Grab von Merenptah

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Land und Leute Ägypten

4. Pharao aus der 19. Dynastie im  Neuen Reich
Das Grab von Merenptah
Grab von Merenptah im Tal der Könige im KV 8

Bild 1: Informative Schautafel vom Grab Merenptah vor dem Eingang zum Grab KV 8. Bild 2: In der Eingangshalle zum Tal der Könige befindet sich ein transparentes und naturgetreues Modell vom Tal der Könige mit der Lage der verschiedener Gräber. Der Hinweis auf die Lage vom Grab Merenptah KV 8 haben wir natürlich nachträglich auf diesem Foto ergänzt. Bild 3: Dieses Foto zeigt die Unterseite vom Modell mit vielen Gräbern wie sie in ihrer Gestaltung der Architektur tief in den Fels gehauen wurden. Im Mittelpunkt dieses Bildes der unterirdische Lageplan von KV 8 dem Grab von Merenptah.

Grab Merenptah KV 8

Merenptah kam als Sohn von Ramses II. als 4. Pharao der 19. Dynastie erst im hohen Alter an die Macht, er verstarb bereits in seinem 10 . Regierungsjahr 1203 v. Chr. und bestattet wurde er im Tal der Könige, in dem heute registrierten Grab KV 8. Die große Besonderheit des Grabes liegt in seiner Bauweise, denn es ist das erste Grab, dass im Tal der Könige mit seinen fünf Gängen, zwei Hallen und Nebenräumen axial angelegt wurde. Diese Grabarchitektur wurde später auch von anderen Pharaonen beibehalte. Das tief in den Fels gearbeitete Grab KV 8 hat eine Gesamtlänge von etwa 160 und endet in einer großen Grabkammer, es ist somit auch das zweitgrößte Grab im Tal der Könige. Von großem Interesse ist nicht nur seine Architektur, sondern auch die Art der Dekorationen, da sie viele neue Elemente beinhaltet. Erstmals erscheinen in seinem Grab z. B. Szenen aus dem Höhlenbuch und auch der Eingangsbereich mit dem großen Relief von Merenptah und dem Gott Re-Harachte sind Neuheiten in der Dekoration dieses Grabes.
Das Grab KV 8 von Merenptah ist durch Wassereinbrüche schwer geschädigt worden und in vielen Bereichen mit zum Teil feuchten Schutt verschüttet worden, ist aber in seiner Grundsubstanz und Struktur komplett erhalten gebliebe. Auch wenn durch die Feuchtigkeit und dem Schuttabrieb viele Dekorationselemente schwer gelitten haben oder sogar zerstört wurden, haben viele farbige Reliefs und Wandmalereien den Wassereinbruch über die vielen Jahrhunderte gut überstanden.
Der vordere Teil des Grabes von Merenptah ist zwar schon seit der Antike bekannt und offen gewesen. Der hintere Teil der Grabanlage wurde allerdings erst von Howard Carter 1903 in Angriff genommen und teilweise vom Schutt befreit., aber erst 1981 weiter ausgegraben und restauriert  durch die ägyptische Altertumsverwaltung. Weitere Ausgrabungen und Restaurierungen fanden wieder 2009 statt und bis 2012 war das Grab KV 8 völlig für den Publikumsverkehr geschlossen. Auch wenn das hochinteressante Grab wieder von Besuchern bestaunt werden kann, ist man im hinteren Bereich noch weiterhin damit beschäftigt einiges zu restaurieren.
Die Mumie von Merenptah wurde 1898 von Victor Loret im Grab von Amenophis II. (KV35) entdeckt, wo sie bereits gegen Ende der 20. Dynastie versteckt worden war. Heute befindet sich die Mumie im Ägyptischen Museum in Kairo.

Bild 4: Eingang zum Grab von Merenptah KV 8. Bild 5: Detaildarstellung vom Türsturz des Grabeingangs. Diese Darstellung ist typisch für einige Gräber im Tal der Könige. Die rechten Eingangsdekoration zeigt die Göttin Nephthys vor der gelben Sonnenscheibe, in ihr ist Gott Re abgebildet in seiner Erscheinungsform als morgentlicher Skarabäus und als Mensch mit Widderkopf in nächtlicher Gestalt.. Re verwandelt sich bei Eintritt in die Unterwelt als Sonnengott in einen Menschen mit Widderkopf.

Korridor B und C im Grab Merenptah KV 8

Bild 6: Relief mit Darstellung von Pharao Merenptah (1236-1223 v. Chr.) der von Re-Harachte begrüßt wird, gleich hinter dem Eingangsportal vom Grab Merenptah KV 8. Gemalt auf Kalkstein mit relativ gut erhaltenen Farben.  Bild 7: Detailausschnitt vom Bild 6 mit Merenptah der die Atef-Krone auf seinem Kopf trägt.

