Juffure Museum

Land und Leute in Gambia

Juffure Museum
Museum für die Geschichte der Sklaverei

Juffure Museum für die historische Aufarbeitung der Sklaverei in Juffure/Gambia

Lage

Das Juffure Museum liegt in der kleinen Ortschaft Juffure in der North Bank Region im Distrikt Upper Niumi am Gambia River und nur 5 km entfernt von Kunta Kinteh Island einer Binneninsel im Gambia River. Nach einem Besuch auf Kunta Kinteh Island (der Sklaveninsel) lohnt sich eine Besichtigung des Juffure Museums, denn es ist eine erweiterte Ergänzung zum Thema des atlantischen Sklavenhandels. Das Museum ist untergebracht im Gebäude von Maurel Frères, es wurde bereits 1840 in der britischen Kolonialzeit und weit nach dem Verbot des Sklavenhandels von 1820 errichtet. Wesentlich später übernahm der libanesische Händler Maurel Frères das Gebäude, dessen Namen es heute noch trägt. Seit 2003 steht das Museum in Juffure auch auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Ein Museum für die Dokumentierung der Sklaverei

Das Museum im Gebäude von Maurel Frères zeigt originale Exponate aus der Zeit der Sklaverei mit Gegenständen die die Knechtschaft und das Leid der Menschen dokumentieren. In dieser Ausstellung wird radikal dokumentiert wie der unmenschliche Sklavenhandel  bei den britischen und französischen Kolonialmächten im 17. und 18. Jahrhundert in Afrika funktioniert hat.

Bild 1: Ein Gemälde dokumentiert die Verschiffung der „Ware Mensch“ und wie man die Sklaven bei den Händlern behandelte. Bild 2: Auch dieses Gemälde zeigt deutlich, wie man mit Menschen umging. Zu sehen ist die Lagerung der Sklaven im Unterdeck und wie man soviel wie möglich unterbringen wollte für die atlantische Überfahrt nach Amerika.

Bild 3: Diese Karte zeigt wohin die Handelswege nach Amerika mit den Sklaven führte. In der Zeit zwischen 1650 und 1860 sollen etwa 10 – 15 Millionen Sklaven nach Amerka verschifft worden sein.

Bild 4: Mit der großen Afrikakarte wird deutlich gezeigt in welchen Regionen der Sklavenhandel organisiert wurde. Die braun gefärbte Fläche der Karte zeigt die geografischen Regionen der Subsahara aus den die Sklaven für den Menschenhandel mißbraucht wurden. Ferner wird erläutert, wie die Wirtschaftlichkeit des Sklavenhandels funktionierte. Es war geopolitisch ein „Dreiecksgewerbe“. Die Sklaven wurden von Westafrika in die verschiedenen Regionen Amerikas verfrachtet und dort als Handelsware getauscht. Mit wichtigen Gütern wie zum Beispiel Baumwolle, Kaffee, Reis, Zucker, Tabak und Bodenachätze fuhren die Schiffe weiter nach Europa, wo mit den begehrten Produkten viel Geld verdient wurde. Beladen mit Produkten, die in den Kolonien benötigt wurden, fuhren die Handelsschiffe zurück nach Westafrika, wo sie erneut mit Sklaven beladen wurden. Diese Art der Kreislaufwirtschaft funktionierte etwa 200 Jahre bis ein Verbot des Sklavenhandels diese Handelsform beendete. Bild 5: Um eine hohe Rendite zu erziehlen mußte die Kondition und Gesundheit der Sklaven gut sein. Bild 6: Mit akribischer Genauigkeit führten die Sklavenhändler Buch über ihre Sklaven als  „Ware Mensch“.

Bild 7 Juffure Museum

Bild 7: Ein Original-Plakat für eine öffentliche Sklaven-Auktion aus dem Jahre 1820 mit Angaben zum Namen, Geschlecht, dem Alter und der Arbeitseignung.

Für die Bedeutung des Themas ist die Ausstellungsfläche des Museums zwar verhältnismäßig klein und bescheiden, sie zeigt aber dennoch recht informativ die historische Problematik der Sklaverei recht verständlich und anschaulich, weshalb wir es auch sehr empfehlen, wenn man nach einem Ausflug auf die Insel Kunta Kinteh das Juffure Museum in Ergänzung besuchen würde.

Fotos: (c) Michael Kürschner (5), Christel Selke (3)