Grab des Rechmire

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Ein Wesir aus der 18. Dynastie im Neuen Reich
Grab des Rechmire TT 100

Die Person Rechmire

Rechmire (auch Rekhmire) war ein hoher Beamter aus der 18. Dynastie, er bekleidete die Ämter als Bürgermeister (Gouverneur) der Stadt Theben und diente auch als Wesir von Unterägypten, in dieser Position war er sogar der 2. starke Mann des Landes gleich nach dem Pharao. Er diente unter dem bedeutenden Pharao Thutmosis III. und später auch unter Amenophis II.. Rechmire stammt aus einer einflußreichen Familie, denn schon sein Großvater Ahmose Aametju  hatte das hohe Amt des Wesirs unter Hatschepsut, aber auch sein Vater Neferweben war ein Wesir unter Thutmosis III. und Wab-Priester des Amun, auch der Bruder seines Vaters Amunuser, auch Useramun genannt, (* um 1515 v. Chr.; † um 1449 v. Chr.) war als Wesir unter Hatschepsut und Thutmosis III. ein hoher Würdenträger mit dem zusätzlichen Titel Stadtvorsteher von Theben. Seine Mutter ist unter dem Namen Bet belegt. Verheiratet war Rechmire mit Meryt. Man geht zwar davon aus, dass dieses Paar auch Kinder hatte, doch genaue Belege darüber sind nicht bekannt.
Unter Amenophis II. hatte die Familie von Rechmire
stark an Einfluss verloren, vielleicht war er auch durch aufstrebende Militärführer in dieser Zeit durch politisch motivierten Verschwörungen in Ungnade gefallen. Nach seinem Tode wurde er nicht in seiner Grabkapelle TT100 beerdigt, denn sie enthält ja auch keine Grabkammer und diente wahrscheinlich nur seinem Totenkult. Sein eigentlicher Bestattungsort ist unbekannt und gleich nach dem Tode begann in seinem ursprünglich „geplanten Grab TT 100“ die ersten Zerstörungen an den Wandmalereien.

Bild 1 Grab des Rechmire, Skizze von der Grabform vom TT 100

Das Grab des Rechmire im Tal der Noblen im TT 100

Das Grab des Rechmire und seiner Ehefrau Meryt TT 100 ist ein Teil der thebanischen Nekropole und liegt in Sheikh Abd el-Qurna am Westufer des Nils im berühmten Tal der Noblen. Das Grab ist völlig in den Fels gehauen und hat die traditionelle T-Form mit einem Querraum und einer Längshalle. Die sehr schmale langgestreckte Längshalle hat eine ungewöhnliche Bauweise, weil sie in ihrer vollen Länge eine ansteigende Deckenhöhe von 3 m auf 9 m hat. Die beiden Räumlichkeiten sind komplett farblich dekoriert und erzählen in Text und Bild sehr ausführlich sein Leben. Das außergewöhliche an diesem Grab ist aber die fehlende Grabkammer. Da in diesem schmal angelegten Grab auch kein Platz dafür vorhanden wäre, liegt die Vermutung nahe, dass es auch nur als Totenkultstätte genutzt werden sollte und eher als eine  Grabkapelle gedient haben könnte.

Grabmalerei im Querraum

Bild 2: Etwas schwach erkennbar, eine wilde Jagdszene mit recht unterschiedlichen Tieren, wie z.B. Hyänen, Gazellen, Antilopen und Kaninchen, die auf der Flucht, den zahlreichen Speeren und Pfeilen von Rechmire entkommen wollen. BIld 3: Im mittleren Register wird Wein geerntet und zum Pressen gebracht. Neben Bier, war Wein das Lieblingsgetränk im alten Ägypten. Bild 4: Szene im Gerichtssaal des Wesirs in der Steuerbetrüger vorgeführt werden.

Bild 5: und 6: Beide Wandmalereien im Querraum zeigen die Lieferung von Tributen an den Wesir. Die Lieferungen kommen aus vielen Regionen des Landes und bestehen zum Beispiel aus unterschiedlichen Agraprodukten, Vieh und Ringen aus Gold.

Grabmalerei im Längsraum

Bild 7: Blick in den sehr schmalen Längsraum mit einer Länge von etwa 25 Meter, der Längsraum hat eine ansteigende Deckenhöhe von 3 m am Eingang und über der Nische am Raumende eine Höhe von 9 m. Die Seitenwände sind reichhaltig dekoriert und an der Stirnseite des Raumes befindet sich oberhalb der Scheintür eine Statuennische . Die Scheintür ist allerdings eine Nachbildung, denn das Original befindet sich im Pariser Louvre. Bild 8: Detaildarstellung von Imentet (auch Amentet), der Göttin des Westens und altägyptische Totengöttin, in einer Variante mit einer Feder in der Frisur. Bild 9: Übergroße Darstellung vom Gott Anubis an der Südwand, sie steht vor der Begräbnisprozession.

Bild 10: An der Südwand, arbeitende Männer im oberen Register beim Backen und im unteren Register mit Weinkrügen. Bild 11: Handwerker bei der Arbeit. Im unteren Register wird die Fertigung und der Transport von Ziegelsteinen dargestellt. Auf der linken Seite der Reihe schöpfen die Arbeiter Wasser aus einem kleinen See für die Fertigung. Bild 12: Der aufrechtstehende Grabherr Rechmire mit einem Zepter in der Hand überwacht kraft seines Amtes die Arbeit der Handwerker.

Bild 13: Rechmire und seine Ehefrau Meryt sitzen vor einem gedeckten Tisch voller Lebensmittelgaben und vor ihnen stehen ihre Töchter und reichen ein Sistrum. Bild 14: Bildfolge an der Nordwand  aus der Szene von Bild 13 zeigt im oberen Register das Bankett der Frauen mit Musikerinnen und Dienerinnen, es werden Blumen und Salben gereicht. Im unteren Register ist das Bankett der Männer dargestellt.

Bild 15: Die Boote von Rechmire. Das obere Boot voller Segel unter Ruderern und das untere Boot  liegt vor Anker. Bild 16: Dieses Gesamtbild zeigt die große Bestattungsprozession im oberen Register vor Osiris und im unteren vor Anubis.


Fotos: (c) Michael Kürschner (7), Christel Selke (10)