Bild 8: Auf der linken Wand (südliche Seite) des 1. Korridors und gleich nach den Reliefdarstellungen vom Pharao Merenptah und Re-Harachte folgt die traditionelle Darstellung der Sonnenscheibe mit dem Skarabäus und dem widderköpfigen Gott Amun. Über der Sonnenscheibe erkennt man noch eine fliehende Schlange und einen Gazellenkopf. Unter der Sonnenscheibe (nicht im Bild) ist noch ein Krokodil und eine Binse dargestellt. Nach der Sonnenscheibe folgt der lange Text der Litanei des Re, der sich für den ganzen Rest des 1. Korridors fortsetzt. Bild 9: Detailausschnitt aus dem Bild 8 von der Sonnenscheibe mit dem Skarabäus und dem widderköpfigen Gott Amun. Bild 10: Textausschnitt aus der Litanei des Re auf der ganzen linken Seite vom 1. Korridor. Das gesamte Darstellungsmotiv von Bild 8 – 10 findet man auch im Grab Ramses III.

Bild 11: Abwärts führender Weg ins Grabesinnere von KV 8, hier von Korridor 2 zum 3. Bild 12: Dekorative Deckenmalerei mit Geier und geflügelte Schlangen mit Krone zum Ende der Decke des Korridors B mit den  Kronengöttinnen Nechbet (Geier) und Wadjit (Schlange). Bild 13: Türsturz und Übergang zum abwärtsführenden 3. Korridor. Auf dem Türsturz befindet sich eine geflügelte Sonnenscheibe die beidseitig von einer Kobra umgeben ist.

Korridor D im Grab Merenptah KV 8

Im Korridor D setzt sich das Amduat mit den Stunden 4 auf der linken Wandseite und mit der Stunde 5 auf der rechten Wandseite fort.

Brunnenkammer  E (4) im Grab Merenptah KV 8

Bild 14: Auf der linken Wandseite sieht man in einer Reihe von links nach rechts: Amset, Duamutef, Anubis, Kheri-Baqef, die Göttinnen Isis und Neith. Bild 15: Detailausschnitt aus Bild 11 mit den Göttinnen Isis (links) und Neith (rechts).

Pfeilerhalle  F (5)  und Seitenkammer (Fa) im Grab Merenptah KV 8

Die Wände der Pfeilerhalle im Grab von Merenptah sind mit Szenen aus der 4., 5. und 6. Stunde des Pfortenbuches bestückt. Das Pfortenbuch ist ein altägyptisches Unterweltbuch, auch das „Buch von den Unterweltlichen, die Osiris beistehen“. Interessanter Weise ist diese literarische Art der Dekoration in den Königsgräbern erst in der Zeit nach Amarna zum Ende der 18. Dynastie bekannt. Die Seitenkammer (Fa) ist für Besucher heute geschlossen und dient den Ägyptologen als Fragmentsammlung für den Sarkophag in der Grabkammer (J). Die Seitenkammer enthält auf der Westseite eine Nische als Schrein für Osiris und zwei Pfeiler.

Bild 16: Die Pfeiler in dieser Halle (F) waren teilweise massiv zerstört und wurden jetzt aufwendig restauriert. Der Pfeiler auf der linken Seite zeigt Merenprah mit Osiris, Ptah und Horus, auf der rechten Seite opfert Merenptah bei Osiris, Re-Harachte, Ptah und Anubis. Bild 17: Pfeiler der linken Seite zeigt hier Pharao Merenptah mit Opfergaben bei Osiris. Bild 18: An der Rückwand (westliche Seite) befindet sich in der Pfeilerkammer das gemalte Bild der Doppelszene von Osiris, bei der Pharao Merenptah dem Osiris ein Bild der Göttin Maat (links) und Wein (rechts) überreicht.

Bild 19: Rechte Rückwand der Pfeilerhalle. Rechts im Bild die berühmte Doppeldarstellung des Osiris von der Mitte der gesamten Rückwand. Bild 20: Linke Seite der Rückwand in der Pfeilerhalle.

