Taharqa

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten
Pharao Taharqa
5. Pharao der 25. Dynastie in der 3. Zwischenzeit

Taharqa, auch Taharka, Taharqo war der 5. Pharao der kuschitischen 25. Dynastie. Seine Regierungszeit lag wahrscheinlich in den Jahren von 690–664 v. Chr. Die 25. Dynastie wird oft  auch als “ Nubische Dynastie” genannt, denn über die gesamte Zeit regieren über ganz Ägypten nubische Könige (Kuschiten). Der Name Kusch kommt aus dem altäyptischen und bezeichnet das Land Nubien. Nach dem Zerfall der ägyptischen Herrschaft (in Ägypten und Nubien) nahmen die Kuschiten den Namen Kusch an, eroberten Ägypten und stellten sogar 6 Pharaonen in dieser Zeit. Das nubische Volk hat seine Wurzeln im ostafrikanischen Äthiopien und dem kuschitischen Kernland im heutigen Sudan, es regierte jetzt ein riesiges Reich bis zum Mittelmeer. Für eine kurze Periode fielen die Assyrer in Ägypten ein und verwüsteten die Stadt Theben. Diese Fremdherrschaft vertrieben die nubischen Pharaonen aber erfolgreich und zu den erfolgreichsten unter ihnen gehörte der afrikanische Kuschit Pharao Taharqa.

Pharao Taharqa

Der in Theben gefundene Kopf von Pharao Taharqa aus Granit zeigt den für die Kuschiten (Nubier) charakterischen Stil der die nubischen Gesichtszüge mit der üblichen Idealisierung der Pharaonen verbindet. Der Kopf zeigt Taharqa mit der typischen Kuschitenkappe, die ursprünglich mit Gold überzogen war. Erst auf der Kappe erhob sich dann die traditionelle Doppelkrone von Ober- und Unterägypten. Dieser Kopf einer Statue von Taharqa steht heute im Nubischen Museum in Assuan.

Persönliches aus dem Leben von Taharqa

  • Mutter: Königenmutter Abale
  • Vater:  Der 2. Parao der 25. Dynastie Pije
  • Ehefrauen: Die Gemahlinnen waren Tekahatamani, Naparaja, Tabaketenamun, Atakhebaskeñ.
  • Töchter: Amenirdis II. (Gottesgemahlin des Amun), Jeturow (Gemahlin des Atlanersa) und Peltaseñ
  • Söhne: Nisuonuris, ein Prinz Nesschutefnut und Atlanersa, der Begründer der Familiendynastie von Napata einer Stadt in Obernubien im heutigen Nordsudan.
  • Vorgänger: Pharao Schebitko (Schabataka)
  • Nachfolger: Pharao Tanotamun 664 -657 v. Chr. Er war der letzte der kuschitischen und schwarzafrikanischen Pharaonen und mit ihm endete auch die 25. Dynastie.
Pharao Taharqa

Die Regierungspolitik von Taharqa

Unter Taharqas Regierungszeit erlebte Ägypten nach langer Zeit wieder eine erstarkte Machtpolitik, denn Ägypten war in der 3. Zwischenzeit von zahlreichen Krisen und Konflikten geprägt. Eine schützende Außenpolitik zur Stabilisierung des Landes gab es schon seit Jahren nicht mehr. Ausländische Mächte, wie zum Beispiel die Assyrer versuchten ständig Ägypten zu erobern, was ihnen auch teilweise im Norden gelang. Während der gesamten Regierungszeit von Taharqa waren die Assyrer das Hauptproblem für Ägypten, weil unter anderem die kleinen Reiche im heutigen Palästina und Israel zu den Verbündeten Ägyptens zählten und gleichzeitig die Erzfeinde Assyriens waren. In zwei Feldzügen gelang es Taharqa die damalige Großmacht der Assyrer erfolgreich zu schlagen und Ruhe in Ägypten einkehren zu lassen. Um 671 v. Chr, unternahmen die Assyrer eine erneute militärische Großoffensive die für Ägypten eine gefährliche Niederlage wurde, Taharqa verlor einen großteil des Heeres. Ein Sohn und sein Bruder kamen nach dieser Offensive in Gefangenschaft. Die bedeutende Stadt Memphis und danach viele andere bis nach Theben vielen in die Hände der Assyrer. Taharqa mußte fliehen und versteckte sich in Kusch (Nubien) im heutigen Sudan. Als Asarhaddon Ägypten verließ kam es später nach dem Tod von Asarhaddon mit den Gaufürsten und Taharqa zur ägypischen Rebellion gegen die Invasoren und Taharqa kam wieder an die Macht über ganz Ägypten.

Bautätigkeit

Die historischen Zwischenzeiten im Pharaonenreich Ägypten waren schon immer für Unruhen und wirtschaftlichen Niedergang  bekannt und auch die 3. und letzte Zwischenzeit mit den kuschitischen Pharaonen war hier keine Ausnahme, wenn man mal von der Regierungszeit von Taharqa absieht, denn ihm gelang es trotz außenpolitscher und militärischer Konflikte für einen relativen wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen. In seiner Regierungszeit war Ägypten über viele Jahre wieder geinigt, der Nil brachte eine ertragreiche Landwirtschaft und der Handel florierte im Im- und Export. Mehr Finanzen durch ein höheres Steueraufkommen ermöglichten Taharqa eine größere Bautätigkeit., sie war für eine Zwischenzeit vielseitig und ungewöhnlich stark und erinnerten eher an die Zeiten im Mittleren- und Neuen Reich. Seine großen Bauaktivitäten reichten vom Nildelta in Unterägypten  bis weit in den Süden. Zu den bedeutenden Stätten gehörten der Bau am großen Amuntempel von Napata, am Gebel Barkal (Sudan), ber auch Karnak war für Taharqa ein Schwerpunkt seiner baulichen Aktivitäten.

Das Grab von Taharqa

Taharqa verstarb 664 v. Chr. in Theben. bestattet wurde er aber in Kusch ( im heutigen Sudan), Taharqa ließ seine Grabanlage nicht in  El-Kurra, der Nekropole seiner Vorgänger errichten, sondern weiter nördlich  in Nuri. Sie ist die größte Pyramide im heute im Sudan sehen kann. Wo Taharqa letztendlich bestattet wurde,  ist aber ungeklärt, bis auf hunderte von Uschebtis fand man in Nuri bisher keine Hinweise für eine Bestattung. Auch Hinweise auf ein anderes Pyramidengrab ergaben bisher keine eindeutigen Belege für eine Bestattung von Taharqa.

Fotos: (c) Michael Kürschner (1), Christel Selke (1)