
Land und Leute Tunesien
Archäologisches Museum Sousse
Museum für antike Kunstgeschichte
Lage
Das Archäologische Museum liegt in der Stadt Sousse und befindet sich oberhalb der Stadt in den mittelalterlichen Gebäuden der Kasbah einer Festungsanlage.
Bild 1: Der Haupteingang des Archäologischen Museums mit den erkennbaren Mauern der historischen Festungsanlage in Sousse.. Bild 2: Der erweiterte Eingang zum Museum, wenn man den Haupteingang der Festungsanlage durchquert hat.
Geschichte des Museums von Sousse
Die Kasbah als Gebäudekomplex wurde wahrscheinlich ab dem 9. Jahrhundert auf byzantinischen Grundmauern erbaut. Die Festungsanlage hat demnach eine bewegte Geschichte, denn auch die byzantinischen Bauherren haben ihre Bauweise auf phönizisch-römischen Fundamenten gebaut.. Das moderne archäologische Museum wurde 1951 von der Stadt Sousse in den Gebäuden der Kasbah eröffnet. Zwischenzeitlich wurde das Museum,restauriert und modernisiert und 2012 wiedereröffnet und hat jetzt eine erweiterte Ausstellungsfläche von etwa 2000 Quadratmeter. Nach dem großen Bado Museum in Tunis beherbergt dieses Museum jetzt die zweitgrößte Sammlung antiker Mosaike in Tunesien und ist somit eine archäologische Schatzkammer antiker Kunstgeschichte.
Beispiele unterschiedlicher Artefakte aus der Sammlung des Archäologischen Museums Sousse
Bild 3: Das Archäologische Museum Sousse hat in seinen Räumlichkeiten seine Exponate großzügig ausgestellt. Besonderer Schwerpunkt sind die antiken Wand- und Bodenmosaike die einen faszinierenden Einblick in die Antike Tunesiens vermitteln aus römischer und christlich byzantinischer Zeit. Neben den bemerklenswerten Mosaiken werden auch Artefakte aus der punischen Zeit gezeigt, aber auch besondere Büsten und Statuen aus der römischen Epoche beherbergt das Archäologische Museum von Sousse. Bild 4: Berühmtes Mosaikfragment eines sehr großen Mosaiks, das ein fischreiches Meer darstellt. Erhalten ist aber nur noch das imposante ausdrucksstarke Haupt des Gottes Okeanos, es war ursprünglich in der Mitte der Mosaikdarstellungf dargestellt. Okeanos war in der griechischen Mythologie ein mächtiger Urgott und Titan. Aus den Thermen von Themetra – Chott Meriam, 3. Jahrhundert v. Chr.. Bild 5: Völlig mit Mosaiken verkleidetes christliches Taufbecken aus byzantinischer Ära aus dem 6. Jahrhundert. Bild 6: Eine Flirtszene mit Dionysos, dem Gott der Weintrauben und des Weins mit der wunderschönen Ariadne. Ein römisches Mosaik aus dem 3. Jahrhundert.
Bild 7: Großes Mosaik mit der Darstellung eines fischreichen Meeres mit Fischern in ihren Booten aus der römischen Epoche aus Hadremetum (Sousse), zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert. Bild 8: Riesiges Bodenmosaik mit dem Symbol des Grauems. Der Kopf einer Medusa (Gorgone) mit einem erschreckenden Blick und umgeben von Schlangen und mit zwei Flügeln auf der Stirn. Stammt. aus einem Tepidarium, einem Wärmeraum, der der Entspannung diente. Dieses Mosaik wurde in Hadremetum (Sousse) einer alten phönizischen Handelsstadt aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Das Mosaik selbt stammt aus der römischen Zeit aus dem 2. Jahrundert n.Chr. Bild 9: Großes Mosaik mit der Darstellung einer triumphalen Prozession des Dionysos mit Tigern im Gespann aus der römischen Epoche des 3. Jahrhundert.
Bild 10: Mosaik mit der Darstellung des Symbols für den Dualismus der universellen Dynamik – des chinesischen Yin-und-Yang-Symbols – aus dem antiken Hadrumetum (Sousse) in der römischen Epoche. Bild 11: Detail eines Mosaiks mit der Darstellung männlicher und weiblicher Geschlechtssymbole sowie der Inschrift „Ccha – Ri“; aus Hadrumetum (Sousse), Tunesien. Römische Zivilisation, 3. Jahrhundert n. Chr.. Bild 12: Detail eines Mosaiks mit Satyrn und Bacchanten, aus Hadrumetum (Sousse), Tunesien. Es stammt aus der Römische Zivilisation, des 2.–3. Jahrhundert. Bild 13: Großes Mosaik mit dem Triumpfwagen des Meeres von Neptun. Mitte des 3. Jahrundert n.Chr.
Bild 14: Schwarz glasierter Askos-Guttus. Ein Guttus wurde typischerweise mit Öl gefüllt und bei Opferhandlungen oder gelegentlich beim Baden verwendet. Fundort war eine punische Nekropole der Kasbah (Qasbah) aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Bild 15: Ein linsenförmiger Askos, auf der Oberseite mit einer roten Girlande verziert. Ein Askos ist ein antikes bauchiges Gießgefäß mit einem Bügelhenkel auf der Oberseite. Fundort war eine punische Nekropole in Sousse. Das Gefäß stammt aus dem 5.Jahrhundert v. Chr. Bild 16: Portrait der Kaiserin Vibia Sabina. Sie war die Ehefrau des römischen Kaisers Hadrian. Als Ehefrau war sie eine ständige Begleiterin ihres Mannes auf den Reisen durch das gesamte römische Imperium. Ein berühmtes Reiseerlebnis hatte Sabina bei den Memnonkolossen (Ägypten) im Jahre 130 n. Chr., belegt durch Gedichte der kaiserlichen Hofpoetin Balbilla. Die Ehe mit Hadrian blieb kinderlos und sie starb († um 137) ein Jahr vor dem Tod ihres Mannes. Gefunden in Hadrumetum (Sousse), Tunesien. Bild 17: Portrait von Kaiser Hadrian mit der kaiserlichen Krone Roms. Er regierte das Römsche Imperium von 117 bis zu seinem Tod 138 n.Chr. Der Torso stammt aus Thysdrus (El Djem).
Ticket für das Archäologische Museum Sousse. Der Eintritt in dieses Museum kostet derzeit 10 Dinar (TND) und entspricht etwa 2,95 Euro (Juni 2026). Ein geringer Beitrag für ein so bedeutendes Museum für die antike Kunstgeschichte mit seinen einzigartigen Mosaiken.
Fotos: (c) Michael Kürschner (10), Christel Selke (8)

















