Insignien der Pharaonen

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Insignien der Pharaonen
Attribute der Macht im Alten Ägypten

Insignien als Herrschaftszeichen einer gottgleichen Macht der Pharaonen

Bild 1: Berühmtes Wandrelief von Ptolemaios VIII. von den Krönungszeremonien an einer Außenwand im Tempel von Edfu, Ägypten. Pharao Ptolemaios VIII. steht zwischen den Göttinnen Wadjet von Unterägypten mit der Roten Krone (links) und Nechbet von Oberägypten (rechts) mit der Weißen Krone. Mit der Doppelkrone (altägyptisch = Pschent) übergeben die Göttinnen dem Pharao die Insignien über die beiden Länder zum allmächtigen Pharao von ganz Ägyptens.

Die Kronen als Insignien der “Beiden Länder”

Rote Krone – altägyptisch: Deschret
Weiße Krone
altägyptisch: Hedjet
Doppelkrone
– altägyptisch: Pschent

Bild 2:

Die Blaue Krone altägyptisch: Chepresch und das Nemes-Kopftuch

Während die Rote- und Weiße Krone bereits seit der Frühzeit der pharaonischen Geschichte bekannt ist, kam der Chepresch (die Blaue Krone) erst wesentlich später auf und ist erst bekannt seit der 17. bis 18. Dynastie. Die Blaue Krone bestand überwiegend aus Leder und Stoff und war wahrscheinlich wegen der stabilen Form mit Metall gestärkt, ähnlich wie auch beim Nemes-Kopftuch, war die Stirnseite mit der heiligen Schutzgöttin der Uräusschlange versehen. Die helmartige gewölbte Krone wurde vom Pharao zu unterschiedlichen Anlässen und auch auf Feldzügen getragen.
Zu den bekanntesten Insignien eines Pharaos gehörte das Nemes-Kopftuch zum Ornat seiner Macht. Bereits bekannt seit der 3. Dynastie im Alten Reich um etwa 2700 bis 2620 v. Chr.  trugen es die Herrscher nach Aufzeichnungen bis weit in die Ptolemäerzeit (332 – 30 v. Chr.). Es wurde traditionell entweder allein oder mit Krone getragen. Die wohl berühmteste Darstellung eines Nemes-Kopftuches kennt man von der Goldenen Totenmaske des Tutanchamun mit der Uräusschlange.

Bild 6: Kopfstudie einer Statue von Thutmosis III. im klassischen Ornat mit dem Nemes-Kopftuch. Die Statue zeigt den Pharao außerdem zu Lebzeiten mit dem typischen Insignien des gerade abschließenden Zeremonialbarts und der symbolträchtigen Uraeus-Schlange, Luxor-Musem, Ägypten. Bild 7: Detail eines Wandbildes von Thutmosis III. im Tempelkomplex der Hatschepsut. Abgebildet ist er im klassischen Ornat eines Pharaos mit dem Nemes-Kopftuch.  Bild 8: Pharao Ramses III. mit dem Chepresch (Blauer Krone) in einer gut erhaltenen Reliefmalerei in seinem Totentempel  Medinet Habu, Theben-West, Ägypten. Bild 9: Pharao Amenophis III. mit dem Chepresch als Krone, wobei dieser zusätzlich noch mit metallischen Ringen und Punkten bestückt ist.  Es handelt sich bei dieser Darstellung um ein Teil eines Grabreliefs aus dem Grab des Chaemhat um 1360 v. Chr., 18. Dynastie im Neuen Reich, Ägyptisches Museum Berlin.

Die Atef-Krone

Bild 10:

Die Prinzenlocke oder Horuslocke

Seit dem Alten Reich (ca. 2707–2216 v. Chr.) ist der Seitenzopf, Prinzenlocke, Prinzessinnenlocke, Horuslocke oder Jugendlocke ein symbolisches Erkennungsmerkmal eines Kindes und als Insigne kennzeichnet es die tragende Person als rechtmäßigen Erben des Osiris. Als designierte Thronfolger trugen daher die Prinzen und später ab dem Neuen Reich (ca. 1550–1070 v. Chr.) auch Prinzessinnen das mythologisch bedingte Symbol der Jugendlichkeit, ganz nach dem Vorbild des Gottes Chons (Kind- und Mondgott). Kleine Kinder wurden meist nackt und am Finger lutschend dargestellt und nur die Prinzenlocke verblieb am kahlgeschorenen Kopf. Dieser Zopf als Jugendlocke wurde meist an der rechten Kopfseite getragen und nur wenn Darstellungen an Reliefs oder Wandbildern es nicht anders ermöglichten, konnte er auch auf der linken Kopfseite angebracht werden.
Ab dem Neuen Reich war der Seitenzopf auch eine mythische Symbolik für die Sempriester und selbst für jugendliche Götter wie in Bild 14 zu sehen war die Jugendlocke eine wichtige Insigne.

Bild 14: Säulenrelief einer jugendlichen, göttlichen Darstellung mit wesentlichen Insignien eines Herrschers und mit der charakteristischen Prinzenlocke. Doppeltempel von Kom Ombo, Ägypten. Bild 15: Detaildarstellung eines großen Wandreliefs im Totentempel von Sethos I. in Abydos.  Die Darstellung symbolisiert die göttliche Darstellung von Iunmutef im Gewand eines Sem-Priesters. Inmutef war ein altägyptischer Totengott und seit der Zeit von Sethos I. auch eng verknüpft mit dem Kultort Abydos. Als Sohn erkennbar an der seitlichen am Kopf angebrachten Haarlocke, die auch als Prinzenlocke bekannt ist (in diesem Fall der junge Ramses II.) kann Iunmutef den Vater (in diesem Fall der Vater Sethos I.) beleben, regenerieren und dessen Weg zu ewiger Herrschaft nach dem Tode öffnen und ihn in den Duat (in der altägyptischen Mythologie das Jenseits, in das der Verstorbene nach der Bestattung und Wiedergeburt eintrat) führen. In der Detaildarstellung erkennt man auch deutlich die enge Verbindung von Iunmutef zur Priesterschaft. Als Sem-Priester ist er im Totentempel bei seinem Ritual in einem Pantherfell dargestellt. Die feine Reliefdarstellung läßt sogar die scharfen Krallen der Raubkatze am Oberarm erkennen, Tempel des Sethos I., Abydos, Ägypten. Bild 16: Detaildarstellung einer großen Jagdszene, bei der Ramses II. mit seinem Sohn Amunherkhepeshef auf der Jagd nach Vögeln sind. Amunherkhepeshef wird als jugendlicher mit der rechtsseitigen Prinzenlocke am Kopf tragend dargestellt. Tempel des Sethos I., Abydos, Ägypten. Bild 17: Detailausschnitt einer Würfelfigur des Oberbaumeisters und Großen Erziehers Senen-Mut mit der Tochter und Prinzessin Neferu-Re der Pharaonin Hatschepsut, 1479 – 1957 v. Chr., Neues Reich, 18. Dynastie.  Man beachte, dass auch die kleine Prinzessin Neferu-Re mit den Attributen der Prinzenlocke dargestellt wurde. Der Fundort lag zwar in Karnak, Ägypten , ist aber heute im Ägyptischen Museum Berlin zu sehen.

Zu den weiteren Insignien der Pharaonen gehörten ergänzend
die Zepter, die Uraeus Schlange, und der lange Kinnbart

Bild 18:

 

Fotos:  (c) Michael Kürschner (13), Christel Selke (8)