Guinea-Pavian

Systematik

Guinea-Pavian
Papio papio

Ordnung: Primaten –  Primates
Familie : Meerkatzenartige – Cercopithecidae
Gattung : Papio
Art: Papio papio

Trivialnamen:

deutsch: Guinea-Pavian,  englisch: Guinea baboon,  französisch: Babouin de Guinée,
swahili: —-,  afrikaans: —-,

Begegnung mit Guinea-Pavianen im Makasutu-Wald in Gambia

Vorkommen

Im äußersten Westafrika liegt die Heimat der Guinea-Paviane. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Senegal, Gambia und Mali bis nach Guinea und Guinea Bissau. Die Paviane bevorzugen trockene buschbestandene Savannen und Galeriewälder.

Fundort

Im Buschland- und Savannengebieten im Kiang West Nationalpark,Gambia 2001 und im Naturreservat Makasutu Culture Forest, Gambia 2019

Im Makasutu-Forest erfüllte sich der Traum von der direkten Begegnung mit dem Guinea-Pavian. Freude, gepaart mit aufregenden Neugierde und mit einer Riesenportion Respekt konnten wir an einem Vormittag das Leben der Paviane aus nächster Nähe beobachten. Obwohl die Paarungszeit der Paviane an keine Jahreszeit gebunden ist, war es schon auffallend, dass jedes erwachsene Weibchen ein Jungtier hatte. Zählt man die vielen Jugendlichen noch hinzu, haben sie die demografische Mehrheit in den Familienverbänden. Sie sind somit auch die große Hoffnung für den Erhalt der Art in Gambia. Das Foto in der zweiten Reihe rechts unten, schien für uns auf den ersten Blick nichts besonderes zu sein, wenn ein weiblicher Pavian Rinde schält und sie ißt, doch wir wurden von unserem Guide eines besseren belehrt. Diese Paviandame hat ein Magen/Darm-Problem und betreibt nichts anderes als eine Art Selbstmedikation. Mit der Einnahme dieser Rinde wird sie noch am gleichen Tag Linderung erhalten. Es war schon auffallend, während alle Familienmitglieder ständig auf Nahrungssuche waren, aß bis auf die einzelnde Dame abseits von der Gruppe, niemand von der frischen Rinde.  Das war eine neue Erfahrung, denn diese erlernte „Heilkunde“ kannten wir bisher nur von Menschenaffen (z.B. Schimpansen). Diese Selbstheilung ist nicht instiktiv gesteuert, sie wird von Generation zu Generation erlernt und weiter vermittelt. Dieses „heilkundliche“ Wissen der Paviane für eine Selbstmedikation kann von Gruppenverband zu Gruppenverband recht unterschiedlich sein.

Beschreibung

Das Fell ist rotbraun bis rot gefärbt. Die Männchen sind deutlich größer und kräftiger im Körperbau. Das Gesicht ist unbehaart und dunkel in der Färbung.Die Männchen tragen vom Kopf bis zu den Schultern eine mähnenartige Behaarung.
Ihr kurzes Fell ist dick und sehr dicht und jedes einzelne Haar ist hohl, wodurch es gut isoliert ist gegen Kälte und Hitze.

Größe und Gewicht

  • Kopfrumpflänge zwischen 65 – 115 cm
  • Schwanzlänge: bis 70 cm
  • Widerristhöhe :
  • Gewicht zwischen 18 – 26 kg
  • Die Lebenserwartung kann 35 – 45 Jahre betragen

Auf dem Rückweg von unserer Pirogen-Tour auf den Seitenarmen des Gambia-Flusses mußten wir wieder durch den Makasutu-Forest und begegneten erneut einer großen Pavianfamilie. Langsam trottete der „Chef“ der Familie  (Foto links) vor uns, und wir immer hinter ihm her und vorbei an den Kindern der Gruppe. Wir blieben still, sprachen fast kein Wort, wir hatten nur die Hoffnung, dass es im Verhalten zwischen Pavian und Mensch zu keinen Mißverständnissen kommt. Es waren beeindruckende Erlebnisse, in der Wildnis unter freilebenden Pavianen zu sein. Für uns waren es atemberaubende Eindrücke, die wir mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werden. Wir waren zwar auf das Verhalten der Tiere vorbereitet, hatten aber einen großen Respekt vor den Pavianen, denn oftmals waren wir nur zwei bis drei Meter von den Tieren entfernt. Bei den Alttieren hatten wir häufig den Eindruck, sie taten so als würden wir nicht da sein, Jungtiere waren eher auf Distanz. Vielleicht war die Begegnung zweier Primatenarten bei Mensch und Pavian vom gegenseitigen Respekt geprägt.

Verhalten

Die Guinea-Paviane leben in sehr strengen Sozialverbänden von 30 bis 60 Tieren, die Gruppen können aber auch wesentlich größer sein.
Eine Gruppe besteht aus mehreren Männchen, mehrheitlich aber aus Weibchen und Jungtieren. Auf Wanderungen wird so ein Trupp von untergeordneten Männchen angeführt, dann folgen die Weibchen mit den Jungtieren. Die führenden Männchen befinden sich ausschließlich bei den Weibchen.
Das Ende eines Trupps wird dann wieder von weiteren untergeordneten Männchen kontrolliert und abgesichert. Allein bei so einer Einteilung kann man erkennen, das sie in der Hierarchie der Männchen geregelte Lebens- und Arbeitsweisen haben.
Guinea – Paviane  sind ausschließlich tagaktiv.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Guinea-Paviane ist noch relativ wenig erforscht.

  • Anzahl der Jungtiere: meist ein Jungtier
  • Die Tragzeit beträgt bis zu 6 Monate
  • Säugezeit :
  • Geschlechtsreife wird mit etwa 5 Jahren erreicht

Nahrung

Guinea-Paviane sind keine Vegetarier und eher Allesesser. Von Blättern, Gräsern, Kräutern, Wurzeln, Früchten und Sämereien bis hin zu Insekten und kleinen Reptilien reicht der Speiseplan. Gelegentlich erbeuten sie auch Vögel und kleine Säugetiere.

Artenschutz

Der Guinea-Pavian gilt als nicht stark gefährdet.  Das gilt besonders für die Nationalparks im Senegal, Gambia und Guinea Bissau. Außerhalb dieser Gebiete ist der Hauptfeind die Zerstörung der Lebensräume durch den Menschen.

Fotos: (c) Michael Kürschner (7), Christel Selke (3)