Grab des Khaemhat

Flagge Ägyptens

Land und Leute Ägypten

Königlicher Schreiber aus der 18. Dynastie
Grab des Khaemhat TT 57

Die Person Khaemhat

Khaemhat war ein hoher Beamter und königlicher Schreiber und in dieser Funktion auch  „Aufseher der Getreidespeicher von Ober- und Unterägypten“ und somit auch verantwortlich für die Lebensmittelversorgung am Hof. Sein berufliches Leben fällt in die Regierungszeit von Amenophis III. Sein Vater war der Schreiber Imhotep, sein Grab TT102 liegt unweit von dem seines Sohnes Khaemhat.  Er war verheiratet mit einer Frau mit dem Namen Tiyi. Aus seinem Familienleben ist aber kaum etwas bekannt. Obwohl das Grab TT 57  viel aus seinem Leben dokumentiert, ist nichts von seinen Kindern erwähnt.

Das Grab des Khaemhat im Tal der Noblen im TT 57

Das Grab des Khaemhat TT 57 ist ein Teil der thebanischen Nekropole und liegt in Sheikh Abd el-Qurna am Westufer des Nils im berühmten Tal der Noblen. Auf den ersten Blick wirkt das gesamte Grab sehr schlicht und dunkel eintönig, außerdem ist noch einiges zerstört worden in der frühchristlichen Koptenzeit und in der Entdeckerzeit, in der vieles entfernt wurde und in die Museen der Welt kam. Es gelangen aber einige Rastaurationen, die die Bedeutung des Grabes dokumentieren, weshalb man als Geheimtipp dieses Grab TT 57 für einen Besuch nur empfehlen kann. Das Grab von Khaemhat ist bekannt für die außergewöhnlich hohe Qualität seiner Reliefs und seiner historisch bedeutsamen Texte die das Sed Fest mit Pharao Amenophis III. beschreiben. Das Grab ist auch sehr bedeutsam ausgeschmückt mit vielen Reliefdarstellungen landwirtschaftlicher Aufgaben. Diese Motive von Landwirtschaft und Handel entsprachen zwar voll der beruflichen Funktion von Khaemhat, sind aber schon deshalb außergewöhnlich, weil an der Wand mit den gezeigten Ernten auch eine Marktszene dargestellt wird. Derartige Darstellungen gelten als sehr selten und es gibt sie nur in sehr wenigen Gräbern.

Reliefs im Grab des Khaemhat

Bild 2: Dieses Wandrelief zeigt zwei Schreiber die dem König die Resultate der Ernten und der Viehzählung übergeben. Bild 3: Der Verstorbene Grabherr Khaemhat macht den Besuchern eine Opfergabe von Enten.

Bild 3A: Die Göttin Renenutet (Renutet) stillt ihren Sohn Neper (auch Nepri als Gottheit des Getreides) auf einem Wandrelief im Grab des Khaemhat. Nach der altägyptischen Mythologie eine lebenserhaltende Macht für die Nahrung und der gesunden Entwicklung von Menschen und Pflanzen. Sie galt auch als Ammengötten, die dem Menschen nach seiner Geburt sein Ka gab. In ihrer Bedeutung war sie auch Herrin der Scheune“, „Herrin des Fruchtlandes“ und „Herrin des Erntesegens“ und ist wohl in dieser Funktion im Grab des Khaemhat verewigt worden. Dieses Reliefmotiv im Grab des Khaemhat gehört zu den seltenen Darstellungen im alten Ägypten. Bild 3B: Reliefszene mit zahlreichen Opfergaben in Fortsetzung des Bildes 3A mit der Göttin Renenutet.

Bild 4: Reliefdarstellung aus dem Grab des Khaemhat, es zeigt unter einem Baldachin die Gottheit Osiris, hinter ihm steht die Göttin des Westens Imentet. Bild 5: Detaildarstellung vom Osiris-Relief von Bild 4 mit Imentet, die Göttin des Westens, in einer Variante mit einer Feder in der Frisur.

Reliefs aus dem Grab des Khaemhat

Bild 6: Dieses Grabrelief zeigt Pharao Amenophis III. als den obersten Dienstherrn von Khaemhat  Bei diesem Relief handelt es sich aber um eine Nachbildung. Bild 7: Das Original-Kalksteinrelief mit der Darstellung von Amenophis III. (Bild  6) aus der Zeit um 1360 v. Chr. wurde zu Entdeckerzeiten aus der Wand geschnitten und nach Deutschland verfrachtet, es befindet sich heute im Ägyptischen Museum Berlin. Bild 8: Auch dieses Original-Kalksteinrelief von Amenophis III. stammt aus dem Grab des Khaemhat TT57 um 1360 v.Chr. und befindet sich heute auch im Ägyptischen Museum Berlin.

Bild 9:  Dieses Relief zeigt den Grabherrn Khaemhat selbst, es befand sich ursprünglich in seinem Grab TT 57, wurde in der Entdeckerzeit aus der Wand geschnitten und nach Deutschland verfrachtet. Heute befindet sich dieses feinausgearbeitete Kalkstein-Rielief  aus der Zeit um 1360 v. Chr. aus der 18. Dynastie im Ägyptischen Museum Berlin. Bild 10: Detailansicht und Kopfstudie von dem Relief des Khaemhat (Bild 9).

Statuen im Grab des Khaemhat

Bild 11 und 12: Statuen vom Grabherrn Khaemhat und seines Vaters Imhotep, der königlichen Schreiber. Die Statuen sind massiv zerstört worden und mußten notdürftig restauriert werden. Bild 13: Detailansicht vom Schreiber Imhotep ( siehe auch Bild 11 und 12). Bild 14 bis 17: Im Innern der Grabanlage gibt es noch drei weitere Nischen mit Statuen von Grabherrn Khaemhat und seiner Frau. Auch diese waren vielfach zerstört und haben wie auf Bild 16 an der Decke zu sehen auch erhebliche Brandschäden. Diese stammten aus der späten altägyptischen Nachzeit, in der koptische Christen die Gräber bewohnten und Feuerstellen errichteten.

Fotos: (c) Michael Kürschner (11), Christel Selke (9)