Schepenupet II.

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Schepenupet II.
24. Gottesgemahlin des Amun

Zur Person von Schepenupet II.

Schepenupet II. kam als Tochter des Pharaos Pije und der Königin Pekereslo (Peksater) vermutlich um 730 v. Chr. in der kuschitischen 25. Dynastie der altägyptischen Spätzeit zur Welt. Ihren Vater hatte sie nie kennengelernt, er verstarb bereits kurz vor ihrer Geburt. Schepenupet II. war auch eine Schwester der kuschitischen Pharaonen Schebitko und Taharqa. Von etwa 710 – 650 v. Chr. war Schepenupet II. hauptamtlich eine Gottesgemahlin des Amun in Theben und muss entsprechend der bekannten Lebensdaten ein sehr hohes Alter von etwa 80 Jahren erreicht haben, denn ihr Todesdatum liegt bei etwa 650 v. Chr. Ihre Grabkapelle liegt im Totentempel von Ramses III. in Medinet Habu.

Die Gottesgemahlin des Amun Schepenupet II.

Das Amt einer Gottesgemahlin gab es von der 18. Dynastie bis zur 26. Dynastie und Schepenupet II. bekleidete das Amt als 24. Gottesgemahlin des Amun in der 25.Dynastie, gemeinsam mit der Adoptivtochter Amenirdis II. einer Tochter des Pharaos Taharqa. Der Titel Gottesgemahlin des Amun wurde ausschließlich von weiblichen Angehörigen (Königinnen oder Prinzessinnen) des Pharaos getragen. Das Amt beinhaltete die Tätigkeit als Priesterin im Amun-Kult. Bereits in der 19. Dynastie verringerte sich die Bedeutung des Amtes und erst ab der 21. Dynastie  in der Dritten Zwischenzeit gewann dieses Amt wieder eine sehr hohe Bedeutung mit der Errichtung des thebanischen Gottesstaates (Theokratie). Neben der religösen Funktion, hatte das Amt auch einen politischen und wirtschaftlichen Auftrag, denn der Pharao der seine Präsenz in Unterägypten hatte, bekam durch das Amt einer Gottesgemahlin des Amun auch einen besseren Einfluß auf das Staatgebiet im südlichen Oberägypten.

Bild 1: Darstellung der Schepenupet II. als weibliche Sphinx einer Gottesgemahlin des Amun. Diese Sphinx aus schwarzen Granit zeigt die Gottesgemahlin des Amin in traditioneller Form, auch wenn nur der Hinterleib löwenhaft dargestellt wird und der vordere Teil eine weibliche Figur die ein Gefäß umfaßt zu erkennen gibt. Die Sphinx ist vielfach beschriftet mit dem Namen der Schepenupet II. ihren Titeln und mit dem Namen ihres Vaters. Bild 2: Die weiblichen Hände der Sphinx umfassen ein widderköpfiges Gefäß als Abbild des Gottes Amun. Diese Darstellung könnte mit den Neujahrsriten im Tempel von Karnak zusammenhängen und läßt ein Wasseropfer für den Gott Amun-Re vermuten. Alle Abbildungen zeigen die Sphinx der Schepenupet II., die heute im Ägyptischen Museum Berlin steht.

Bild 3: Das dargestellte Gesicht der Sphinx zeigt unverkennbar einen nubischen Gesichtsausdruck, auch wenn die Nubier (Kuschiten) viel Wert darauf gelegt haben, die ägyptischen Werte in der künstlerischen Darstellung zu betonen. Bild 4: Alle Abbildungen von Bild 1- 4 zeigen die Sphinx der Schepenupet II., die heute im Ägyptischen Museum Berlin steht. Sie stammt aus der kuschitischen 25. Dynastie und wurde nahe am Amun-Tempel im Karnak-Tempelkomplex am „Heiligen See“ in Ägypten gefunden. Für jeden Ägypten-Touristen, der Ausflüge in Luxor macht, ist dieser Bereich des Karnak-Tempels immer ein empfehlenswerter und faszinierender Ausflug in des kulturelle Zentrum der altägyütischen Geschichte.

Fotos: (c) Michael Kürschner (3), Christel Selke (2)