Nofretete

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Land und Leute Ägypten

Nofretete
Große Königliche Gemahlin von Echnaton (Amenophis IV.)

Zur Person von Nofretete

Nofretete war die Große Königliche Gemahlin von Pharao Echnaton (Amenophis IV) in der 18. Dynastie. In Ägypten und meist im englischsprachigen Raum wird Nofretete auch Nefertiti genannt. Ihr Name „Neferet-iti“ bedeutet übersetzt „Die Schöne ist gekommen“. Nach Einführung des Aton-Kults bekam sie von Echnaton auch den Beinamen Nefer-neferu-Aton – „Schön sind die Schönheiten des Aton“. Nofretete muß demnach eine außergewöhnliche Schönheit gewesen sein. Über die Macht ihrer Schönheit hinaus, spielte Nofretete aber als Große Königin der Amarna-Zeit auf der politischen und religösen Bühne vermutlich eine wesentlich bedeutendere Rolle. Der archäolgischen Welt wurde Nofretete erst 1912 richtig bekannt durch den Fund ihrer Büste in Tell el-Amarna. Trotz intensiver Forschungen bleibt Nofretete bis heute eine rätselhafte und geheimnisvolle Frau und Königin in einer außergewöhnlichen Amarna-Zeit im Neuen Reich. Über die Herkunft der schönen Nofretete ist kaum etwas bekannt, es gibt auch keine sicheren Belege, weshalb ihr Leben vor der Heirat mit Amenophis IV. (Echnaton) spekulativ im Dunkel der Geschichte verborgen liegt. Vermutungen gehen davon aus, dass Nofretete aus höfischem Adel stammen könnte und eventuell sogar eine ausländische Herkunft hat, die in Syrien liegen könnte. Weitere Vermutungen gehen davon aus, Nofretete muss schon als Kleinkind in Ägypten gelebt haben. Schwache Belege im Königsgrab ihres Mannes deuten auf Tij als ihre Amme hin. Tij war die Gattin von Eje II. der später im betagten Alter auch noch die Würde eines Pharaos als Nachfolger von Tutanchamun erreichen konnte. Als Nofretete ihren Mann heiratete hieß er noch mit dem Geburtsnamen Amenophis IV., erst mit der Gründung des Atonkultes nannte er sich um in Echnaton. Nofretete war seine Hauptfrau und sie brachte sechs Töchter mit Echnaton als Vater in die königliche Familie und keinen Sohn. Auch ihre Rolle als Königin läßt viele Spekulationen zu, denn Nofretete war nicht nur die Mutter und die schöne Königin an der Seite ihres Mannes. Echnaton hatte Nofretete frühzeitig in die Staatsgeschäfte eingebunden und ihr Einfluss auf das politische Geschehen des Landes wurde so groß,  dass man sie sogar mit einer Pharaonenkrone darstellen ließ. Die Bilder 9 und 10 zeigen zeigen ihren Thronsessel der das bedeutsame Symbol der „Vereinigung der Beiden Länder“ von Ober- und Unterägypten trägt, was auch ihrem politisch bedeutsamen Titel entsprach.
1340 v. Chr., als die Amarna-Zeit ihren politischen Höhepunkt erreichte, verschwand urplötzlich die geheimnisvolle Königin Nofretete von der politischen Bildfläche. Ihr Name verschwindet im ganzen Land, als hätte es die Königin Nofretete nie gegeben. Der Zeitpunkt ihres Todes ist genauso unbekannt, wie ihr Grab und selbst ihre Mumie ist bis zum heutigen Tage nicht gefunden worden.

Bild 1: Die Büste der Nofretete vor einem zeitgenössischem Wandrelief aus der Amarna-Zeit als Abbildung auf einem Messebrief (2013). Bild 2: Die weltberühmte Büste der Nofretete auf einer Briefmarke in Deutschland (2013), sie erschien zum Thema „Schätze in deutschen Museen“. Die Büste der Nofretete gehört heute zu den bedeutendsten Ausstellungsobjekten im Ägyptischen Museum in Berlin.

