
Landschaften & Natur in Tunesien
Chott el Djerid
Der größte Salzsee Nordafrikas
Lage
Chott el Djerid liegt im Süden Tunesiens, ziemlich zentral gelegen und nicht weit von der algerischen Grenze. Die nächstliegenden Ortschaften sind Nefta und Tozeur. Die Zuflüsse für das Chott el Djerid kommen aus den nordwestlich gelegen Bergen. Südlich des Chott el Djerid beginnt die Vollwüste der Sahara. Da der große Salzsee selbst in der Trockenzeit nur äußerst gefährlich passierbar war, legte man einen aufgeschütteten Damm an, der heute als eine gut ausgebaute Landstraße die Verbindung von Tozeur nach Kebili ermöglicht.
Bild 1 und 2: So weit das Auge reicht, der riesige Salzsee Chott el Djerit erweckt den Eindruck einer optisch wirkenden Unendlichkeit.
Geografie und Geologie vom Chott el Djerit
Der im Süden Tunesiens gelegene Salzsee Chott el Djerid soll eine Fläche von über 7500 Quadratkiliometer haben und mit seiner Breite von etwa 70 km wäre dieser Chott el Djerid wohl auch das größte zusammenhängende Salzseengebiet in Nordafrika. Es handelt sich dabei geologisch um ein Sedimentbecken mit einer deutlichen Senke (Depression) mit einem Salzsee. Das Chott el Djerid wird in den Wintermonaten durch Wasserläufe aus den nördlichen Bergen (Ausläufer des Atlas) gespeist. Das besondere ist aber, dass das Chott el Djerid eine abflusslose Senke bildet und da bereits die Zuflüsse salzführend sind versalzt die Fläche verstärkt. In den Sommermonaten versiegt der Wasserzulauf und durch den sehr hohen Verdunstungsgrad trocknet die Salzwüste relativ schnelle aus, denn die Niederschlagsmenge übersteigt im Jahr kaum 100 mm und die hohen Temperaturen bis 50 Grad Celsius tragen zur Verdunstung des Wassers bei und übrig bleiben Salze die zu einer trockenen Kruste kristallisieren. Aber Vorsicht beim Betreten dieser verkrusteten und trockenen Salzflächen unter der Oberfläche kann sich ein tiefer Salzschlick befinden mit lebensgefährlichen Folgen.
Bild 3 und 4: Eigentlich ist das Chott el Djerid eine landschaftliche Ebene die sich in den Wintermonaten mit Wasser aus den Bergen füllen kann. In den Monaten Mai bis Oktober trocknet dieser Salzsee aus und nur wenige Erdvertiefungen verdunsten nicht so schnell und führen bis in den tiefen Sommer hinein extrem salzhaltiges Wasser. Bild 5: Wenn der Salzsee verdunstet, entsteht eine weite und öde Landschaft. Man könnte schnell dem Irrtum unterliegen diese Fläche zu betreten. Die verkrusteten Flächen können aber sehr dünn sein und eine große Gefahr bedeuten, wenn man in den unter der Oberfläche bestehenden Salzschlamm versinkt. Bild 6: In der Mitte des Bildes zeigt sich eine absolute optische Täuschung, denn auf dem ausgetrockneten Salzsee Chott el Djerit ist zum Zeitpunkt des Bildes kein Wasser vorhanden. Es handelt sich einfach nur um das Phänomen einer Fata Morgana. Bild 7: Von der Straße des Damms sieht man häufig auch solche, wie aufgeschüttete Hügel aus einem Gemisch von Salz und Sand. Bild 8: Ein unbekannter Künstler schuf auf einem Salzhügel die stattliche Figur eines Dromedars. Bild 9: Der wohl seltsamste Toilettenort Nordafrikas in der ewigen Salzwüste direkt als Haltepunkt am Damm des Chott el Djerid Die Nutzung wird man wohl für sein ganzes Leben nicht vergessen. Bild 10: Während man in früheren Zeiten nur unter Lebensgefahr das Chott el Djerid überqueren konnte, kann man heute ganz bequem mit dem Auto den Süden erreichen durch die Aufschüttung eines Damms mit einer gut und sicher ausgebauten Autostraße. Bild 11: Ein Schild am Straßenrand des Damms bringt einem schnell in Erinnerung, dass wir nicht mehr weit von der algerischen Grenze entfernt sind.
Die schönsten und außergewöhnlichsten Sandrosen
stammen aus dem Chott el Djerid in Tunesien
Bild 12: Sandrosen sind wasserlösliche Gipskristalle und entstehen nur in sehr heißen und trockenen Wüstengebieten in einem ariden Klima, bei dem die Art der Verdunstung immer wesentlich höher liegt als der Niederschlag. Die berühmtesten Sandrosen werden übrigens in Nordafrika im tunesischen Salzsee Chott el Djerid gewonnen. Die Sandrosen selbst bestehen meist aus Sandkörnern, die in einem Kristall aus Gips bestehen. Weil die im Wasser gelösten Salze durch eine intensive Verdunstung kristallisieren bilden sich die typischen blattförmigen Strukturen einer Sandrose. Da jedes Kristallgebilde einer Sandrose immer eine unregelmäßiges Form bildet, ist jede Sandrose immer ein natürliches Unikat. Da im Chott el Djerid besonders gute Exemplare abgebaut werden können, werden sie nicht nur vor Ort, sondern in ganz Südtunesien dem Touristen angeboten und Handeln wird zur Pflicht, denn Festpreise sind sehr selten.
Fotos: (c) Michael Kürschner (6), Christel Selke (7)











