Alkanna tinctoria

Systematik

Alkanna tinctoria
Färber-Alkanna

Ordnung: Boraginales
Familie : Boraginaceae – Raublattgewächse
Gattung : Alkanna
Art: Alkanna tinctoria
Unterart: Alkanna tinctoria ssp. tinctoria

Trivialname

deutsch : Färber-Alkanna, Schminkwurz, englisch: Dyer’s alkanet, Alkanet,
französisch: L’orcanette des teinturiers, Orcanette tinctoririale,
italienisch: Volgarmente detto alcanna,

Vorkommen

Die Färber-Alkanna (Alkanna tinctonia) kommt im östlichen und westlichen Mittelmeerraum vor. Sie ist aber auch mit zwei Unterarten  in Nordafrika endemisch: in Libyen als Alkanna tinctonia ssp. tripolitana und in Tunesien als Alkanna tinctonia ssp.tinctoria. Die bevorzugten Habitate liegen in den Küstenregionen mit kargen, steinig bis sandigen durchlässigen Böden. 

Fundort

Auf dem Gelände der archäologischen Ausgrabungsstätte von Kerkouane auf Cap Bon im Norden Tunesiens auf sehr kargen Böden und sonnendurchfluteten Flächen im Mai 2026.

Bild 1: Die weit geöffnete Blüte der Färber-Alkanna in ihrer typisch blau/violetten Färbung. Bild 2-3: In ihrem vollsonnigen Standort, ist sie trotz des niedrigen Wuchses schon allein durch ihre intensive Blütenfärbung im Mai und Juni leicht zu erkennen. 

Beschreibung

Die Färber-Alkanna oder auch Schmink genannt ist eine ausdauernde krautige Pflanze von einem niedrigen Wuchs bei einer Höhe von etwa 15 bis 30 cm. Die Stängel sind meist niederliegend und haben wie die Blätter graue Borstenhaare, aber keine Drüsenhaare. Die oberen Blätter sind wesentlich kleiner als die unteren, denn diese können eine Länge von etwa 15 cm erreichen.  Im Gegensatz zur oberirdischen Pflanze besitzt sie ein starkes bis 20 cm langes Wurzelsystem. Bis auf einen sonnigen Standort ist Alkanna tinctoria recht anspruchslos, kommt mit steinigen bis sandigen durchlässigen Boden sehr gut klar. In ihrer Blütezeit von Mai bis Juni ist sie eine wertvolle Nährpflanze für Insekten.

Nutzung

Seit der Antike ist die Färber-Alkanna als Nutzpflanze bekannt, bei der man durch die Wurzelextrakte einen Farbstoff gewann der zum verfärben von Textilien geeignet war. Da man auch Fette verfärben konnte , war sie auch geeignet für die Herstellung von Kosmetika.  Früher wurde die Färber-Alkanna als Droge auch gegen Durchfall und Hautleiden in der Naturmedizin eingesetzt. Da moderne Forschungsergbnisse allerding ergeben haben, dass eine innerliche Einnahme krebserzeugend und leberschädigend sein kann. Produkte für eine innere Anwendung sind daher nicht mehr erlaubt und der Wurzelextrakt wird heute ausschließlich als pflanzliches Färbermittel eingesetzt. 

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (1), Christel Selke (3)