Steinkreise von Wassu

Land und Leute in Gambia

Steinkreise von Wassu
Kulturhistorische Stätte in Gambia

Bedeutendes UNESCO-Weltkulturerbe

Eingangsschild zu den Steinkreisen von Wassu mit dem Museum

Lage

Die Steinkreise von Wassu liegen etwa  fünfzehn Kilometer nordwestlich von Janjanbureh (ehemals Georgetown) bei dem kleinen Ort Wassu in der Central River Region von The Gambia. Diese Senegambischen Steinkreisen findet man in einem Band von 100 Kilometer Breite und 350 Kilometer Länge in Gambia und im Senegal.

Die Bedeutung der Steinkreise von Wassu

Die Steinkreise von Wassu gehören mit weiteren Steinkreisen in Gambia und im Senegal zu den Senegambischen Steinkreisen in einer sogenannten megalithischen Zone in der im 7. bis 8. Jahrhundert n.Chr. in Westafrika wohl eine besondere Hochkultur existiert haben muß, weiter westlich sind ähnliche kulturhistorischen Funde auch in Mali, Guinea und Nigeria bekannt. Über die Kultur der Völker, die diese Megalithen errichteten ist bis heute so gut wie nichts bekannt und selbst Archäologen rätseln über dieses Phänomen einer rasch aufgekommenen Kultur in der Subsahara, die wahrscheinlich auch ebenso schnell wieder untergegangen ist.

Steinkreise von Wassu
Steinkreise von Wassu

Die megalithischen Steinkreise, die man hier in Wassu sehen kann, sind mit aufrecht stehenden Steinblöcken bestückt sind wurden wahrscheinlich für religiöse Bestattungsrituale aufgestellt. Die Steinkreise bestanden meist aus 10 bis 25 Steinblöcken aus bearbeiteten Laterithgestein mit einem Gewicht zwischen 2 und 10 Tonnen. Die aufgerichteten Steine haben unterschiedliche Größen, die Höhen von 100 bis 250 cm aufweisen. Obwohl mit jedem Steinkreis ein Grab verbunden ist, ist der Sinn und Zweck der Steine selbst noch ein archäologisch ungelöstes Rätsel. Da man an diesen Grabstätten auch Waffen, Schmuck, Krüge und Vasen als Grabbeigaben fand, geht man von der Theorie aus, dass es sich bei den Bestatteten um höhere Persönlichkeiten, oder gar um Herrscher gehandelt haben könnte.
Seit dem 12. Juli 2006 gehören die Steinkreise von Wassu zum UNESCO-Weltkulturerbe und befinden sich somit im Rang bedeutender kulturhistorischer Denkmäler der Menschheit.

„Glückssteine“ auf den Säulen von Wassu

Auf den Latheritsäulen der Steinkreise findet man heute viele aufgelegten Steine, die gemäß eines modernen Aberglaubens Glück verheißen sollen. Einheimische wie auch Touristen legen heute Steine auf die Säulen in dem Glauben, ein Wunsch geht in Erfüllung, wenn man darüber schweigt.

Das Wassu Steinkreise Museum

Gleich in Eingangsnähe auf dem Weg zu den Steinkreisen befindet sich ein kleines bescheidenes Museum (Wassu Stone Circles Museum). Es zeigt in anschaulichen Darstellungen wie die riesigen Steine abgebaut und zum Ziel ihrer Bestimmung transportiert wurden. Außerdem findet man dort auch historische Grabbeigaben und  Modelle von den Gräbern im Zusammenhang mit den Steinkreisen.
Touristen werden meist in Gruppen zu den Steinkreisen von Wassu gebracht, wollen kurz einen Blick auf die Steinkreise werfen und noch ein Handyfoto machen für die digitale Kommunikation, doch für das Museum bleibt da kaum noch Zeit. Es kostet auch noch 100 Dalasi Eintritt mit Fotoerlaubnis (ca. 1,74 Euro). Wir hatten es selbst erlebt, wie Touristen fluchtartig das Museum verließen, nur weil sie das geringe Eintrittsticket bezahlen mußten.Eigentlich schade, denn das kleine Museum bringt die wichtigen Informationen, die man benötigt um das Phänomen der Steinkreise besser zu verstehen. Wenn man schon die weite Tour vom äußersten Westen des Landes nach Wassu unternimmt um die Steinkreise zu besichtigen, dann nehmen Sie sich die Zeit. Besuchen Sie erst das kleine Museum (benötigte Zeit etwa 10 bis 15 Minuten) und gehen Sie dann zu den nahe gelegenen Steinkreisen. In dieser Reihenfolge hat man einen höheren Erlebniswert und es bleiben mehr Erinnerungen haften aus der sehr frühen Geschichte Gambias.

Die Steinkreise von Wassu auf der Rückseite einer 50 Dalasi Banknote von Gambia belegen die Bedeutung dieser Kulturstätte für das Land

Fotos: (c) Michael Kürschner (6), Christel Selke (5)