Besuch einer Schule

Kenia

Land und Leute in Kenia

Besuch einer Schule
Grundschulen an der Nord- und Südküste Kenias

Kenia hat dem Reisenden viel zu bieten. Es sind nicht nur die großen traumhaften Safaris zu den Naturschauplätzen des Landes, es sind oftmals auch die kleinen Ausflüge zu Land und Leute. Unweit von den Strandhotels der Diani Beach an der Südküste beginnt schon das eigentliche afrikanische Leben Kenias. Allein in Ukunda und Umgebung lernt man bereits das traditionelle Leben kennen. Man erfährt die Lebensweise der Menschen auf den Straßen und Märkten, in der Umgebung erlebt man wie sie wohnen und was sie landwirtschaftlich anbauen. Unüberschaubar begegnet man der Jugend und den zahlreichen Kindern, weshalb auch der Besuch in einer der zahlreichen Grundschulen eine interessante Erfahrung bringt die sich lohnt.

Das Schulsystem in Kenia

Kenia setzt ganz auf seine Jugend. Allein in den letzten Jahren ging die Zahl der Analphabeten unter den jugendlichen über 15 Jahren auf weit unter 20 % zurück mit dem Trend einer weiteren Verringerung. Seit 2002 ist das Schulgeld für die Grundschulen abgeschafft und Kenia erhielt plötzlich weit über 1 Million neuer Grundschüler. Seit 2008 können sich Schüler auch für die weiterführenden Schulen von den Gebühren befreien lassen. Mit dieser Bildungsoffensive wird wohl  auch hier die Schülerzahl erheblich ansteigen können.
In Kenia gibt es das zweigliedrige Schulsystem. Es beginnt mit der Primary School, einer Grundschule, die 8 Jahre andauert. Danach folgt die Secondary School als Oberschule für 4 Jahre. Sie ist freiwillig und kann mit guten Abschlußnoten auch die Zulassung für ein 4-jähriges Hochschulstudium sein. Zahlreiche kostenpflichtige private Eliteschulen ergänzen zusätzlich das Bildungsangebot für die Jugend Kenias.

Bilder von Grundschulen an der Nord- und Südküste

Bild 1: Grundschulgebäude nahe Malindi an der Nordküste mit den Klassenräumen der unterschiedlichen Altersgruppen. Bild 2: Die Schüler versammeln sich vor dem Unterricht zum Morgenappell. Diese Zeremonie ist in den meisten Schulen obligatorisch. Bild 3: Nach dem Morgenappell wird sich dieses Klassenzimmer gleich lautstark füllen. Bild 4 und 5: In einer anderen Grundschule bei Ukunda an der Südküste konnten wir richtig am Unterricht teilnehmen, denn mit etwas Glück hat man auch die Chance eine Unterrichtsstunde zu erleben. Ich durfte in einer Primary School einer Englischstunde beiwohnen und saß neben einem Schüler auf der engen Schulbank, etwas ungewohnt aber auf jeden Fall faszinierend für mich. Bild 6: Nach der Unterrichtsstunde sangen die Kinder aus verschiedenen Klassen für uns zum Abschied noch ein kenianisches und ein deutsches Volkslied  vor, was auch für andere Teilnehmer sicherlich ein rührendes und beeindruckendes Schauspiel war. Bild 7: Die begehrtesten Plätze sind an der „Fensteseite“ , das einstrahlende Licht macht den Unterricht angenehmer. Bild 8: Wenn die überfüllten Klassenzimmer zu wenig Schulbänke haben kann es schon einmal vorkommen, dass einige Schüler am Boden hocken um am Unterricht teilzunehmen.

Die Mwamanga Primary School

Als wir 2007 erstmals eine Grundschule bei Ukunda besuchten, waren gerade Ferien, aber die Lehrer organisierten extra für uns eine Anzahl von Schülern aus den jüngsten Altersstufen. Man zeigte alle Schulräume und erklärte uns die Schule und wie sie mit den Spenden umgeht für die Sanierung der Gebäude. Man merkte schnell, das es an vielen Dingen mangelte. Spontan gaben wir das Geld für zwei Schulbänke, die in einem Klassenzimmer fehlten. Da es auch an Blei- und Bundstiften knapp war, brachten wir diese und andere Utensilien zahlreich schon aus Berlin mit.

Shirazi Primary School an der Südküste

Kenias Grundschulen sind auf Hilfe angewiesen, weil sie völlig überlastet sind

Kenia ist in Afrika für seine Bildungspolitik vorbildlich, was seine Schulpflicht angeht und das die staatliche Primary School keine Gebühren mehr kostet, damit auch jedes kenianische Kind eine sichere schulische Grundausbildung erhält. Was Kenia aber nicht schafft ist die finanzielle Absicherung der Schulen. Es fehlt einfach das Geld, die Lehrer gut zu bezahlen, Schulen zu bauen und zu erhalten, selbst Schulbänke und Arbeitsgeräte sind nicht für jeden Schüler da. Die Eltern sind zwar froh, das ihre Kinder die Schule besuchen, aber bis auf die Schuluniform können sie mit Geld nichts unterstützen, denn das wird in den Großfamilien für andere Zwecke dringender benötigt. Dieses Problem ist auf dem Lande im Verhältnis zu den großen Städten noch besonders groß.
Um so erfreulicher sind die vielen privaten Spenden aus dem Ausland, aber auch Touristen sind hier eine wichtige und dringende Hilfe, wenn sie vor Ort in den Schulen direkt spenden oder auch Arbeitsutensilien stiften. Mit etwa 20 Euro kann eine Schulbank für 2 Kinder finanziert werden und das war nur ein Beispiel, wie man helfen kann, die Jugend Kenias zu fördern, denn sie ist die Zukunft des Landes.
Trotz der großen Bildungsoffensive der kenianischen Regierung ist sie in den Grundschulen völlig überlastet. Die Schüler sind stark motiviert zu lernen und es macht ihnen auch sehr viel Freude eine Schule zu besuchen, doch viele Schulgebäude sind baufällig und die Klassenzimmer völlig überfüllt. und es fehlt häufig auch an Schulbänken und Arbeitsmaterialien. Nicht selten stehen die Kinder oder hocken am Boden um am Unterricht teilzunehmen.
An dieser Stelle kann ich nur jedem Touristen ein Tipp ans Herz legen. Wenn sie in Kenia Urlaub machen wird es ihnen an nichts fehlen, das Land hat Ihnen viel zu bieten und gibt von seiner Kultur und den Naturschönheiten wunderbare Erlebnisse. Geben Sie etwas zurück und besuchen sie auch bei den Ausflügen zu Land und Leuten eine Schule und unterstützen Sie diese mit einem kleinen Beitrag. Sie helfen damit den vielen Kindern vor Ort und dem Land für seine Zukunft.
Mit etwas Glück hat man auch die Chance eine Unterrichtsstunde zu erleben. Ich durfte in einer Primary School einer Englischstunde beiwohnen und saß neben einem Schüler auf der engen Schulbank, etwas ungewohnt, aber auf jeden Fall faszinierend für mich.

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (12), Christel Selke (5)