Ahmose Nefertari

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Ahmose Nefertari
Königliche Gemahlin von Ahmose I.

Zur Person von Ahmose Nefertari

Bild 1 Große Königliche Gemahlin Ahmose Nefertari. Ägyptisches Museum Berlin

Ahmose Nefertari auch Iahmose Nefertari oder Ahmes-Nefertari ist in die Zeit um 1562 v. Chr. und noch in der 17. Dynastie in der 2. Zwischenzeit geboren. Mit dem Titel  „Tochter einer Großen Königsgemahlin“ gehörte sie wohl zu einem neuen aufkommenden Herrschergeschlecht an, das Ägypten von der Fremdherrschaft der Hyksos befreite und das Land mit der 18. Dynastie in das Neue Reich führte. Sie war vermutlich die Tochter von Pharao Seqenenre Tao und  seiner Königlichen Gemahlin Ahhotep I. Verheiratet war Ahmose Nefertari als Halbschwestergemahlin mit Pharao Ahmose I. als Hauptfrau mit dem Titel „Große Königliche Gemahlin“.  Aus dieser Ehe gingen wahrscheinlich fünf Kinder hervor, drei Söhne und  zwei Töchter. Das berühmteste Kind war der Sohn und spätere Pharao Amenophis I., auch Amenhotep I. Nach dem Tode ihres Gatten Ahmose I. übernahm sie für den noch unmündigen Amenophis I. wahrscheinlich sogar die Regentschaft. Sie überlebte nicht nur ihren Sohn Amenophis I. mit seiner Regierungszeit von 1525 bis etwa 1504 v. Chr. , sondern erreichte als einflußreiche Königin auch noch  ein sehr hohes Alter von fast 70 Jahren bis in die Regierungszeit von ihrem Enkelsohn von Thutmosis I.

Bild 2: Darstellung der vergöttlichten Königin Ahmose Nefertari auf einem Wandbild aus dem Grab des Arbeiters Inherkhau TT 359  in Deir el-Medina , einem Teil der thebanischen Nekropole am Westufer des Nils. Gemalt ist das Bild auf Nilschlamm und stammt aus der Zeit zwischen 1186 bis 1155 v. Chr. aus der Regierungszeit von Ramses III. und Inherkhau hatte in dieser Zeit den Titel „Vorarbeiter des Herrn der beiden Länder“. Da aber Ahmose Nefertari fast 300 früher gelebt hat, bestätigt ihr Wandbildnis in TT 359 ihre hohe Verehrung und die Darstellung als Göttlichkeit. Bei dem Wandbildnis war ihre Körperfarbe bewußt schwarz gewählt und stand als Symbol für Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. Dieses Bild 2 ist ein Detailausschnitt aus dem Bild 1 und es ist zu bewundern im Ägyptischen Museum Berlin. Bild 3 und 4: Kleine Standfigur der Königlichen Gemahlin Ahmose Nefertari, Neues Reich, 19. Dynastie um etwa 1200 v. Chr.. Da auch diese aus Holz gefertige Standfigur mit allen weiblichen Attributen von Ahmose Nefertari mit einer Höhe von etwa 44 cm, weit nach ihren Tode gefertigt wurde, handelt es sich auch hierbei um eine postume Verehrung. Ihr Fundort lag in Theben und ihr heutiger Standort ist im Ägyptischen Museum Berlin.

Verehrung einer bedeutenden Königsgemahlin

Ahmose Nefertari war die erste Königin, die das wichtige Amt als „Gottesgemahlin des Amun“ führte und später erhielt sie noch den Titel und das Priesteramt einer „Gotteshand des Amun“. Abgesehen von Titeln und Würdigungen war Ahmose Nwefertari eine einflußreiche „Königliche Gemahlin“.
Noch weit nach ihren Tod wurde Ahmose Nefertari bis in die 21. Dynastie in der Region um Deir el-Medina als Schutzgottheiten verehrt. Besondere Verehrung erfuhr sie durch die Handwerker und Künster die im Tal der Könige, im Tal der Königinnen und der Noblen tätig waren und in über fünfzig Privatgäbern findet man von Ahmose Nefertari Darstellungen einer  göttliche Verehrung und immer im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. Die berühmteste Abbildung in einem Grab ist ein Wandbildnis im TT 359 von Inherkhau (siehe auch Bild 1 und 2). Aber auch in pharaonischen Kultbauten gibt es Hinweise auf eine göttliche Verehrung der Ahmose Nefertari, so z. B.auch in Karnak durch Ramses II. und im Ramesseum seinem Totentempel.
Ahmose Neferatri verstarb wahrscheinlich im sechsten Regierungsjahr von Thutmosis I. im gesegneten Alter von etwa 70 Jahren.

Fotos: (c) Michael Kürschner (3), Christel Selke (2)