Amenophis I.

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Pharao Amenophis I.
2. Pharao der 18. Dynastie im Neuen Reich

Sein Leben und die Regierungszeit von Amenophis I.

Der Name von Amenophis I. ist eine griech. Schreibweise und lautet ägyptisch auch korrekt  Amenhotep. Er war der Sohn und Thronfolger von Ahmose I., seine Mutter Ahmose Nefertari war die Schwestergemahlin und die verehrte  „Große königlichen Gemahlin“ von Ahmose I. Amenophis I. stammt aus einer kinderreichen Königsfamilie, er hatte drei Büder und sechs Schwestern. Als Thronfolger seines Vaters war er auch der letzte männliche Nachfahre aus dem Herrschergeschlecht der Ahmosiden., denn seine Ehe mit der königlichen Gemahlin Ahmose Meritamun II. blieb kinderlos und außerdem verstarb sie auch noch sehr früh. Die Rolle der „Großen königlichen Gemahlin“ übernahm jetzt an der Seite von Amenophis I. seine Mutter Ahmose Nefertari. Amenophis I. regierte als 2. Pharao der 18. Dynastie von etwa 1525 bis 1504 v. Chr. und war ursprünglich nicht der direkte Thronfolger, weil er in der Thronerbfolge erst an 4. Stelle stand. Da aber seine Brüder in tragischer Weise sehr früh verstarben, viel die Nachfolgeschaft auf den ägyptischen Thron an Amenophis I.  Da Amenophis I. noch als minderjähriger Sohn den Thron bestieg übernahm übergangsweise seine Mutter Ahmose Nefertari die Regierungsgeschäfte für 6 bis 7 Jahre. Kaum erwachsen heirate er im 8. Regierungsjahr seine Schwester Ahmose Meritamun II. und machte sie zur „Großen königlichen Gemahlin“.
Amenophis der I. verstarb wahrscheinlich im 20. Regierungsjahr, da Amenophis I. keinen Sohn in der Erbfolge hatte gab es in der 18. Dynastie einen sogenannten Wechsel des Herrschergeschlechts. Nachfolger wurde Thutmosis I. mit einer fast unbekannten Herkunft. Amenophis hatte ihn als Zögling ausgesucht und als Legitimierung für den Pharaonenthron heiratete Thutmosis I. die vermeintliche Prinzessin und Tochter von Amenophis I. (?), sie ist schriftlich nicht belegt und ihre verrwandtschaftlichen Beziehungen zum Königshaus gelten als unsicher. Amenophis der I. hat vermutlich schon in seinen letzten Regierungsjahren den jungen Thutmosis I. als Mitregenten in die Amtsgeschäfte eingeführt.

Bild 1: Kopfteil einer Statue von Amenophis I. (Amenhotep I) aus bemalten Sandstein. Sie wurde im Tempelkomplex von Karnak gefunden (1525 -1504 v. Chr.). Dieser Teil einer Statue von Amenophis I. steht heute im Luxor Museum. Bild 2: Amenophis I. in der Darstellung des vergöttlichten Pharao auf einer Grabmalerei aus der 20. Dynastie im Grab TT359 von dem Eigentümer Inihercha, bemalter Stuck aus Nilschlamm, befindet sich heute Ägyptisches Museum Berlin, (siehe auch Bild 7).

Innen- und Außenpolitik von Amenophis I.

Ägypten war im Innern gefestigt und Amenophis I. hatte das große Glück von seinen Vater und Vorgänger Ahmose I. ein geeintes und stabiles Land übernommen zu haben. Wirtschaftlich war Ägypten eine Großmacht und der Wohlstand seiner Bürger war wie eine Garantie für eine befriedete Stabilität im Innern. Geschickt setzte Amenophis I. die Politik seines Vater fort, er bewahrte Erreichtes und setzte eine weitere konsequente Konsolidierung von Staat und Wirtschaft fort. In so einer friedlichen Blütezeit der politischen Lage entwickelten sich geistige Freiräume in Wissenschaft und Kunst. In dieser Zeit lebte auch der altägyptische Gaufürst und königliche Siegelverwalter Amenemhet, der auch als Erfinder der Wasseruhr mit verbesserter Zeitmessung gilt und gleichzeitig auch ein bedeutender Astronom in der Regierungszeit von Amenophis I. war.
Außenpolitisch war Ägypten zur Zeit von Amenophis I. in einer stabilen Lage. Die nordöstlichen Grenzen, wie auch die im Süden waren unter Kontrolle, gesichert und ungefährdet. Es gab in der Regierungszeit von Amenophis I. kaum Belege für notwendige Feldzüge. Es gibt zwar Hinweise für einen Libyen-Feldzug von Amenophis I., doch war dieser vielleicht auch nur eine Machtdemonstration, denn wichtige Belege einer Gefahr für Ägypten durch libysche Stammesfürsten gab es zur Zeit der Regierung von Amenophis I. nicht.  Ob es auch zu militärischen Einsätzen nach Westasien bis zum Euphrat gab, sind nicht gesichert belegt. Ausländische Tributzahlungen aus dem Umfeld des ägyptischen Reiches flossen erträglich und es gab nur in seinerm 7. und 8. Regierungsjahr in Nubien die Gefahr eines Aufstandes, weshalb Amenopohis I. hier vorsichtshalber die ägyptische Militärmacht in Stellung brachte, damit Tributzahlungen und der offene Handelsverkehr nicht gestört werden konnten und gleichzeitig sicherte er die ägyptischen Reichsgrenzen im Süden bis zum 2. Katarakt.
Expliziert kann man aber davon ausgehen, dass das Ägyptische Reich in seiner Größe und Macht zu keiner Zeit unter der Regierung von Amenophis I. gefährdet war. Innenpolitisch herrschte Ruhe und außenpolitisch mußte Ägypten für seine Außengrenzen nur Stärke und Macht demonstrieren, weshalb Amenophis I. auch nicht als großer Feldherr in die Geschichte eingehen mußte. Um die große Macht eines Pharaos in der Öffentlichkeit aber unter Beweis zu stellen bediente er sich wohl nur der rituellen Handlung beim „Erschlagen der Feinde“.

