Sphinx (ägyptisch)

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Ägyptische Sphingen
Sphinx (ägyptisch)
Statuen von Fabelwesen und Sinnbild der Herrscher

Bild 1: Der menschenköpfige Sphinx in Giza mit den Gesichtszügen von Pharao Chephren auf seinem Kopf trägt der Sphinx das Nemes-Tuch als Königswürde und es wirkt wie eine Mähne zum mächtigen Löwenkörper der Sphinx.  Bild 2:  Der Sphinx von Giza (Gizeh) ist der größte seiner Art in der ganzen Welt. Er wurde wahrscheinlich von Pharao Chephren erbaut in der 4. Dynastie zwischen 2570 bis 2530 v. Chr.(1).  Der löwenartige Körper mit einer Länge von 73 m und einer Höhe von 20 m mit dem Kopf des Herrschers wurden aus dem Fels geschlagen. Im Hintergrund die zweitgrößte Pyramide von Chephren mit der Höhe v on 136 m.

Der große Sphinx und die mythologische Bedeutung der ägyptischen Sphingen

Der ägyptische Sphinx ist immer eine löwengestaltige Statue und ein Fabelwesen mit einem Menschen-, Falken- oder Widderkopf. Der große Sphinx von Giza ist der größte aller Sphingen. Der Sphinx bewacht den Pyramidenbezirk des Pharaos und wurde als Abbild des Sonnengottes Harachte und des Horus am Horizont angesehen. So wäre auch die Symbolik der Sphingen-Statuen umschrieben, denn sie bewachen die Zugänge zu den Tempeln, sie schützen Grabkammern, sie bewachen Haus, Hof und Palast, sie schlagen Feinde und strecken ihre Waffen nieder. Durch den Löwenkörper versinnbildlichen Sphingen-Statuen die Kraft und Macht eines Löwen und werden meist auch in Bezug zu männlichen Herrschern gestellt, obwohl es auch schon zahlreiche Sphingen mächtiger Frauen in der ägyptischen Geschichte gab. In Verbindung von Löwenkörper und Königskopf rahmte man manchmal das Gesicht des Herrschers bzw. Herrscherin auch mit einer Löwenmähne ein, um stärker mehr männliche Züge eines Löwen zu verleihen mit der Kraft des Sonnengottes. So sollen sich die menschliche Intelligenz und die Kraft der mächtigen Raubkatze zu einem göttlichen Wesen vereinen.
Das uns heute bekannte Wort Sphinx stammt aus dem griechischen, doch der ursprüngliche altägyptische Name für derartige Statuen lautete „schesep anch“ ,übersetzt: „lebendiges Abbild“. Der griechische Begriff entstammt dort auch der Mythologie, es war die Tochter der Ungeheuer Typhon und Echidna. Der Sphinx im ägyptischen entstammt zwar auch der Mythologie und ähnelt auch im Aufbau einer Statue wie man sie auch im späteren Griechenland vorfand, doch Sinn der Sphingen im ägyptischen hat eine andere Bedeutung und steht eher für eine herrschaftliche Macht und göttlichen Kraft etwas zu beschützen. Hintergrund dafür war immer die Beziehung zwischen Herrscher und dem Sonnengott, als dessen Sohn er galt.
Der außergewöhnliche Sphinx von Giza ist in seiner Größe und Art auch in Ägypten eine historische Einmaligkeit. In der gesamten pharaonischen Zeit wurden Sphingen-Statuen ständig errichtet und besonders im Neuen Reich in der 18. bis 20. Dynastie  zwischen 1550 bis 1070 v. Chr. erlangten sie sogar noch eine Hochkultur.

Verschiedene Beispiele ägyptischer Sphingen:

Bild 3: Sphinx  von Amenemhet III., sie stammt aus Tanis und steht heute im Ägyptischen Museum in Kairo. Der Sphinx symbolisiert die übermenschliche Macht und die wilde Kraft des Herrschers. Der strenge Gesichtsausdruck der löwenartigen Sphinx war typisch für die Bildhauerkunst im Mittleren Reich. Der Sphinx  hat eine Gesamthöhe von 150 cm und eine Länge von 236 cm und das Material besteht aus grauen Granit. Bild 4: Kleiner Sphinx von Tutanchamun aus der 18. Dynastie, steht heute im Luxor Museum. Bild 5:  Dieser kleine Sphinx der Hatschepsut mit einer Höhe von nur 62 cm, stammt aus der ersten Zugangsrampe  ihres Totentempels in Deir el-Bahari. Der Hieroglyphentext unter dem Zeremonialbart deutet auf den Namen der Pharaonin und bedeutet “ Maatkare, geliebt von Amun und ausgestattet mit dem ewigen Leben“. Diese Sphinx steht im Ägyptischen Museum in Kairo.

Bild 6: Kleiner Sphinx von Thutmosis III. (* um 1486 v. Chr.; † 4. März 1425 v. Chr.), steht heute im Luxor Museum. Bild 7: Sphinx mit dem typischen Nemes-Kopftuch, das Material besteht aus Calcit. Die Gesichtszüge lassen eindeutig durch die Augen und dem Kinn auf Pharao Tutanchamun schließen, 18. Dynastie. Fundort war der Mut-Tempel in Karnak. Heute steht diese Sphinx-Statue im Luxor Museum. Bild 8: Weiblicher Sphinx von Schepenupet II. einer Gottesgemahlin des Amun, sie besteht aus Granit, stammt aus der 25. Dynastie in der Spätzeit um 660. v.Chr., gefunden wurde sie ursprünglich in der Tempelanlage von Karnak (Ägypten) und steht heute im Ägyptischen Museum Berlin. Schepenupet II. stammt aus der sogenannten Kuschitenzeit, war eine Tochter des Pharaos Pije und eine Schwester des späteren Pharaos Taharqa. Schepenupet II. hatte eine scheinbar hohe königliche Stellung. In der typischen Form eines Sphinx hält sie eine Gefäß mit Widderkopf in den Händen, was der Symbolik des Gottes Amun entspricht.

Bild 9:.Die großen Widdersphingen auf der rechten Seite vor dem 1. Pylon des Karnak Tempels. Die Statuen haben einen Löwenkörper mit einem Widderkopf und Ramses II. steht im Schutz dieses Geschöpfes zwischen den Tatzen. BIld 10: Widderköpfige Sphingen im großen 1. Hof des Amun-Tempelbezirks in Karnak, dort stehen sie an den Seiten der Bubastidensäulen. Sie standen einst im Zentrum des Geländes und führten als Sphingenalle den Weg zum heutigen 2. Pylon. Als Pharao Taharqa seinen Kiosk errichtete, standen diese Widdersphingen mit der Statue von Ramses II. im Weg  Er ließ sie einfach nur an die Seite stellen, wo sie heute nach über 2600 Jahren noch immer stehen. Die Widdersphingen symbolisieren den Gott Amun und bei allen Sphingen steht zwischen den Beinen bis zum Kinn des Widderkopfes die Figur von Pharao Ramses II.

Bild 11: Die menschenköpfigen Sphingen von Luxor flankieren die historische Straße, die zum Eingangstor des Luxor Tempels führen. Sie stammen aus der absoluten Spätzeit des Ägyptischen Reiches aus der 30. Dynastie zwischen  380 – 342 v. Chr. Bild 12. Blick beim verlassen des Tempels von Luxor auf einen gut erhaltene Sphinx auf der rechten Seite der Sphingenalle.

(1) nach Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 102–103.

Fotos: (C) Michael Kürschner (8), Christel Selke (4)