Kunta Kinteh Island

Land und Leute in Gambia

Kunta Kinteh Island
Sklaveninsel von historischer Bedeutung

Die historisch bedeutende Sklaveninsel Kunta Kinteh Island in Gambia 2019

Lage

Die kleine Binneninsel Kunta Kinteh liegt in der North Bank Region im Distrikt Upper Nuimi und etwa 30 km entfernt von der Mündung des Gambia Flusses, die zum Atlantischen Ozean führt. Man startet zur Insel mit einer Piroge von Albreda einer kleinen Ortschaft die etwa 3 km von Kunta Kinteh Island entfernt ist. Juffureh, der Ort in dem auch das Sklavenmuseum mit der Geschichte von Kunta Kinteh aufgearbeitet wird liegt etwa 5 km von der kleinen Insel entfernt.

Der Besucher wird auf der Insel durch einige Schautafel relativ gut informiert. Bild 1: Geografische Lage von Kunta Kinteh Island, Bild 2: Der Lageplan von Kuntha Kinteh Island.

Kunta Kinteh Island

Kunta Kinteh Island trug bis zum 6. Februar 2011 noch den Namen James Island und zählt seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe, weil diese Insel die historische Bedeutung des Sklavenhandels in Westafrika dokumentiert. Die Namensänderung ist auch ein Symbol für das afrikanisierte Geschichtsbewußtsein in Gambia. Der Name Kunta Kinteh geht zurück auf den von Alexander Murray Palmer Haley (* 11. August 1921, † 10. Februar 1992) geschriebenen Roman „Roots“, dessen Hauptfigur Kunta Kinteh war. Demnach war nach Erzählungen Kunta Kinteh ein junger Mann aus dem Dorf Juffure und stammte aus dem Volk der Mandinka in Gambia , er soll als Sklave am 5. Juli 1767 auf dem Sklavenschiff Lord Ligonier von Gambia nach Maryland (USA) über James Island verschifft worden sein. Auch wenn die Romanfigur Kunta Kinteh geschichtswissenschaftlich nicht als gesichert gilt, hat sie in Gambia aber eine sehr hohe Bedeutung erlangt und wird im ganzen Land besonders geehrt. Sogar eine der großen Fähren, die Banjul mit Barra verbinden trägt den Namen Kunta Kinteh.
Die kleine Insel hat eine Größe von etwa 0,35 ha und ein Teil von der Festung Fort James wurde nach schweren Stürmen von den Gezeiten weggespühlt. Es ist sogar zu befürchten, das langfristig Kunta Kinteh Island durch Naturgewalten noch mehr von ihren historisch wertvollen Gelände verlieren wird, wenn man hier nicht mit baulichen Maßnahmen schlimmeres verhindern möchte. Die Insel ist zwar nicht bewohnt, enthält aber noch zahlreiche Ruinen aus der kolonialen Zeit der Sklaverei.

Bild 3 Kunta Kinteh Island

Bild 3: Informationstafel auf Kunta Kinteh Island zur geschichtlichen Entwicklung dieser Inselfestung. Die Insel war in ihrer Geschichte nicht immer eine Menschen verachtende Sklaveninsel. In ihrer wechselhaften Entwicklung war sie bereits 1456 von Portugiesen in Besitz genommen worden und später von Jakob Kettler, Herzog von Kurland beide Eroberer nutzten die günstige Lage der Insel und glaubten an einen guten Handelsplatz. 1661 übernahmen die Engländer die Insel und benannten sie nach ihrem König James II. als James Island. Auch zu dieser Zeit war der Elfenbein- und Goldhandel noch der wichtigste Bestandteil der Festung. Der Sklavenhandel folgte wenige Jahre später. 1695 fiel die Insel an die Franzosen und 1697 wurde sie zurückerobert und fiel 1702 erneut in französische Hände bis zum Pariser Friedensabkommen 1773,  bei dem Gambia als konstitutionelle Monarchie und als Kolonialgebiet endgültig an die Briten fiel. 1807 erließ man in Großbritannien ein Gesetz zur Abschaffung des Sklavenhandels und James Island verlor langsam seine Bedeutung auf dem Sklavenmarkt. Es war zwar der Handel mit Menschen verboten worden, aber noch lange nicht die Sklaverei selbst.

Impressionen von Kunta Kinteh Island

Bild 4: Blick über den Gambia Fluss von Kunta Kinteh Island Richtung Festland mit den alten Kanonen die rund um die Insel verteilt sind. Bild 5: Altes Modell von der Festung auf Kunta Kinteh Island. Bild 6: Von der ganzen Festung sind nur noch wenige Ruinen erhalten, die nur schwach an eine Festung erinnern. Bild 7: Am besten erhalten ist noch das Gebäude mit dem Aufenthaltsraum für die Sklaven. Das Fotos zeigt den Eingang. Bild 8: Der Raum, wo die männlichen Sklaven untergebracht wurden bis zur Verschiffung nach Übersee. Hier herrschte Dunkelheit und es gab keine Toiletten. Bild 9: Einziger Lichtblick im Verlies der Sklaven war so ein Lichtschacht, durch den sie auch ihre bescheidenen Mahlzeiten bekamen.

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (3), Christel Selke (7)