Bautätigkeit von Amenophis I.

Unter Amenophis I. stand Ägypten im Zeichen einer kulturellen und wirtschaftlichen Blüte, die Finanzkraft des Staates war stabil und das ganze Land befriedet. Ein kreativer Geist in Kultur und Baukunst beflügelte das ganze Land und Amenophis der I. setzte Akzente bei der Verwirklichung zahlreicher Bauprojekte und ließ sich dabei von Kunstrichtungen aus Blütezeit des Mittleren Reiches (2137 bis 1781 v. Chr.) inspirieren. Den Schwerpunkt seiner Bautätigkeit bildeten verschiedene Tempelbauten und Kapellen im Tempelkomplex von Karnak, denn zu seiner Zeit gewann die Stadt Theben auf der Ostseite des Nils mit seinem heiligen Ort in Karnak enorm an Bedeutung. Besonders erwähnenswert ist dabei der Bau der Alabasterkapelle als Barkenschrein oder auch als Alabasterkiosk bezeichnet, der aber erst nach seinem Tod durch Thutmosis I. fertig gestellt werden konnte.  Leider sind die meisten Bauten von Amenophis I. zerstört worden und die kostbaren Bauteile wurden meist in großen Steinbrocken als Füllmaterial für den Bau des 3. Pylon durch Amenophis III. verwendet. Bei Rekonstruktionsarbeiten am 3. Pylon entdeckte man viele Bruchstücke von den Bauaktivitäten von Amenophis I. Rekonstruiert mit den originalen Steinblöcken steht die Alabasterkapelle heute im Open Air Museum von Karnak.
In Theben West ließ Amenophis I. in Verehrung für einen seiner Vorgänger in Deir el-Bahari den Tempel von Menthuhotep II. aus der 11. Dynastie renovieren und ausbauen.
In Abydos setzte er die Bautätigkeit am Tempel von Ahmose fort und errichtete für ihn dort eine Kalksteinkapelle. In Elkab einem kleinen Ort, etwa 15 km nördlich von Edfu, erbaute Amenophis I. zu Ehren der Göttin Nechbet eine Kapelle.

Bild 3: Alabasterkapelle aus feinem Kalzit von Amenophis I. Die Kapelle oder Barkenschrein steht heute rekonstruiert im Open Air Museum von Karnak. Der Tempel wurde womöglich noch in der 18. Dynastie im Neuen Reich zerstört. und von Amenophis III. als Füllmaterial für den 3. Pylon im Karnak-Tempel verwendet. Wo der Kiosk von Amenophis I. ursprünglich einmal stand ist nicht genau bekannt. Durch die verhältnismäßig gut erhalten Bruchstücke der Alabasterkapelle im 3. Pylon konnte die Kapelle am heutigen Standort pefekt rekonstruiert werden. Bild 4: Der Pharao beim Opfer vor dem ithyphallischen Gott Amun-Kamutef. Rechts auf dem riesigen Steinblock befindet sich die Kartusche mit dem Thronnamen von Amenophis I. Bild 5: Ein weiterer großer Steinlock im Open Air Museum von Karnak mit feinen Reliefdarstellungen von Amernophis I. vor dem Gott Amun-Kamutef (auch Min-Kamutef). Rechts auf dem Steinblock befindet sich die Kartusche mit dem Eigennamen von Amenophis I.

Regierungs– und Familiendaten von Amenophis I.

Bild 6: Die Mutter von Amenophis I. in der Darstellung der vergöttlichsten Königin Ahmose-Nefertari auf einer Grabmalerei aus der 20. Dynastie im Grab TT359 von dem Eigentümer Inihercha, bemalter Stuck aus Nilschlamm, Ägyptisches Museum Berlin. Bild 7: Aus dem gleichen Grab eines Noblen TT359 in dem auch seine Mutter verehrt wurde stammt auch diese Grabmalerei des vergöttlichten Pharao Amenophis I. (Amenhotep I.), siehe auch Bild 2.

Regierungszeit: 18. Dynastie, Neues Reich, die Regiuerungszeit betrug etwas 21 Jahre und lag vermutlich zwischen 1525 und 1504 v. Chr.
Eigenname: Amenhotep / Imenhotep – Amun ist zufrieden
Thronname: Djeser-ka-Re – Mit heiligem Ka, ein Re
Mutter : Ahmose-Nefertari, nach dem frühen Tod der Gemahlin von Amenophis I. übernahm sie als Mutter nochmals die Rolle der „Großen königlichen Gemahlin“ an der Seite ihres Sohnes.
Vater : Ahmose I.
Geschwister:  Amenophis I. hatte drei Brüder Ahmose(-anch), Sa-Amun und Ahmose Sapair und vermutlich sechs Schwestern, von denen Ahmose Meritamun II. die „Große königliche Gemahlin“ ihres Bruders wurde.
Ehefrauen: Schwestergemahlin Ahmose Meritamun II. verstarb sehr früh und die Ehe blieb kinderlos
Töchter: nicht bekannt
Söhne: nicht bekannt
Vorgänger: Ahmose I.
Thronnachfolger: Thutmosis I.

Fotos: (c) Michael Kürschner (4), Christel Selke (4)