in               18. Dynastie
  • KV 61     unbekannt          18. – 20. Dynastie
  • KV 62     Tutanchamun     18. Dynastie
  • KV 63     unbekannt          18. Dynastie
  • KV 64     Nehemes Bastet   19./20. Dynastie
  • KV 65     unbekannt, bis heute noch nicht geöffnet (2017)

Die Landschaft im Tal der Könige

Das Tal der Könige ist in den Bergen wie auch im Tal eine steinige und extrem trockene  Landachaft in der Libyschen Wüste ohne jede  Vegetation obwohl es nur wenige Kilometer vom fruchtbaren Niltal entfernt ist.

Hinweise für einen Besuch im Tal der Könige

Ein Besuch im Tal der Könige gehört zum eigentlichen Standardprogramm und sollte nicht versäumt werden , wenn man schon in Luxor und Theben West die Kultstätten der ägyptischen Antike erleben will.
Das Tal ist eine gnadenlose Steinwüste und unter der ägyptischen Sonne erhitzt sich der Talkessel recht schnell. Empfehlenswert wäre daher eine Besichtigung in den frühen Vormittagsstunden, um alles etwas erträglicher zu erleben. Sinnvoll wäre eine Kopfbedeckung und die Mitnahme  einer Flasche Wasser.
Das Tal der Könige ist im Winter von 9-17 Uhr und im Sommer von 6-18 Uhr geöffnet. (Stand 02/2017).
Das Eintrittsgeld beträgt LE 100 (5,95 Euro, Stand 2016) und ermächtigt zur Besichtigung von 3 Gräbern. Bei einem Besuch von mehr als 3 Gräbern muß ein doppeltes Eintrittgeld gezahlt werden. Man beachte aber, dass nicht jedes Grab für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Aber keine Sorge es sind noch genügend Gräber geöffnet. Möchte man unbedingt auch das Grab von Tutanchamun besichtigen müssen zusätzlich LE 100 gezahlt werden.
Wichtiger Hinweis ! Man kann beim Ticketkauf keine Fotoerlaubnis erwerben. Es besteht im gesamten Tal für Landschaftbilder im Tal der Könige, von den Eingängen der Gräber  und in den Gräbern selbst ein totales Fotoverbot (Stand 2016). Theoretisch muß man sogar Kameras und Handy’s am Eingang abgeben, wenn man sich auffällig verhält.
Man sollte sich aber von solchen Maßnahmen, die mit Sicherheit auf Unverständnis stoßen, nicht abschrecken lassen, denn dafür ist der historische Erlebniswert viel zu hoch einzuschätzen. Man muß sich halt auf ältere Fotos besinnen und es gibt ja auch noch Bücher, Broschüren und Bildpostkarten.

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (6)