Thutmosis III.

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Pharao Thutmosis III.
Der 6. Pharao aus der 18. Dynastie im Neuen Reich

Thutmosis III. war einer der ganz großen Feldherrn Ägyptens

Bild 1 Relief in der Anubis Kapelle im Tempel der Hatschepsut. Es zeigt Pharao Thutmosis III, der dem Gott Horus opfert (Al-Deir al-Bahari Tempel Luxor, Ägypten)

Sein Leben und die Regierungszeit von Thutmosis III.

Thutmosis III.

Bild 2 und 3: Feine Kopfstudien von der thronenden Statue desThutmosis III. von Bild 5 im Luxor Museum, Ägypten. Bild 4: Detailaufnahme der Statue des Thutmosis III. im Karnak Tempel, siehe auch Bild 6.

Bild 5: Sehr schöne und verhältnismäßig gut erhaltene Statue vom thronenden Pharao Thutmosis III.aus Granodiorit. Gefunden wurde diese Statue 1995 in Al-Deir al-Bahari im Tempel von Thutmosis III. und befindet sich heute im Luxor Museum, Ägypten  Bild 6: Sitzende Großstatue von Thutmosis III. im Karnak Tempel, Ägypten. Siehe auch Bild 4 mit einer Detailaufnmahme dieser Statue. Bild 7: Stehende Statue von Pharao Thutmosis III. aus Grauwacke, gefunden im Karnak Tempel. Bewundern kann man sie heute im Luxor Museum, Ägypten. Siehe auch Bild 8 und 9 mit den Detailaufnahmen dieser Statue.

Das Geheimnis seiner Außenpolitik

Mit Thutmosis III.änderte sich die Außenpolitik Ägyptens grundlegend. In der Regierungszeit seiner Vorgängerin Hatschepsut gab es keine Kriege und Feldzüge zur Absicherung der Außengrenzen. Schon zum Ende der Regierungszeit von Hatschepsut gab es einige Anzeichen aus der Region im Nahen Osten sich gegen Ägypten auflehnen zu wollen, um den Status als Versallenländer abzulegen. Außenpolitisch wäre eine derartige Entwicklung für Ägyptens Wohlstand und Frieden eine große Gefahr gewesen. Nach dem Ableben von Hatschepsut und nach der Inthronisierung und Herrschaftsübernahme durch Thutmosis III. bekam die Außenpolitik Ägyptens eine bedeutende Wendung. Schon während  des ersten Feldzugs zu Beginn seiner Alleinherrschaft  (1457 v. Chr.) griff Thutmosis III. den König von Kadesch an, der gerade dabei war, ein Bündnis mit zahlreichen Fürsten zu bilden, um die Vormachtstellung Ägyptens zu brechen. Nach einer berühmten Schlacht, die auch in die Militärgeschichte einging, mit der Eroberung von Megiddo beschlagnahmte Thutmosis III. den Besitz des Herrschers von Kadesch. Die übrigen Fürsten und Verbündete vom Fürsten von Kadesch kapitulierten, erklärten Thutmosis III. ihre zukünftige Loyalität und unter Zahlung eines hohen Tributs an Ägypten konnten sie in ihren Stellungen verbleiben. Dieser einzigartige und siegreiche Feldzug gehört zu den am besten dargestellten und überleferten Kriege aus dem antiken Ägypten. Die wichtigste Quelle über den Feldzug sind die sogenannten Annalen, die Thutmosis III. in Hieroglyphenschrift an die Tempelwände des Annalensaals im Karnak-Tempel anbringen ließ.
Um das ganze Gebiet im Nahen Osten von Syrien bis Palästina unter ägyptische Oberhoheit zu bringen, waren noch weitere 15 Feldzüge notwendig, da einige Städte immer wieder versuchten  sich von der ägyptischen Vormachtstellung zu lösen., was ihnen aber letztendlich nicht gelang. 1446 v. Chr. drang das ägyptische Heer noch weit in das Mitanni-Reich ein, besetzte Kadesch und Karkemisch (Karkemiš), eine Stadt der Mitanni und der Hethiter.
In den letzten Jahren seiner Regierungszeit führte Thutmosis III. das ägyptische Heer auch noch nach Süden stromaufwärts bis zum 4. Katarakt, um in Nubien Aufständische zu unterwerfen. Während unter Hatschepsut noch Handelsexpeditionen die Außenpolitik bestimmten.Thutmosis III. war ein Machtpolitiker, er dehnte die Grenzen Ägyptens so weit aus, wie kein anderer Herrscher Ägyptens, er war einer der ganz großen und erfolgreichen Feldherrn des Landes, der das ägyptische Heer sogar bis an das vorderasiatische Gebiet am oberen Euphrat geführt hatte. Ziel der militäriosch ausgerichteten Außenpolitik war es, die Bündnisse der vorderasiatischen Machthaber zu zerschlagen und die absolute Vormachtstellung des immer stärker werdenden Mitanni-Reichs für immer zu beenden. Zu diesem Zweck wurden nach jedem Feldzug die Kinder der besiegten Fürsten nach Ägypten gebracht um dort zu loyalen Verbündeten Ägyptens ausgebildet und erzogen zu werden. Später schickte man diese Kinder zurück in ihre Länder, damit sie die imperiale Politik Ägyptens unterstützten und festigten. Ägyptische Beamte verwalteten die Versallengebiete, die gleichzeitig eine gesicherte Pufferzone für die ägyptische Außengrenzen waren, zusätzlich waren sie aber auch durch hohe Tributzahlungen eine gewinnbringende Einnahmequelle für das ägyptischen Pharaonen-Reich.