Die Büste der Nofretete

Der Kopf der Nofretete, zählt zu den außergewöhnlichsten Meisterwerken altägyptischer Kunst. Dieses porträthafte Bildwerk gilt als eine der faszinierendsten Schöpfungen und als eine  Höchstleistung ägyptischer Bildhauer. Die Büste Königin Nofretete hat eine Höhe von 48 cm, sie besteht aus Kalkstein und hat nach einem Alter von über dreitausend Jahren noch ihre originale farbige Bemalung.  Man kann sie heute im Ägyptischen Museum in Berlin (Neues Museum) bewundern. Die Büste hat eine starke Symbolkraft und gilt weltweit als Ikone der antiken Kunstgeschichte. Abseits der strengen Regeln im ägyptischen Kunsthandwerk der Antike ist die Büste der Nofretete eine realbezogene und lebendige Darstellung einer reifen Frau, die mit ihrer Schönheit auch ihre Macht zur Ausstrahlung bringt.  Diese feine Ausarbeitung der makelos wirkenden Gesichtszüge scheint einmalig zu sein, war aber typisch für die späte Amarna-Zeit. Diese Büste diente in der Bildhauerwerkstatt des Thutmosis wahrscheinlich bei der Anfertigung von Statuen der Königin als Vorlage. Obwohl sie auf den Betrachter vollendet erscheint, war die Büste als Modell wohl unvollendet geblieben und das würde auch erklären, warum das zweite Auge nie eingefügt worden ist.
Die Büste der Nofretete wurde im Dezember 1912 von dem deutschen Archäologen Ludwig Borchardt bei seinen Ausgrabungen in Tell el-Amarna, der ehemaligen antiken Hauptstadt von Echnaton Achet-Aton, in der Werkstatt des Bildhauers Thutmosis entdeckt.

Nofretete und ihre königliche Macht der Schönheit

In den Texten der Amarna-Zeit wird die Königin Nofretete als die „edle Herrin voller Liebreiz und Schönheit“ und ausgestattet mit allen Tugenden beschrieben. Nofretetes Schönheit muß am Hofe ohne Zweifel viel Aufsehen erregt haben und viele Künstler verewigten sie in zahlreichen Darstellungen auch gemeinsam mit ihrem Mann.

Bild 3 – 5: Auch diese Standschreitfigur der Nofretete im reifen Alter scheint eine unvollendete Darstellung zu sein, sie stammt ebenfalls aus der späten Amarna-Zeit um 1345 v. Chr. und zeigt schon selbst als Modell eine realbezogene Natürlichkeit. Im Gegensatz zur späten Amarna-Zeit waren die künstlerischen Darstellungen in der Frühphase dieser Zeit eher karikaturhaft und absolut untypisch für die darstellende altägyptische Kunst. Bild 6: Unvollendeter Statuenkopf der Königin Norfretete mit Korrekturangaben des Bildhauers.aus Kalkstein um 1340 v. Chr. Ägyptisches Museum Berlin.

