Uromastyx acanthinura

Systematik

Nordafrikanische Dornschwanzagame
Uromastyx acanthinura

Ordnung: Squamata – Schuppenkriechtiere
Familie : Agamidae – Agamenartige
Gattung : Uromastyx
Art: Uromastyx acanthinura
Unterart: Uromastyx acanthinura nigerrimus

Trivialname

deutsch:  Nordafrikanische Dornschwanzagame, Marokkanische Dornschwanzagame
englisch: North African mastigure, North African spiny-tailed lizard
französisch: Foiuette-queue, swahili: —-, afrikaans:

Vorkommen

Die Nordafrikanische Dornschwanzagame – Uromastyx acanthinura nigerrimus, trägt auch den Trivialnamen Marokkanische Dornschwanzagame. Diese Unterart hat auch ihre natürliche Verbreitung  im östlichen Marokko im Atlas Gebirge und ist heute auch im südlichen Algerien und Tunesien bekannt, die Art an sich, ist aber in der gesamten Sahara verbreitet von Marokko bis nach Ägypten. Beobachtete Exemplare in Mauretanien und Senegal gelten eher als eingeführt. Ihre Lebensräume liegen eher im Gebirge und bestehen aus Felswüste und sandiger Steinwüste, in reinen Sandwüsten ist die Nordafrikanische Dornschwanzagame nicht anzutreffen.

Bild 1- 4: Die Fotos zeigen hier die Unterart der Nordafrikanischen Dornschwanzagame – Uromastyx acanthinura nigerrimus. Im Bild 4 kann man deutlich die Schwarzfärbung im Nacken als typisches Merkmal der Art bestimmen.

Beschreibung

Die Nordafrikanische Dornschwanzagame kann eine Körperlänge von etwa 45 cm erreichen, wobei etwa 15 cm allein auf den Schwanz entfallen.In der Färbung ist die Art vielfach sehr variabel und es treten je nach geografischer Region, klimatischen Einwirkungen und Stimmungen Gelb-, Grün- oder Orangefärbungen auf. Um diese Art an Hand der unterschiedlichen Färbung trotzdem sicher bestimmen zu können, ist allen Farbvarianten die Schwarzfärbung im Nacken gemeinsam.
In ihren Lebensabläufen sind sie tagaktive Tiere, verkriechen sich aber in der größten Sonnen- und Hitzeeinwirkung. In den Wintermonaten können sie auch bei großer Kälte für längere Zeit in ihren Versteckplätzen in eine eine Art Kältestarre verfallen. Ihre wesentlichen Aktivitätsabläufe sind demnach auch körperschonend von Temperaturen und Lichteinflüssen abhängig.

Fortpflanzung

Je nach geografischer Lage und Witterung fällt die Paarungszeit in die Frühlingsmonate März und April. Die Geschlechtsreife tritt etwa mit 3 – 5 Jahren ein und vermutlich bei den Weibchen etwas früher. In der Fortpflanzung sind sie ovipar, das Weibchen vergräbt meist im Sand etwa 15 – 20 Eier und nach einer Inkubationszeit von etwa 3 – 4 Monaten schlüpfen die Jungtiere.

Nahrung

Obwohl Dornschwänze in Landschaften mit einer sehr schwachen Vegetation leben, sind sie hauptsächlich Vegetarier und perfekt angepasst an ein sehr geringes Nahrungsangebot in der Wüste. Sie weiden sogar ihre Futterpflanzen nachhaltig und ökologisch, damit die Pflanze nicht zerstört wird und ein Nachwachsen gesichert ist. Wenn die Bedingungen es erlauben, können Dornschwänze große Mengen an Futter auf einmal verzehren und nicht wie üblich bei reinen Pflanzenfressern, geht die aufgenommene Nahrung nicht den Weg einer raschen Verdauung. Das aufgenommene Grünfutter wird als „Lagerbestand“ im Blinddarm abgespeichert und nur langsam verwertet. Die Nahrung wird in das lebensnotwendige Fett umgewandelt. Durch einen derartigen Stoffwechsel können sie bei Nahrungsknappheit größere Fastenzeiten unproblematisch überdauern. Jungtiere können auch „Flexitarier“ sein und das eine oder andere Insekt verspeisen. Im benötigten Wasserhaushalt hat die Natur die Dornschwänze mit einigen komplizierten Körperfunktionen ausgestattet, die es ihnen erlauben in der Wüste mit einer extrem geringen Wasseraufname auszukommen und zusätzlich den Wasserverbrauch auch noch einzusparen.

Fotos: (c) Michael Kürschner (4)