Nehemes Bastet

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Nehemes Bastet
Die “ Sängerin des Amun“

Zur Person von Nehemes Bastet

Nehemes Bastet war eine altägyptische Priesterin und die Tochter eines Hohepriesters des Amun in Karnak. Sie trug den bedeutenden Titel „Sängerin des Amun“. Schweizer Ägyptologen datieren ihre Lebenszeit in die 22. Dynastie, etwa 900 Jahre v. Chr. Ihre gut erhaltenen sterblichen Überreste wurden in einem Holzsarkophag im „Tal der Könige“ rein zufällig im KV 64 von einem schweizer Team von Ägyptologen gefunden. Untersuchungen der Mumie ergaben ein wahrscheinliches Lebensalter von nur etwa 20 Jahren.

Bild 1: Der offene Sarkophag von Nehemes Bastet im Luxor Museum (Stand 15.März 2020), im Hintergrund eine grafische Darstellung vom Lageplan im Tal der Könige mit dem Standort von KV 64. Links im Vordergrund die berühmte und einzigartige Holzstele, die man im Grab KV 64 gefunden (siehe auch Bild 5 und 6).

Bild 2: Das Oberteil vom Sarkophag der Nehemes Bastet im Luxor Museum

Bild 3: Die gut erhaltene und noch orginal eingewickelte Mumie von Nehemes Bastet in ihrem originalen Holzsarkophag, wie er auch im KV 64 gefunden wurde der heute im Luxor Museum in Ägypten steht. Bild 4: Kopfteil vom Oberteil des Sakrophags der Nehemes Bastet.

Sensationelle Entdeckung eines ungeöffneten Grabes KV64 im Tal der Könige

Einem ägyptologischen Team vom „University of Basel Kings’ Valley Project“ unter der Leitung von Professorin Susanne Bickel aus Basel entdeckte mit dem KV64 im Januar 2011 ein bisher unbekanntes und ungeöffnetets Grab. Die Sensation schien perfekt zu sein, doch die Wirren und das Chaos des sog. „Arabischen Frühlings“ mit revolutionären Zündstoff genau zum Zeitpunkt der Entdeckung verhinderten aus Gründen der Sicherheit weitere Grabungen. Ein Jahr später konnte das unberührte Grab am 12. Januar 2012 geöffnet werden  Bei der Grabstätte handelt es sich um ein in den Fels gehauenes Einkammergrab, dass nur über einen Schacht zugänglich war. Mit seiner Höhe von 2 Meter und einer Länge von nur 4 Metern zählt dieses Grab zu den ganz kleinen im Tal der Könige. In diesem undekorierten Grab fand man einen gut erhaltenen Holzsarkophag, der die unberührte Mumie einer Frau mit dem Namen „Nehemes Bastet“ enthielt, ihre Mumie ist perfekt bandagiert und erhalten. Die weitere Sensation lag im Fund der kleinen Holzstele neben dem Sarg. Die Farbmalerei ist perfekt erhalten, man kann den Eindruck haben, dass das Bildnis erst vor kurzem gemalt wurde. Den offenen Sarkophag mit der Mumie der Nehemes Bastet und ihre Holzstele kann man heute im Luxor Museum in Ägypten aus nächster Nähe bewundern.
Das Grab KV64 hatte für die Forscher aber noch eine weitere Überraschung parat. Das Einkammergrab war schon 500 Jahre früher als Begräbnisstätte genutzt worden und stammt wahrscheinlich aus der 18. Dynastie, einer Zeit, wo man im Tal der Könige begann die letzten Ruhestätten für die Pharaonen einzurichten. Den Nachweis einer früheren  Beisetzung einer weiblichen Person  fand man in diesem bescheidenen Einkammergrab unter einer tiefer gelegenen Schuttschicht. Im Gegensatz zum unberührten Grab von Nehemes Bastet, war das ältere und verborgene Grab vermutlich bereits von Grabräubern systematisch ausgeplündert worden. und sogar ihre Mumie wurde geschändet.

Bild 5: Diese sehr kleine und farblich einwandfreie Holzstele war das einzige Artefakt, was man neben dem Sarg gefunden hat. Die Szene zeigt vermutlich Nehemes Bastet vor dem sitzenden Sonnengott Amun. Alle Farben sind so perfekt und nicht verblasst und nach Ausssage von Frau Susanne Bickel, Professorin für Ägyptologie an der Universität Basel “ Es hätte gestern aus einem Lagerraum kommen können.“ Man darf dabei nicht vergessen, dass die Farben ein Alter von knapp 3000 Jahren haben. Bild 6: Detailausschnitt aus der kleinen Holzstele (Bild1) mit der zarten Darstellung von Nehemes Bastet in einem fließenden Gewand.

Fotos: (c) Michael Kürschner (4), Christel Selke (1)