Systematik
Mittelmeer-Sandschnecke
Theba pisana
Ordnung: Stylommatophora – Landlungenschnecken
Familie : Helicoidea – Schnirkelschnecken
Gattung : Theba
Art: Theba pisana
Trivialname
deutsch: Mittelmeer-Sandschnecke Dünenschnecke, englisch: White garden snail, Mediterranean coastal snail,
französisch: Petit escargot blanc, Limaçon de Pise, Hélice de Pise,
Vorkommen
Theba pisana ist eine Landschnecke, die ihr natürliches Vorkommen meist in trockenen Regionen in Küstennähe hat. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Mittelmeergebiet Europas und Nordafrikas.
Fundort
In den tunesischen Ausgrabungsstätten von Dougga mit steinig, sandigen Böden und einer kargen Pflanzenwelt. und in parkähnlichen Anlagen in Hammamet im Mai 2026
Bild 1: Die Mittelmeer-Sandschnecke trifft man selten allein an und eher in größeren Ansammlungen. Bild 2: Die fast weiße Variante von Theba pisana auf einer Gazanienblüte.
Beschreibung
Die Mittelmeer-Sandschnecke hat mit seinen 8 – 12 mm ein verhältnismäßig flaches Gehäuse mit etwa 6 Windungen, aber eine Breite von 15 – 25 mm. Die systematische Einordnung war über Jahre nicht sehr leicht, weil sie mehr als ein Dutzend farblich unterschiedliche Gehäuse aufweisen kann. Die bekannten Grundfarben reichen von überwiegend weiß bis gelblichen, rötlichen und bräunlichen Tönen. Auch die Muster der Zeichnungen zeigen unterschiedliche dunkle Spiralbänder oder unterbrochene Streifen. Der Weichkörper der Schnecke ist mit einem zartes hellbraun bis hellgelb gefärbt.
Fortpflanzung
Bereits nach einem Jahr ist die Mittelmeer-Sandschnecke – Theba pisana als ein Zwitter voll geschlechtsreif und sie befruchten sich gegenseitig, weil eine Selbstbefruchtung nicht möglich ist. In der trockenen Klimazone Tunesiens kann es in den Monaten von Oktober bis März zu fünf Eiablagen kommen und jedes Gelege kann bis zu 70 Eier beinhalten.
Nahrung
Theba pisana ist ein reiner Pflanzenfresser und nicht auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Die Nahrung ist daher sehr vielfältig und bei Wildkräutern jeder Art frisst sie praktisch alles vom Blattwerk, Stengel und Blüten. Aber auch Algen und Flechten, die sie mit ihrer Raspelzunge abschaben können, gehören zum Nahrungsprogramm. In extremen Trockenlagen ernähren sie sich auch von abgestorbenen Pflanzenteilen.
In klimatisch milden Regionen der Erde, in denen sie durch den Menschen verschleppt wurde, kann sie ohne Feinde sich massenhaft ausbreiten und als stark invasive Art schwere Schäden an Kulturpflanzen verursachen. Als ein Beispiel sei hier Israel genannt, wo die Mittelmeer-Sandschnecke mit Leidenschaft in Zitrusplantagen eindringt und bevorzugt Blätter und Knospen der Zitrusbäume frisst. Sie gilt in Israel deshalb als ein zu bekämpfender Schädling.
Fotos: (c) Michael Kürschner (3)