Nofretete und ihre Rolle in der Amarna-Zeit

Nofretete verbrachte ihre gesamte Kindheit in Theben und auch die ersten Ehejahre mit ihrem Mann Amenophis IV. (Echnation) erlebte sie in der Regierungs- und Kulturhauptstadt Theben. Für Amenophis IV. der eine monothistische Politik für Ägypten umzusetzen versuchte, war Theben zu stark von den Tempeln und Festen der alten Götter geprägt. Er ließ zu Beginn seines 6. Regierungsjahres mit Achet-Aton (Horizont des Aton) eine neue Hauptstadt errichten, um seiner Kulturrevolution mehr Spielraum für den Sonnenkult des Aton zu bieten. In dieser Stadt nahm Amenophis IV. auch den Namen Echnaton an und er zog mit seiner Gemahlin Nofretete und dem gesamten Hofstaat von Theben nach Achet-Aton. Der heutige Name dieses Gebietes lautet Tell el-Amarna und liegt etwa 380 km nördlich von Theben (Luxor) und etwa 312 km südlich von Kairo.
Über das eigentliche Leben Nofretetes ist kaum etwas bekannt, Es scheint jedoch sicher zu sein, dass sie aktiv am politischen und religiösen Alltag ihres Landes beteiligt war (siehe auch Bilder 7 bis 12). Viele Darstellungen zeigen die Königin im Kreise ihrer Familie unter den energiebringenden Strahlen des Aton-Sonnenkultes. Weniger religiös, aber geprägt von politischer Machtfülle , zeigen viele Abbildungen Nofretete auch auf dem Balkon des Palastes bei der Verteilung  von Gaben an verdiente Würdenträger des Staates. Es gibt aber auch die symbolische Darstellung auf einem Streitwagen stehend und die traditionelle Abbildung mit der Keule in der Hand, mit der sie Feinde erschlägt. Derartige Darstellungen galten in der ägyptischen Antike ausnahmslos als pharaonische Symbolik politischer Macht. Auch auf den berühmten Grenzstelen der Stadt ist Nofretete bei der Anbetung des Gottes Aton gemeinsam mit Echnaton und den Töchtern abgebildet. Echnaton hatte zwar viele Frauen, doch seine geliebte Große Königliche Gemahlin Nofretete, war ihm die wichtigste in seinem Leben und sie unterstützte ihn massiv in seinem politischen Wirken. Man könnte schon fast davon ausgehen, dass sie vermutlich die eigentliche realpolitische Herrscherin war und ihn deshalb in seinen künstlerischen und religösen Ausführungen intensiv bestärkte. Nicht nur Echnaton bewunderte seine Frau, sie war auch im ägyptischen Volk wegen ihrer außergewöhnlichen, fast übernatürlichen Schönheit, hoch verehrt. Ihr öffentliches Auftreten als stolze und selbstbewußte Frau und „edle Herrin voller Liebreiz“ brachte ihr im Volk viel Respekt und Ruhm ein. In der ägyptischen Geschichte gilt sie daher auch als erste Frau, die die Position einer Königin und Göttin erreichte. Die große Verehrung durch das Volk, brachte ihr in Achet-Aton sogar die Rolle einer heiligen Mutter- und Schutzgöttin ein. Vermutlich war sie auch im politischen Alltag beliebter und angesehener als ihr Gemahl und Pharao Echnaton.
Um 1340 – 1338 v. Chr. muß es wohl einschneidende Maßnahmen gegeben haben. Nofretete verschwindet plötzlich aus dem Blickfeld der Geschichte. War sie verstorben, getötet worden oder in schwere Ungnade gefallen? Für Historiker und Ägyptologen eine noch ungelöste, rätselhafte Phase in der Armana-Zeit. Geheimnisvoll bleibt auch die Anordnung Echnatons, dass alle Namensnennungen von Nofretete im öffentlichen Leben Ägyptens ausgelöscht werden sollen.

Bild 7: Altarbild als Tafelrelief in einer typischen Darstellung aus der Amarna-Zeit um 1353-1336 v. Chr. Das Königspaar Echnaton und Nofretete spielen mit ihren kleinen Töchtern unter den wohltuenden Strahlen des Gottes Aton. Die Reliefdarstellung der königlichen Familie ist extrem stilisiert, mit länglichen Köpfen, vorspringenden Bäuchen, breiten Hüften, dünnen Armen und Beinen und übertriebenen Gesichtszügen. Diese Kalkstele hat die Breite von 39 cm und eine Höhe von 43,5 cm, sie wurde 1912 von Ludwig Borchardt (1863 – 1938), einem deutschen Ägyptologen in Tell-el-Amarna, entdeckt. und erlangte eine ganz besondere Bedeutung. Dieses Wandbild wurde gemeinsam mit der heute berühmten Büste der Nofretete gefunden und da zu dieser Zeit Ägypten unter kolonialer Verwaltung stand, galt das Prinzip der Fundteilung. Die Deutsche Oriental Gesellschaft konnte übereinstimmend die Büste (Bild 1 und 2) aus Ägypten nach Deutschland bringen und das Altarbild blieb dafür in Ägypten.,Ägyptisches Museum Kairo 2018. Bild 8: Das Königliche Paar Echnaton und Nofretete nehmen das Mahl ein unter den Strahlen des Gottes Aton, dargestellt auf einer Stele um 1345 v. Chr.. Bild 9: Idyllisches Familienbildnis und typisch für die Amarnazeit unter Echnaton. In keiner anderen Pharaonenzeit gab es familiäre Darstellungen der Herrscher, wie unter Echnaton. Diese Reliefdarstellung auf einem Hausaltar zeigt Echnaton mit seiner Nofretete und drei ihrer Töchter unter den Strahlen des Gottes Aton, um etwa 1345 v. Chr. aus Amarna. Bild 10: Detailausschnitt vom Hausaltar (Bild 9) mit Nofretete und zwei ihrer Töchter die sie zärtlich bemuttert. Der Thron von Nofretete trägt das bedeutsame Symbol der „Vereinigung der Beiden Länder“ von Ober- und Unterägypten, was auch ihrem Titel entsprach, Ägyptisches Museum Berlin.

