Kaaper

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Kaaper
Hoher Beamter im Alten Reich

Zur Person von Kaaper

Kaaper diente als hoher Beamter wahrscheinlich zwei Pharaonen in der Überganszeit von der 4. in die 5. Dynastie im Alten Reich. Seine obersten Dienstherren waren die Pharaone Mykerinos bis Userkaf. Aus seinem Pivatleben ist noch nicht viel bekannt. Er war aber mit Sicherheit ein Enkelsohn von Prinzessin Winschet, die in der 4., Dynastie das Amt einer Priesterin bekleidete. In seiner Karriere arbeitete Kaaper sich zum Obersten Vorlesepriester (Cheri-habet-heri-tep) hoch und war zugleich auch Schreiber der königlichen Armee. Eine bedeutende Vertrauensstellung zum Pharao, denn als Schreiber in dieser Position war er auch mit geheimen Papaieren vertraut. Er führte zahlreiche Titel, wie diesen hochrangigen „Sohn des Königs“, dieser Titel hatte  gesellschaftlich eine sehr hohe Bedeutung, auch wenn er kein königlicher Prinz war. Über seine Eltern und Geschwister ist nichts bekannt. Ob er verheiratet war, wird vermutet, weil man in seinem Grab eine Frauenstatue fand, die jedoch keine Namensnennung hatte.

Kaaper, ein hoher Beamter im Alten Reich

Das Grab von Kaaper

Kaaper muß entsprechend seiner gesellschaftlichen Stellung als hoher Beamter sehr wohlhabend gewesen sein. Allein die Grabstätte, eine große Ziegelmastaba (C8) in der Beamtennekropole von Sakkara deutet auf einen enormen Wohlstand hin. Neben seiner großen Statue aus Holz fand man auch eine zweite Frauenstatue, bei der Vermutet wird, dass es sich dabei um seine Ehefrau handeln könnte.

Die Holzstatue von Kaaper

Zur Statue von Kaaper

Diese berühmte Holzstatue von Kaaper mit einer Höhe von 112 cm bezeugt eine ganz besondere Kunstrichtung, die typisch war für die Zeit im Alten Reich. Nur das vergängliche Material, es handelt sich um Sykomorenholz, war eher ein selteneres Beispiel. Diese Statue war ursprünglich mit einer feinen und bemalten Gibsschicht bedeckt. Bis auf wenige Stellen ist aber nichts mehr davon zu erkennen. Die Statue ist äußerst realistisch dargestellt in der Tradition des Realismus. Die Augen sind aus Alabaster, Kristall und schwarzem Stein gefertigt. Das lebendig wirkende Gesicht refelektiert das stolze und zufriedene Leben des Priesters. Die extrem auffallende und sehr naturalistische Gestaltung des Gesichts von Kaaper brachte die Arbeiter bei den Ausgrabungen 1860 zum großen Erstaunen. Sie erkannten in dem Gesicht auch den Bürgermeister aus ihrem Dorf, das im arabischen Scheich el-Beled heißt. Seit dem trägt die Statue von Kaaper auch den humorvollen Beinahmen des Dorfes.

Heute steht die Statue vom Kaaper im Ägyptischen Museum in Kairo.

Fotos: (c) Michael Kürschner (1), Christel Selke (1)