Barra

Land und Leute in Gambia

Barra
Die Bedeutung von Barra liegt im Fähranschluß von Banjul

Die Kleinstadt Barra und der Fährbetrieb von Banjul

Lage

Der Ort Barra liegt auf der Nordseite vom Gambia River direkt an der Mündung zum Atlantischen Ozean am Barra Point.
Die vermutliche Einwohnerzahl dieser Kleinstadt liegt bei knapp 6000 – 7000 (2015)

Geschichte

Barra hat mit dem Fort Bullen nicht nur englische Kolonialgeschichte geschrieben, sondern war in der Vorkolonialisierung auch eine reiche Hauptstadt des Mandingo-Königreiches Niumi. Diese Geschichte haben aber die Kolonialisten aus England ausgelöscht wie so vieles in Gambia. Für Gambia ist das sicherlich ein schwieriges Schicksal, wenn Geschichte keine erkennbaren Wurzeln mehr hat und man auf Überlieferungen angewiesen ist.

Kommt man von der Fähre nach Barra rein, erlebt man ein reges Treiben im Kleinhandel. Aber schon die ersten Seitenstraßen bestätigen die Armut dieser Kleinstadt mit vielen zwerfallenen Häusern.

Wirtschaft

Barra ist keine Wirtschaftmetropole und eher ein armseliger kleiner Ort der vom Kleinhandel lebt, obwohl man meinen könnte, das der für das Land wichtige Fährbetrieb mehr aus der Stadt machen könnte, weil durch diesen Ort der tägliche Strom von Menschen läuft, der den Norden mit dem Süden verbindet.

Der Fährbetrieb von Banjul nach Barra

Weit über eine Stunde mußten wir im schattenlosen Vorplatz der Fähranlegestelle in Banjul warten, ständig umringt von fliegenden Händlern, die uns mit Zigaretten und Erdnüssen versorgen wollten. Als wir endlich die Fähre betreten konnten begann für uns das afrikanische Abenteuer Fähre. Mit dem Fahrschein der gehobenen Preisklasse konnte man zuerst auf die Fähre und sich einen guten Platz im Oberdeck aussuchen.
Jetzt wurden die Lastwagen und Autos verladen und zum Schluß die Massen der Fußgänger mit den Billigtarifen und das waren viele hundert Passagiere. Man erlebt so ein geordnetes Chaos, wie die Menschen dichtgedrängt jeden halben Quadratmeter der Fähre besetzen.
Ist auch der letzte Fahrgast endlich an Bord, legt die Fähre völlig überfüllt ab, obwohl die Sicherheitsgitter am Heck noch nicht verschlossen sind.
Die Fahrstrecke nach Barra beträgt knapp 8 km und ist in etwas 45 Minuten erreicht.
Die Fähre legt in Barra auf der Nordseite von Gambia an. Im dichten Gedränge zwängen sich jetzt Fahrzeuge und Passagiere durch einen engen Korridor wie durch ein Nadelöhr zum Hafen. Die Fahrgäste aus dem Oberdeck verlassen zuletzt die Fähre. Alles sieht in meinen Augen im hektischen Treiben chaotisch aus, läßt sich aber in afrikanischer Gelassenheit problemlos ertragen als ein Erlebnis der besonderen Art.

Um vom Süden des Landes in die North Bank zu kommen muß man die Fähre von der Hauptstadt Banjul nach Barra nehmen. Da der Staat The Gambia durch den Gambia River in Nord und Süd getrennt ist, kann man nur mit der Fähre die jeweilige Uferseite erreichen. Auf einer Flußlänge von 350 km gibt es nur eine Fähre dieser Art und wie die bestürmt wird, zeigen die Aufnahmen. Die einmalige Fährverbindung Barra – Banjul ist zusätzlich noch die wichtige Transitstrecke vom Nordsenegal in den Süden des Landes.

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (6) 2001