Waisenhäuser in Ukunda

Kenia

Land und Leute in Kenia

Waisenhäuser in Ukunda
Wo Hilfe für Kinder in Not eine Zukunft bietet

Waisenkinder in Kenia

Kenia hat eine Bevölkerungsdichte von etwa 45 Millionen Menschen und ist wirtschaftlich eines der bedeutenden Nationen Ostafrikas. Aber geschätzte 2,5 Millionen Waisenkinder (2010) sind die traurige und soziale Schattenseite dieses aufstrebenden Landes, dass wir auch als Urlaubsparadies sehr zu schätzen wissen. Unzählige Waisenhäuser kümmern sich um die Schwächsten der Gesellschaft mit einer unermüdlichen Menschlichkeit. Sie sorgen sich nicht nur um die Unterbringung sondern kümmern sich auch um eine gute Schulausbildung. Die meisten Kinder haben ihre Eltern durch Krankheit oder Tod verloren. Aber auch Armut und Aids sind Ursachen für einen rasanten Anstieg zahlreicher Waisenkinder im ganzen Land. Der kenianische Staat ist hier leider kaum in Lage diese Größenordnung  zum Schutz seiner Kinder abzusichern. Unzählige Waisenhäuser entstammen privater Eigenleistung, Fördervereinen und den Kirchen. Viele Waisenhäuser befinden sich auch in Nähe touristischer Zentren und können  oftmals nur durch Spenden von Urlaubern die dringenden Notwendigkeiten für die Kinder aufrecht erhalten.  Im Grunde kann man nach meinen Beobachtungen die Behauptung vertreten., Geld- und Sachspenden fehlen immer und werden ständig dringend benötigt um den Kindern eine glückliche und menschenwürdige Zukunft zu geben.
Auf allen unseren Reisen in Kenia haben wir jährlich auch ein Waisenhaus besucht und viele Einblicke gehabt in die unermüdliche und nicht leichte  Arbeit all der verantwortlichen Menschen die sich liebevoll um die kleinen Kinderseelen kümmen. Oftmals sind die Jüngsten nicht unbedingt die gesündesten und nicht selten sind einige Kinder auch traumatisiert von ihrem ganz persönlichen Schicksal.
Wenn wir mithelfen wollen, kann auf den Reisen auch ein Waisenhaus besuchen und neben Geldspenden sind auch Sachspenden in Form von Spielzeug und Schulmaterialien gerne gesehen. Als Außenstehender kann man sich kaum vorstellen, wie zum Beispel einige Fußbälle Wunder vollbringen können.

Die beiden hier vorgestellten Waisenhäuser sind sind nur ein Beispiel  für viele andere soziale Einrichtungen, die sich um das Wohl und die Bildung der Kinder Kenias kümmen, die ihre Eltern verloren haben und emotional gefestigt ihre Zukunft meistern müssen.

BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER

Bild 1: Der Eingang zum BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER. Bild 2 und 3: Was für ein schweres Schicksal mag wohl diese beiden Kinder ins Waisenhaus gebracht haben? Wir werden es nie erfahren, aber es hat uns berührt, sie als selbstbewußte Kinder zu erleben. Bild 4: Im Hinterhof des Waisenhauses war nicht viel Platz, aber es reicht  aus, wenigstens die Wäsche noch zum trocknen zu bringen. Bild 5 und 6: Man zeigte uns die neue, noch Bau befindliche, Küche, denn bis zu diese Zeitpunkt wurde in einem Nebenraum auf offenem Feuer am Boden gekocht. Inzwischen ist die auf Spendenbasis gebaute neue Küche aber schon im Betrieb. Bild 7: Blick in den Schlafraum der Mädchen. Bild 8: Mit viel Geschick bügelt dieser Junge im Waisenhaus ausgezeichnet die Wäsche. Bedenkt man aber, das das Bügeleisen noch mit glühender Holzkohle erhitzt wird, dann wird einem erst bewußt, welche Hilfe noch benötigt wird, damit das Waisenhaus auch für alle Beteiligten besser ausgerüstet wird.

