Türkentaube

Systematik

Türkentaube
Streptopelia decaocto


Ordnung: Columbiformes – Taubenvögel
Familie : Columbidae – Tauben
Gattung : Columba
Art: Streptopelia decaoct

Trivialname

deutsch: Türkentaube, englisch: , französisch:,

Vorkommen

Die Türkentaube – Streptopelia decaocto hat ein riesiges Vderbreitungsgebiet. Ihre natürliche Verbreitung reichte ursprünglich von Japan bis in die Türkei, von der sie sich seit den 1930er Jahren verstärkt nach Europa ausbreitet. In den letzten Jahrzehnten breitet sie sich auch in den Mittelmeerländern Nordafrikas aus. Als intensiver Kulturfolger tritt sie in Tunesien besonders in städtischen und landwirtschaftlichen Gebieten auf. 

Fundort

Beobachten konnten wir die Türkentaube in Nordtunesien in der Stadt Hammamet und in der Umgebung von Karthago im Mai 2026

Bild 1 – 3:  Türkentauben – Streptopelia decaocto sind jetzt auch in Nordafrika eingewanderte Standvögel geworden.

Beschreibung

Die Türkentaube gehört mit einer Größe von etwa 33 cm zu den mittelgroßen Taubenarten. Da sie einen langen Schwanz hat wirkt sie wesentlich schlanker und nicht so plump wie andere Arten. Das gesamte Gefieder ist ist hauptsächlich hellbeige bis zartbräunlich. Auffälliges Merkmal der erwachsenen Vögel ist der tiefschwarze Nackenstreifen, der zusätzlich weiß umsäumt ist. Ein weiteres Merkmal sind die rötlichen Augen mit einem weißen Augenring. Die Geschlechter lassen sich äußerlich kaum unterscheiden, denn in Form und Färbung zeigen sie keinen Sexualdimorphismus.
Die Flügelspannweite kann bis zu 55 cm betragen und beide Geschlechter haben ein Gewicht von etwa 150 – 200 Gramm.

Fortpflanzung

Während einer Brutsaison leben Türkentauben in einer monogamen Ehe. Im Nestbau sind Türkentauben aber keine wahren Meister, ihr Nest ist eher schlicht und einfach konstruiert. Genistet wird bevorzugt hoch oben in Nadelbäumen. Ein Gelege besteht meist aus 2  weißen Eiern und beide Elterntiere übernehmen die Brutpflege und Fürsorge der Nestlinge. Je nach Region schlüpft der Nachwuchs nach einer Brutdauer von  14 bis 16 Tagen. Auch wenn die Jungvögel das Nest bereits verlassen haben, bleiben sie in der Nähe ihrer Eltern und werden bis zur Eigenständigkeit noch weitere 14 Tage mit Nahrung versorgt.
Türkentauben haben eine extrem lange Brutperiode und je nach Region kann sie von März bis Septemper andauern und ermöglicht so bis zu 5 Bruten im Jahr. 

Nahrung

Die Türkentaube bevorzugt überwiegend pflanzliche Kost und ernährt sich hauptsächlich von Samen, Getreide, Blüten – und Blattknospen, aber auch von Beeren und Früchten.
Die Ernährung frisch geschlüpfter Küken ist wie bei allen Tauben aber eine Besonderheit. Männchen, wie auch das Weibchen füttern ihre ganz jungen Nestlinge mit einer sogenannten Kropfmilch. Sie bilden in ihrem Kropf eine sehr nährstoffreiche Substanz, die für die  Nestlingen als vorverdauter Brei schnabelfertig hochgewürgt wird. Bevor der Nachwuchs flügge wird mischen die Elterntiere schon festere Nahrungsteile in ihren vorverdauten Brei bis die Jungtiere eigenständig feste Nahrung aufnehmen können. 

 

Fotos (c): Michael Kürschner (4)