Karnak Tempel Ach-menu

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Tempelanlage von Karnak
Karnak Tempel Ach-menu
Festtempel Thutmosis III. im Bezirk des Amun

Das Ach-menu oder der Festtempel des Thutmosis III. trägt den altägyptischen Namen Men-cheper-Ra-ach-menu: „Herrlich an Denkmälern ist Men-cheper-Ra“ (Thutmosis III.). Das Ach-menu wird auch als Millionenjahrhaus bezeichnet und ist dem Amun-Re geweiht. Thutmosis III, ist für seine große Bauaktivität in der Tempelanlage von Karnak im Bezirk des Amun bekannt und seinen großen Festtempel (Ach-menu) errichtete er im äußesten Osten in der Tempelanlage von Karnak.

Bild 1: 1. Ach-menu, der Festtempel von Thutmosis III. im äußersten Osten von Karnak im Bezirk des Amun, 2. 6. Pylon, 3. 5. Pylon, 4. 4. Pylon, 5. 3. Pylon, 6. Ab dem 7. Pylon beginnt der südliche Teil vom Karnak Tempel im Bezirk des Amun, 7. 8. Pylon, 8. 9. Pylon, 9. 10. Pylon, 10. Heiligtum des Taharqa, 11. Der heilige See im Karnak Tempelbezirk des Amun. Bild 2: Offizielle und sehr informative Schautafel vor dem Festtempel von Thutmosis III. 

Bild 3: Das außergewöhnliche Bauwerk des Ach-menu in seiner vollen und noch erhaltenen Länge liegt quer zur alten Hauptachse von Süd nach Nord im Ostteil des Karnak-Tempels im Bezirk des Amun mit einem Blick auf die Westfassade, vom Hof des Mittleren Reiches. Die Festhalle hat eine Breite von 44 Meter und eine Tiefe von 16 Meter. Die Außenwände werden insgesamt von 32 Grundpfeilern getragen.

Ach-menu, der Festtempel Thutmosis III.

Bild 4: Die Festhalle vom Ach-menu von der Westseite in nördlicher Richtung. Links im Bild ein  Blick von Süden in die westlichste Amun-Kapelle am Nordende der Pfeilerhalle, Statuenfragmente im hinteren Teil der Kapelle von Thutmosis III. zwischen Amun und Mut. Bild 5: Die Festhalle vom Ach-menu von der Westseite in südlicher Richtung. Reliefartige Darstellungen sind an den Außenseiten nur noch sehr schwach vorhanden. Nur die Außenseite des oberen Balkens an der Westseite zeigt noch eine lange Reihe von Hieroglyphen als grafisches Dokument. Bild 6: Eingangsbereich im Süd-Westen mit der kolossalen Statue von Thutmosis III.

Bild 7 und 8: Die Festhalle hat eine basilikane Bauart und entspricht auch in der Bauweise der „Großen Säulenhalle“. Trotzdem gibt es eine Besonderheit, denn die Säulen vom Mittelschiff sind höher als die umgebenden Außenpfeiler der Festhalle, dadurch kann durch die fensterartigen Öffnungen (Bild 8) in der oberen Reihe der Außenwände ständig das Sonnenlicht die Halle erleuchten. Das Mittelschiff hat zwei Reihen mit jeweils 10 Säulen die noch heute die Decke tragen, ihre Besonderheit liegt in ihrer Form, die Säulen werden von unten nach oben etwas breiter und werden in ihrer Art auch Zeltstangensäulen genannt. Bild 9: Nördliche Außenseite mit Säulen.

Bild 10 und 11: Bei allen Säulen fehlen zwar die entfernten oder zerstörten Dekorationen, doch der obere Teil der Säulen und der Decke lassen noch erahnen, wie ursprünglich einmal alles in dieser Festhalle farbig gestaltet wurde.

Bild 12 .- 13: Ursprünglich waren alle Säulen, Decken, Architrave und Türstürze im Festtempel von Thutmosis III. mit zahlreichen farbigen Reliefs und Malereien ausgeschmückt. Von der vielfältigen Dekoration ist nicht viel übrig geblieben und nur wenige Restebestände sind an den Architraven zu finden. Bereits in der Amarna-Zeit unter Pharao Echnaton (Amenophis IV.) wurde zwischen 1350–1334 v. Chr. einiges an Dekorationen durch den Aton-Kult entfernt.  Später wurde in der frühchristlichen Zeit die Festhalle des Ach-menu von den Kopten als Kirche zweckentfremdet und weitere sakrale Dekorationen aus der Zeit von Thutmosis III. gingen endgültig verloren.

Ach-menu, der „Botanische Garten“ von Thutmosis den III.

