Nektanebos II.

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Der 3. Pharao der 30. Dynastie in der Spätzeit
Pharao Nektanebos II.
Nektanebos II. war der letzte einheimische Pharao Ägyptens

Nektanebos II. auf einem restaurierten Wandrelief im Freilichtmuseum am Luxor-Tempel

Sein Leben und die Regierungszeit von Nektanebos II.

Nektanebos II. war der 3. und letzte Pharao der 30. Dynastie in der Spätzeit. Über seine Familie ist wenig bekannt und die mütterliche Herkunft ist scheinbart völlig unbekannt. Auch über Geschwister, seinen Frauen und ob er Kinder hatte ist wenig bis nichts bekannt.
In der Zeit um 360 v. Chr. herrschte in Ägypten keine politische Stabilität und so war es auch nicht verwunderlich, dass auch ein Nektanebos II. durch Rebellionen an die Macht kam. Mit seiner Herrschaft als Pharao keimte in Ägypten die Hoffnung auf, dass im vereinigten ägyptischen Reich wieder Wohlstand und Ruhe einkehrt. Nektanebos II. regierte 18 Jahre und in der ersten Hälfte seiner Regierungszeit schien sich diese Hoffnung auch zu bestätigen, denn vom Nildelta in Unterägypten bis nach Nubien im Süden Ägyptens war es ruhig geblieben, die Wirtschaft florierte und Steuereinnahmen flossen in den Staatshaushalt. Nektanebos II. konnte aus diesem Grund auch seine Bautätigkeit im ganzen Land verwirklichen. Er beschenkte sogar den Horus-Tempel von Edfu großzügig mit weitreichenden Ländereien. In der zweiten Hälfte seiner Regierungszeit kehrte sich alles um. In der Zeit um 351/50 v. Chr. startete der persische Großkönig Artaxerxes III. die ersten militärischen Angriffe gegen Ägypten. Zu dieser Zeit konnte Nektanebos II. die persische Kriegsoffensive gegen Ägypten aber noch mit Hilfe aus Athen und Sparta erfolgreich verteidigen. Trotz des Sieges herrschte in den Folgejahren eher eine nervöse militärische Lage in ganz Ägypten, bis die ganze Situation im Jahr 343 v. Chr. eskalierte. Aus dem Osten drohte erneut eine große Gefahr, denn das persische Reich drang mit enormen Flottenverbänden in ägyptische Gewässer vor und mit Hilfe griechischer Söldner überrannten die persischen Reiterheere in mehreren Schlachten das Heer von Nektanebos II., obwohl auch er eine große Armee von wahrscheinlich 100.000 Soldaten im Einsatz für die Verteidigung Ägyptens hatte.
341 v. Chr. war alles besiegelt, die ägyptische Armee verlor den Verteidigungskampf für ein unabhängiges Ägypten. Es müssen mörderische Schlachten gewesen sein, denn das große ägyptische Heer war fast völlig zerschlagen. Nektanebos II. verlor auch den Machtkampf um Ägypten, war auf der Flucht und verschwand unbekannt in Richtung Nubien.
Von dieser größten Niederlage in der gesamten altägyptischen Geschichte haben sich die Herrscherdynastien nie wieder erholt. Nektanebos II. war somit nach einer 3500 -jährigen Geschichte schicksalsträchtig der letzte einheimische Pharao Ägyptens. Es folgte eine kurze persische Fremdherrschaft, dann kam die Ptolemäerzeit, sie ließ zwar Ägypten wieder aufleben, doch politisch lag das ehemalige ägyptische Reich unter griechischen Einfluß bis Kleopara VII. (60 – 30 v. Chr.). Kleopatra VII. aus altmakedonischen Adel stammend wollte Ägypten nochmals konsolidieren und die Souveränität des Landes erreichen. Sie unterlag dem Vormachtstreben des Römischen Reiches. Nektanebos II war der letzte Ägypter auf dem Thron und Kleopatra VII. der letzte Pharao der ägyptischen Weltgeschichte. Mit ihrem Tod (30 v.Chr.) war der ägyptische Untergang besiegelt. und das römische Reich übernahm Ägypten.

Detail eines Wandreliefs mit einer Darstellung von Nektanebos II. mit seinen Kartuschen

Regierungs– und Familiendaten von Nektanebos II.

Regierungszeit: etwa 359–341 v. Chr. in der Spätzeit und letzter einheimischer Pharao in Ägypten.
Eigenname: Nechethorenhebit-Merienhathor  – Der Starke des Horus von Hebit, geliebt von Hathor
Thronname : Senedjem-ib-Re – Der das Herz erfreut, ein Re
Mutter :
Vater :  Tjahapimu oder Tjahepimu
Brüder:
Schwestern:
Ehefrauen :
Tochter:
Sohn: 
Vorgänger: Tachos (Regierungszeit von 360-359 v. Chr.)
Thronnachfolger : Artaxerxes III. (Persische Fremdherrschaft)

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (1), Christel Selke (1)