Bild 11: Die Königsfamilie auf einem Tafelrelief bei der rituellen Anbetung des Gottes Aton. Die typische Anbetungsszene zeigt Echnaton mit der Großen Königlichen Gemahlin Nofretete und den beiden Töchtern Meritaton und Maketaton. Dieses aus Kalkstein gefertigte Reliefbild hat eine Höhe von 53 cm und eine Breite v on 48 cm. Die Tafel wurde bei Grabungen  unter den Trümmern des königlichen Grabes in Amarna entdeckt. Man vermutet, dass sie für die zweite Tochter Machetaton bestimmt war, die bereits im Kindesalter verstarb. Auch diese Reliefdarstellung stammt wahrscheinlich aus der frühen Amarna-Zeit, weil sie die für diese Zeit typische künstlerische Überzeichnungen der dargestellten Personen dokumentiert. Ägyptisches Museum Kairo, Ägypten 2018.  Bild 12: Detailausschnitt von einem aus Kalkstein gefertigten Altar. Die farbliche Darstellung aus der frühen Amarna-Zeit zeigt die Königsfamilie in einer rituellen Opfer- und Anbetungsszene unter den Strahlen des Gottes Aton, angeführt von Echnaton und gefolgt von Nofretete, die eine Tochter an der Hand hält. Nofretete trägt die hohe blaue Tiara, wie sie auch mit der berühmten Büste dargestellt wurde. Als Bekleidung trägt sie eine lange transparente Tunika. Der Altar hat die Form eines Pylons mit zwei symetrischen Türmen, mit einer Breite von 118 cm und einer Höhe von etwa 98 cm. Entdeckt wurde dieser Altar bei Ausgrabungen in Tell el-Amarna, Ägypten. Bewundern konnte man diesen Altar im Ägyptischen Museum Kairo (2018).  Bild 13: Nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Mode gab es in der Amarnazeit eigene Akzente. Fragment einer Doppelstatue an der man noch deutlich den Kleiderstil der feinen Damen zur Zeit der Nofretete erkennen kann. Auf Reliefs und Skulpturen ist Nofretete immer nach der damaligen Mode gekleidet. Das Gewand war aus hauchdünnem und sehr feinem plissiertem Leinen und umhüllte eher die weiblichen Körfperformen, als dass es sie bedeckte. Über das Kleid kam ein Überwurf, der unter der Brust fächerartig geknotet wurde.

Familiendaten von Königin Nofretete

Bild 14: Porträtköpfe des Königspaares Echnaton (links) und Nofretete (rechts), um 1340 v. Chr. aus Amarna in der späten Kunstphase der Amarna-Zeit, Ägyptisches Museum Berlin.

  • Geboren: um etwa 1370 v.Chr., vermutlich in Theben, Ägypten
  • Verstorben: die Umständes ihres Todes, der Ort oder das Todesjahr sind unbekannt.
  • Ehepartner: Echnaton (Amenophis IV.)
  • Titel: „Große Königliche Gemahlin“, „Herrin der Beiden Länder“ von Ober- und Unterägypten,
  • Eltern: über Herkunft und Abstammung gibt es nur Vermutungen
  • Söhne: es ist nicht bekannt, ob sie einen Sohn bekam.
  • Töchter: Anchesenamun, Neferneferuaton tascherit, Meritaton, Neferneferure, Setepenre, Maketaton