Auf der Ostseite im nördlichen Bereich befindet sich ein größerer Raum mit vier Papyrusbündelsäulen, die einst ein Dach getragen haben. Im unteren Bereich schmücken an den Wänden zahlreiche Reliefdarstellungen mit Pflanzen und Tieren den Raum. Der eingebürgerte Name „Botanischer Garten“ ist natürlich für die naturkundlichen Darstellungen irreführend, denn hier wurden nie lebende Pflanzen angebaut und gepflegt. Ursprünglich soll Thutmosis III. im 25. Regierungsjahr auf seinem 3. Feldzug in der Region Retjenu (altägyptische Bezeichnung der Region des heutigen Israels und Palästinas) zahlreiche Tiere und Pflanzen gesammelt haben. Laut einer Inschrift sammelte Thutmosis III. „alle seltenen Pflanzen und schönen Blumen“ und auch Tiere, um sie dem Amun-Tempel von Karnak zu stiften. Die Vielfalt der Pflanzen und Tiere ist sehr naturgetreu wie in einem Bestimmungsbuch dargestellt und nicht wie in ihren natürlichen Biotopen. Es bleibt aber zweifelhaft, ob Thutmosis III. alle Naturobjekte wirklich von diesem Feldzug mitgebracht hat, auch wenn es sich um einige exotische Arten handelt.

Bild 14: Zwei von vier Papyrusbündelkapitelle der Säulenreihe des Botanischen Gartens. Bild 15: Papyrusbündelsäulen im „Botanischen Garten“ mit der westlichen und südlichen Wand, an denen Reliefdarstellungen von Tieren und zahlreichen Pflanzen dargestellt wurden.

Bild 16 – 18: Naturkundliche Reliefdarstellung von Pflanzen und Tieren im „Botanischen Garten“. Neben Wildpflanzen von Wiesen und Äckern, sind auch Wasserpflanzen zu sehen und zu Beispiel auf Bild 18 auch Vögel. Auf Bild 18 erkennt man links auch die Kartusche mit dem Thronnamen von Thutmosis III.

Bild 19 – 21: Reliefdarstellung von Pflanzen und Tieren im „Botanischen Garten“. Neben zahlreichen Wildpflanzen wurden auch Nutzpflanzen, wie zum Beispiel die Baumwollpflanze auf Bild 21. dargestellt. Bild 19 zeigt außerdem noch die Reliefdarstellung einer Gazelle.

Ach-menu, das Sanktuar mit Alexander den Großen

Das kleine Sanktuar von Thutmosis III. (* um 1486 v. Chr.; † 4. März 1425 v. Chr.) befindet sich auf der Ostseite vom Ach-menu und wurde um 1450 v. Chr. errichtet und in wesentlich späterer Zeit von Alexander den Großen zwischen 330 – 325 v. Chr. usurpiert. Ob er es selbst anordnete oder Priester es für ihn in diesem Sanktuar umdekorieren ließen um Alexander den Großen als Pharao von Ägypten zu legitimieren und anzuerkennen ist nicht genau belegt. Man beachte aber, dass der Nichtägypter Alexander die Ägypter von der kulturellen Gewaltherrschaft der Perser befreite und die ägyptische Priesterschaft religiös anerkannte und das man deshalb im kulturellen Zentrum Ägyptens in Karnak propagandistisch die Wertschätzung von Alexander den Großen zum Ausdruck brachte. Trotz der Umdekoration für Alexander den Großen sind in diesem Sanktuar auch noch die Kartuschen vom ursprünglichen Bauherrn Thutmosis III. zu finden.
Das hochinteressante Sanktuar ist im wesentlichen bereits restauriert und für Besucher in der Karnak Tempelanlage noch immer ein fast unbekanntes Juwel im Ach-menu. Auch bei unserem Besuch (15. März 2020) war es verschlossen. Mit etwas Bakschisch für den „Tempelwächter“  konnten wir für einige Minuten im Sanktuar fotografieren.

Bild 22: Außenfassade über dem Eingang des Sanktuars. Bild 23: Die Kartuschen über dem dargestellten König verweisen auf Alexander den Großen. Bild 24: Über dem Kopf des Königs erkennt man deutlich die Kartusche mit dem Thronnamen von Thutmosis III. „Men-cheper-Re – Der von dauernder Gestalt ist der Re“. Bild 25: Ritualszene der oberen Reihe auf der Südwand des Sanktuars von Thutmosis III., es wurde von Alexander den Großen für sich usurpiert und zeigt ihn mit Amun-Re und Horus. Bild 26: Fortführende Ritualszene von Bild 25. Bild 27: Eine Reliefszene der unteren Reihe mit dem König vor dem Gott Amun-Min, der Phallus der Gottheit wurde zerstört und über dem Kopf des Königs befinden sich die Kartuschen von Alexander dem Großen.

Weiteres zu den Karnak-Tempeln, siehe auch unter:

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (16), Christel Selke (12)