Bild 21: Darstellungen aus der 5. Stunde des Pfortenbuches im Pfeilersaal.. Im oberen Register sieht man 12 (6 im Bild) ehrerbietende und sich verneigende Götter. Im mittleren Register sieht man links 4 Unterweltliche, die die Sonnenbarke ins Reich des Sokar (Schetit) ziehen. Im fortlaufenden Motiv des mittleren Registers erkennt man eine riesige eingerollte Schlange die von insgesamt 9 mumienartigen Göttern getragen wird. Bei der Schlange handelt es sich um den schlangengestaltigen Götterdämon Apophis, er verkörpert das Chaos und ist ein großer Gegner der göttlichen Ordnung, er stellt sich gegen die Schöpfung und den Verlauf der Sonne. Um das Leben, die Erde und den Kosmos zu schützen, muß Apophis ständig bekämpft und überwunden werden. Bild 22. Detailausschnitt der mumienartigen Götter mit dem Götterdemon Apophis. (siehe auch Bild 21).

Bild 23: Rechte Wandseite im Pfeilersaal. Im oberen Register tragen 12 Götter die gefürchtete Schlange Apophis (siehe auch mittleres Register der linken Wandseite) zwischen den tragenden Göttern ragt jeweils ein Menschkopf aus der Schlange. Bild 24: Im mittleren Register sieht man die 12 göttlichen Träger der Sonne. Es handelt sich dabei um armlose Götter  die in der Unterwelt leben und deren Hände in einer Art Umhüllung verborgen sind.

Korridor (G) im Grab Merenptah KV 8

Korridor G ist stark beschädigt und vieles der dekorativen Dartsellungen ist nicht mehr vorhanden. Dieser Korridor war ursprünglich mit den rituellen Mundöffnungszeremonien ausgeschmückt. Auf der linken Wandseite saß der Pharao Merenptah vor einem Opfertisch mit zwei Priestern, die die Begräbnisrituale zelebrierten.

Korridor (I) im Grab Merenptah KV 8

In diesem Korridor (I) auch als 5. Korridor bezeichnet, ist von der reichhaltigen Dekoration fast nichts mehr erhalten oder erkennbar.

Grabkammer (J) im Grab Merenptah KV 8

Im Mittelpunkt dieser Grabkammer befindet sich der schwere Sarkophag. Von den wahrscheinlich sehr vielseitigen Dekorationen sind im unteren Bereich der Grabkammer nichts mehr erhalten. In der West- und Nordseite befinden sich im oberen Teil der Wände bis unter die Decke Szenen aus dem Buch der Pforten und dem Buch der Höhlen. Die Decke zeigt noch Reste einer astronomischen Dekoration. Die von der Grabkammer ausgehenden Seitenkammern sind noch immer mit dem überfluteten Schutt angefüllt.

Bild 25: Unter der gewölbte Decke sieht man auf der rechten (westliche Seite) Wandseite eine gut erhaltene farbige Szene aus dem Höhlenbuch in dem die Abfolge der Unterwelt als Höhlen dargestellt wird. Das Bild ist dreigeteilt mit der Sonnenwanderung im oberen Register und der unteren Darstellung im mitteleren Register eines überdimensionalen widderköpfigen Vogels mit ausgebreiteten Flügeln. Sie stellt „Gott Re“ dar in seiner widderköpfigen Vogelgestalt als Ba-Seele. Das untere Register ist nicht erhalten. Bild 26: Detailausschnitt aus dem rechten Wandbild und oberen Register (Bild 25) in der Grabkammer mit dem Motiv der Sonnenwanderung durch die Nacht in der Unterwelt.

Bild 27: Das Grab Merenptah beherbergt einen monumentalen äußeren Sarkophag in dem drei weitere Steinsarkophage eingestellt werden konnten. Dieser riesige äußere Sarkophag hat eine Länge von etwa 5 fünf Meter. Um diesen Monumentalsarkophag ins Grab zu schaffen mußten die Arbeiter zur damaligen Zeit viele Gänge erweitern und wieder neu verschließen. Bild 28: Auch der monumentale äußere Sarkophag war schwer geschädigt und wird mühsam restauriert mit den Fragmenten, die man in der Grabkammer und in anderen Räumlichkeiten des Grabes gefunden hat.

Bild 29 und 30: Der menschenförmige Sarkophag in der Mitte der Grabkammer im Grab von Merenptah KV 8 ist in der Form einer Kartusche gestaltet, sie stellt den König Merenptah mit verschränkten Armen, Zepter und Geißel dar als Zeichen seiner Macht.

Bild 31: Der tonnenschwere Granitdeckel des äußeren Sarkopharges in der Begräbniskammer KV 8 von Merenptah.

Kammer (K) im Grab Merenptah KV 8

Hinter der Grabkammer befindet sich noch eine weitere Kammer. Sie ist noch verschlossen und von eingefluteten Schutt gefüllt. Wahrscheinlich ist hier kaum etwas erhalten geblieben.

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (19)  Christel Selke (13)