Nofretete nach dem Tod Echnatons

Ob Nofretete schon vor dem Tod Echnatons als Königin verstarb oder ob sie den „Ketzerkönig“ als ihren  Gemahl überlebte, ist nicht bekannt. So geheimnisvoll und rätselhaft Nofretete als Ikone der Amarna-Zeit an der Seite Echnatons die politische Entwicklung dieser Zeit als Große Königliche Gemahlin und Mitregentin gestaltete, so rätselhaft ist auch ihr verschwinden von der politischen Bühne ihrer Zeit, bereits 4 – 5 Jahre vor dem Tod Echnatons. Der Kulturrevolutionär Echnaton selbst verstarb wohl im 17/18. Regierungsjahr eines natürlichen Todes und ob Nofretete ihn überlebt hat bleibt eine entscheidende Frage, die die Forschung noch nicht beantworten kann. Alle Thesen zum Schicksal der Nofretete ob sie vor oder nach Echnaton gestorben ist., bleiben stark umstritten. Nach Echnatons Tod im Jahr 1335 v. Chr. gab es ein Interregnum von etwa vier Jahren, bevor sein Sohn Tutanchamun den Thron bestieg und erst ab dieser Zeit gibt es wieder eine geregelte und bekannte Thronfolge. Mit dem Tod von Echnaton begann der Zerfall der Amarna-Zeit und der Aton-Kult beginnt zu zerbrechen. Aber wer regierte das Land in den vier Jahren einer Zwischenregierung scheinbar konfliktfrei im erneuten Umbruch des Landes. Für diese vier Jahre häufen sich viele Spekulationen unter den Historikern und Ägyptologen. Hartnäckig hält sich die Theorie, Nofretete war noch nach ihren Verschwinden im 14. Regierungsjahr Echnatons am Leben. Er ließ ihren Namen landesweit löschen und Nofretete nahm eine neue Identität an. Als Semenchkare wurde sie Mitregent und trat nach dem Tod Echnatons als Pharao Semenchkare die Thronfolge an. So überbrückte sie das Interregnum bis zur regulären Inthronisierng von Tutanchamun. In einer weiteren Theorie hat Nofretete ihren Mann nicht überlebt und ein unbekannter Mitregent Echnatons und wurde durch die Heirat mit Meritaton der ältesten Tochter von Nofretete zum legitimen Nachfolger Echnatons. Frei von jeder Spekulations bleibt jedoch die Tatsache, dass die sagenhafte Nofretete als berühmte Frau und Königin der ägyptischen Antike eine geheimnisvolle Persönlichkeit war, die noch heute mit ihrem rätselhaften Leben uns alle  mit Spannung in ihren  Bann zieht.

Das Grab der Nofretete und ihre Mumie

Das sagenhafte Geheimnis der Nofretete reicht bis zu ihren Tod. Weder der Zeitraum ihres Todes noch das Grab sind bekannt und wilde Spekulationen ranken zahlreich um den Tod der Nofretete. Sollte sie gar als Pharao Semenchkare überlebt haben, werden die Wirren um ihren Tod noch rätselhafter, denn dann müsste sie nochmals unbekannt die politische Bühne in der Endphase des Interregnum verlassen haben. Ihre Mumie ist bis heute noch nicht gefunden worden.
Der englische Ägyptologe Nicholas Reeves geht nach technischen Untersuchungen von der Theorie aus, dass die Begräbnisstätte der Nofretete im Grab (KV62) von Tutanchamun liegen könnte. Das Grab des jungen Tutanchamun wurde in Eile erstellt und besteht praktisch und außergewöhnlich nur aus einer Vorkammer, was für einen Pharao nicht würdig erscheint. Die Zugänge zu weiteren Grabkammern der Nofretete wurden zugemauert, um ein notdürftiges Grab in einer Vorkammer eines bestehendes Grabes einzurichten.  Es gibt einige Indizien, die für diese Theorie sprechen könnten  Mit Spannung bleibt abzuwarten, was weitere Forschungen ergeben werden für eine sichere Entdeckung des Grabes der Nofretete.

Fotos: (c) Michael Kürschner (7), Christel Selke (8)