Bild 8 und 9: Elegante Kopfstudien der stehenden Statue aus Grauwacke (siehe auch Bild 7) von Thutmosis III. aus dem Luxor Museum, Ägypten.

Bautätigkeit

Thutmosis III. wurde auch bekannt durch seine zahlreichen Denkmäler und Bauten im ganzen Land. und über die Südgrenze Ägyptens hinaus. Der ägyptische Einflußbereich in Nubien dem heutigen Sudan reichte bis zum 4. Katarakt, wo Thutmosis III. verschiedene Tempel erweitern und neu erichten ließ. Seine ganz besondere Bautätigkeit fand im heiligen Zentrum des ägyptischen Reiches statt. Im Tempelbezirk des Amun in Karnak wurden unter Thutmosis III. wurden zahlreiche Neuerungen gebaut, erweitert und restauriert. Als Beispiel sei hier  auch die Rote Kapelle erwähnt, ein Barkenheiligtum, das Hatschepsut ursprünglich errichten ließ, Thutmosis III. vollendete später unter seinem Namen diesen Bau. Thutmosis III. veranlaßte in Karnak auch den Neubau des Ptah-Tempels, Ptah war der Hauptgott der alten Reichsstadt Memphis und besaß wie der bedeutende Reichsgott Amun eine Kultstätte in Karnak. Auch die Festhalle Achmenu sollte in Karnak nicht unerwähnt bleiben. Gleich in der Eingangshalle befinden sich die berühmte „Königstafeln von Karnak“ mit den Namenskartuschen von 62 seiner Vorgänger. Für Ägyptologen von hoher Bedeutung, weil auch die Herrscher der Zwischenzeiten erwähnt sind. In einem weiteren Raum der Festhalle befindet sich der sogenannte „Botanische Garten“ mit Reliefdarstellungen vieler Tier- und Pflanzenarten, die weniger naturkundliches darstellen, sondern mehr die mitgebrachten Dinge aus der Natur von seinen zahlreichen Feldzügen. Im Saal der Annalen im Amun-Tempel in Karnak findet man von Thutmosis III. an einer Wand alle wichtigen Daten und Fakten zu seinen siegreichen Feldzügen. Aber auch die Pylone VII. und VIII. gehen auf die Bautätigkeit von Thutmosis III. zurück, auch wenn vermutlich seine Vorgängerin Hatschepsut schon mit dem Bau begonnen haben soll.
In Theben- West in Deir el-Bahari errichtete Thutmosis III. seinen Totentempel zwischen den Terrassentempeln von Mentuhotep II. und seiner Vorgängerin Hatschepsut. Von diesem Tempel ist allerdings kaum etwas erhalten geblieben.

Bild 10 Kartuschen von Thutmosis III.

Bild 10: Dieses Fragment, ein Kalkstein Block aus dem Al-Deir al-Bahari Tempel Luxor, Ägypten zeigt die Namenskartuschen von Thutmosis III. Die Kartusche links im Bild zeigt den Thronnamen Men-cheper-Re – Der von dauernder Gestalt ist der Re und die Kartusche in der Mitte den Eigennamen Djehutimes – Thot ist geboren. Die Kartusche ganz rechts oben zeigt noch ein Teil des Thronnamens von Thutmosis I. Aa-cheper-ka-Re -Groß an Gestalt und Ka, ein Re. Thutmosis III. trug wie drei weitere Pharaone der 18. Dynastie, den Geburtsnamen „Thutmosis“, “ Thot ist geboren“. Zur damaligen Zeit war es Tradition, den Geburtsnamen des Königs mit dem Namen eines Gottes zu bilden. Vier andere Könige dieser Dynastie bekamen zu Geburt den Namen „Amenophis“ – „Amun ist gnädig“. Dieser Kalkstein Block steht heute im Luxor Museum, Ägypten

Regierungs– und Familiendaten von Thutmosis III.

Regierungszeit: Wahrscheinlich 1479- 1425 v. Chr.
Eigenname: Djehutimes – Thot ist geboren, Thutmosis
Thronname: Men-cheper-Re – Der von dauernder Gestalt ist der Re
Mutter : Isis, eine Nebenfrau von Thutmosis II.
Vater : Thutmosis II.
Brüder:
Schwestern:
Ehefrauen: Hauptfrau: Große königliche Gemahlin Satiah, Nebenfrauen: Nebtu, Merti, Menhet und Menui.
Töchter: Nefertari, Merit-Amun, Baket
Söhne: Amenhotep II, Thutmosis, Amenemhet
Vorgänger: Hatschepsut
Thronnachfolger : Amenophis II

Fotos: (c) Michael Kürschner (8), Christel Selke (3)