Kleiner Blaupfeil

Systematik

Kleiner Blaupfeil
Orthetrum coerulescens

Ordnung: Odonata – Libellen
Familie : Libellulidae – Segellibellen
Gattung : Orthetrum  – Blaupfeile
Art: Orthetrum coerulescens – Kleiner Blaupfeil
Unterart: Orthetrum coerulescens ssp. anceps

Trivialname

deutsch: Kleiner Blaupfeil, englisch: Keeled Skimmer,
französisch: —-,

Vorkommen

Während der nominotypische Taxon dieser Art den europäischen Kontinent bevölkert, lebt die erwähnte Unterart Orthetrum coerulescens ssp. anceps in Nordafrika und an den Küstenbereichen angrenzender europäischer Mittelmeerländer. In Tunesien bevorzugt er die Habitate im Süden des Landes, wo ständige Oasenbäche, Bewässerungskanäle und Quellaustritte bei den hohen Sommertemperaturen nicht austrocknen

Fundort

In Südtunesien, in dauerhaft wasserführenden Oasenbächen und künstlichen Bewässerungskanälen der landwirtschaftlich genutzten Dattelpalm-Plantagen, 25. Mai 2026 um 10:30 Uhr. 

Bild: Bei dem abgebildeten Kleinen Blaupfeil – Orthetrum coerulescens ssp. anceps in Tunesien handelt es sich um ein Männchen.

Beschreibung

Mit einer Körperlänge von nur 4 – 5 cm gehört der Kleine Blaupfeil noch zu den kleineren Arten der Großlibellen. Bei dieser Art besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus. Während die adulten Männchen einen auffällig hellblau bereiften Hinterleib (Abdomen) zeigen, sind die Weibchen mit ihrem Hinterleib gelblich bis hellbraun gefärbt mit einer zart angedeuteten schwarzen Mittellinie.  Der Kleine Blaupfeil ist wärmeliebend  und seine bevorzugte Tagesaktivität ist die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Die Flugzeit liegt in den Monaten April  bis Oktober/November.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungsabläufe konzentrieren sich auf Gewässer, die in der sehr warmen Jahreszeit nicht austrocken, um den Larven die Chance zu geben gesichert zu überleben. Die standorttreuen  Männchen warten zur Begattung an den Gewässerrändern auf vorbeifliegende Weibchen.  Die Weibchen legen nach einer erfolgreichen Paarung die Eier nicht an einem Ort ab und verteilen die Eiablage weiträumig in den Gewässern, um sie vor räuberischen Fischen und Wasserinsekten zu schützen. Während die Larven der mitteleuropäischen Vertreter etwa 2 – 3 Jahre im Wasser verbringen, können sich die Larven der tunesischen Unterart auf Grund der höheren Gewässerwärme schon nach einem Jahr wesentlich schneller entwickeln.

Nahrung

Grundsätzlich sind Libellen ausschließlich räuberische Beutejäger, die ihre Opfer im Flug mit ihren Beinen ergreifen. Im Nahrungsspektrum werden bevorzugt weichhäutige Fluginsekten erbeutet. Die Nahrungspalette reicht von Mücken, Fliegen, kleinen Schmetterlingen und kleineren Libellenarten. Bei den Larven im Wasser sieht es anders aus, sie leben überwiegend verborgen am Grund und sind echte Lauerjäger. In den tunesischen Oasengewässern gehören  neben Würrmern und Schnecken auch Kaulquappen und Insektenlaven zu bevorzugten Beute. 

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (2)