Gerne haben wir das Angebot vom Hotel Diani Sea Lodge angenommen ein Waisenhaus in Ukunda zu besuchen. Das Hotel organisierte die Fahrt und viele Gäste nahmen es auch dankbar an. Es gibt in Ukunda und Umgebung viele Waisenhäuser und Hilfsprojekte für Kinder in Not und viele sind auch schon in Sponsorenhand und Vereinen die örtliche Hilfeleistung bringen. Aber das Hilfsobjekt BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER scheint noch keine große Hilfe zu haben und vieles ist noch in den Anfängen und es fehlt eine Menge am täglichen Bedarf und nicht nur an Grund und Boden und Gebäuden. Die Zahl der  Kinder in Not wächst ständig, aber der Wille jedem Kind eine Zukunft zu geben ist da und das haben wir in diesem noch sehr bescheidenen Waisenhaus zu spüren bekommen. Die Freude der Heimleitung war riesig, denn es wurden ja nicht nur Geldspenden geleistet sondern auch Sachspenden in Form von Kleidung, Schreib- und Malstiften, Papier und Spielzeug.
Im BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER werden alle Altersstufen vom Windelalter bis zum 18. Lebensjahr untergebracht. Man sorgt sich für die Unterkünfte, Speisen, Bekleidung und den Besuch von Vorschulen und Schulen. Den Kindern soll es an nichts fehlen, auch wenn die Ausgangsbasis noch sehr bescheiden ist. Die Kinder und Jugendlichen machten aber auf uns einen glücklichen Eindruck, auch wenn sie meist aus tragischen Gründen ihre Eltern verloren haben. Hier im BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER fühlen sie aber wie man sich um sie kümmert. Man gibt ihnen Geborgenheit und alles was Kinderherzen benötigen, auch wenn die Bedingungen für das Waisenhaus noch sehr bescheiden sind. Um aber die Bedürfnisse der Kinder aufrecht zu erhalten, ist man im BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER in Ukunda dauerhaft auf Spenden angewiesen.
Wer in Kenia an den Traumstränden der Diani Beach seinen Urlaub verbringt, hat nach Ukunda keinen weiten Weg die Kinder im BORN AGAIN CHILDREN CARE CENTER zu besuchen. Informieren sie sich vor Ort  nach Adressen sozialer Einrichtungen, denn es gibt neben privaten auch konfessionelle Hilfsprojekte für Kinder in Not und mit einer kleinen Spende kann man schon viel bewirken. Spenden vor Ort haben keinen Verwaltungsaufwand und sind immer direkte Hilfen fü das jeweilige soziale Projekt.

Waisenhaus der New Apostolic Church

Die Kinder und ihre Betreuer in diesem konfessionellen Waisenhaus der New Apostolic Church

Mit dieser konfessionellen Einrichtung in Ukunda  lernten wir ein weiteres Waisenhaus kennen. Vieles war hier noch im Aufbau. Die meisten der Kinder die wir dort antrafen, waren zu dieser Zeit im Vorschulalter und in der 1. Klasse der Primary School. Wir lernten die kirchliche Leitung  und die zahlreichen sehr freundlichen Betreuer und Lehrer kennen. Wir waren bei den Kindern im Schulraum und erfuhren vieles über die Lerneinrichtung für die Kinder. Man zeigte uns die Schlaf-und Essräume der Kinder und die geplanten Erweiterungsbauten, die noch in der Fertigstellung waren.
Auch wenn man auf den 1.Blick den Eindruck bekam, hier fehlt es den Kindern an nichts, basiert doch alles auf Spenden. Die Betreuer geben den Kindern zwar alles an liebervoller Fürsorge, doch die materiellen Dinge des Alltags können nur durch Spenden organisiert werden, damit z.B. Kleidung und die schulischen Materialien angeschaft werden können.

Wir waren immer wieder erstaunt, wie viele Kinder in Not geraten durch Armut, Tod, Unfälle der Eltern und Krankheiten wie zum Beispiel AIDS und in diesem Sinn war aber auch immer wieder auffallend, dass es so gut wie keine Straßenkinder gibt, die sich alleine durchschlagen müssen. Diese fürsorgliche Sicherheit für die Kinder bieten die verschiedenen Waisenhäuser unterschiedlicher sozialer Träger aus dem privaten und konfessionellen Bereich.

Wir erleben auf unserer Keniareise so vieles an schönen Dingen, da ist eine kleine Spende nur ein kleiner Schritt für uns, aber ein großer für die Zukunft der Kinder dieses Landes.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Albert Schweitzer ein: „Mit dem Herzen zu denken, ist die rechte Art für Menschen“.

Fotos: Michael Kürschner (11), Christel Selke (4) 2009/2010