Grauschnäpper

Systematik

Grauschnäpper
Muscicapa striata

Ordnung: Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie : Muscicapidae – Fliegenschnäpper
Gattung: Muscicapa 
Art: Muscicapa striata
Unterart: Muscicapa striata inexpectata

Trivialname

deutsch: Grauschnäpper, englisch: Spotted flycatcher,
französisch: Gobemouche gris, swahili: —-,
afrikaans: Europese vlieëvanger, arabisch: خاطف الذباب المرقط “Gefleckter Fliegenfänger”,

Vorkommen

Der Grauschnäpper Muscicapa striata ist sowohl in Europa, wie auch in Afrika bekannt. Die europäische Variante ist in ihrem Zugverhalten ein extremer Langstreckenzieher, der den Winter weit südlich der Sahara im tropischen Afrika verbringt und erst wieder ab Anfang Mai in die europäischen Brutgebiete zurückkehrt. In Tunesien sind diese Langstreckenzieher Durchzügler, die während des Vogelzugs im April bis Anfang Mai in großen Schwärmen für einige Tage ihre Rastplätze nutzen für den Weiterflug nach Europa.
Auch der in Tunesien lebende Grauschnäpper als eine eigene Unterart (Muscicapa striata inexpectata) ist ein Zugvogel, der sein Winterquartier südlich der Sahara im tropischen Afrika verbringt, aber in Nordtunesichen Regionen dauerhaft ein Brutvogel ist.
Zu den tunesischen Lebensräumen zählen lichte Wälder, Olivenhaine, Parks und große Gärten mit einem hohen Baumbestand.

Fundort

In großen parkähnlichen Gärten mit einem hohen Baumbestand in Hammamet, Tunesien im Mai 2026

Bild 1: Grauschnäpper mit der typischen Gefiederzeichnung auf der Stirn und dem Oberkopf mit dunklen Schaftstreifen, die hell gesäumt sind. Bild 2: Seitenansicht von einem Grauschnäpper (Muscicapa striata).

Beschreibung

Der Grauschnäpper ist ein ziemlich kleiner Vogel mit einer Körperlänge von 13 bis 15 cm. Mit seinem schlichten und einfarbig graubraunen Gefieder ist der Grauschnäpper ein recht unscheinbar wirkender Singvogel, der bis auf die gestrichelten Stirn- und Oberkopfzeichnungen keine auffallenden Zeichnungen im Gefieder hat. Beide Geschlechter sind in Färbung und Zeichnung gleich und es besteht kein erkennbarer Sexualdimorphismus. 

Fortpflanzung

In der Regel führen Grauschnäpper eine monogame Saisonpartnerschaft. Die Nester werden meist in höheren Bäumen und fast nur von dem Weibchen angelegt und das Männchen organisiert dabei nur das Material zum Nestbau.  Das Nest ist napfförmig und wird innen mit Tierhaaren, Federn und ähnlichen weichen Materialien ausgepolstert. Die Brutzeit fällt in die Monate Mai bis August und es können zwei Jahresbruten erreicht werden. Ein  Gelege besteht meist aus 4-5 beigefarbene und braun gefleckten Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 14 Tage. Das Ausbrüten der Eier übernimmt nur das Weibchen und sie muss das Nest in dieser Zeit nicht verlassen. Das Männchen ist ausschließlich für die Pflege und Beschaffung der Nahrung verantwortlich. Die Jungvögel sind nach dem Schlüpfen als echte Nesthocker noch blind und nackt. Um die Jungvögel ausreichend mit Nahrung zu versorgen sind in dieser Zeit beide Elterntiere im Dauereinsatz. Die Nestlingsdauer beträgt im Durchschnitt etwa 14 Tage. Wenn die Jungvögel das Nest verlassen, haben sie noch nicht die volle Flugfähigkeit und bleiben noch unweit vom Nest im Geäst der Bäume und werden dann noch weitere 14 Tage mit Nahrung versorgt bis sie endgültig “Flügge” sind und selbst auf die Jagd nach Nahrung fliegen können. Nach diesem Entwicklungsprozess der Jungvögel endet der Familienverband. Wenn für das Grauschnäpper-Paar noch die Sommerzeit es ermöglicht, beginnen sie meist eine zweite Brutzeit bevor es danach wieder zurück in die Winterquartiere weit in den Süden Afrikas geht. 

Nahrung

Die Nahrung der Grauschnäpper besteht hauptsächlich aus Insekten, die sie bei günstigen Wetterverhältnissen als geschickte Flieger in der Luft erjagen. Zu den erbeuteten Insekten zählen verschiedene Fliegen- und Mückenarten, aber auch Libellen und Schmetterlinge. Bei schlechteren Witterungsverhältnissen, wenn kaum ein Insektenflug möglich ist, erbeuten sie ihre bevorzugte Nahrung auch an Bäumen oder direkt am Boden, an dem sie nebenbei auch Asseln, Diplopoda-Arten und kleine Schnecken verzehren. Als Nahrungsergänzung kann es in den Sommermonaten auch zur Aufnahme von Früchten kommen.

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (2), Christel Selke (1)