
Land und Leute Tunesien
Drei Tore Moschee
Moschee des Mohammad ibn Chairun
Mitten in der Medina von Kairouan steht die Drei Tore Moschee, aus dem arabischen übersetzt auch Moschee der drei Türen (arabisch: Masdschid al-Thalathat Abwab) Bei dieser kleinen und schlichten Moschee handelt es sich um ein berühmtes islamisches Bauwerk von historischer Bedeutung aus dem 9. Jahrhundet und in der islamischen Welt, weit über die Grenzen Tunesiens hinaus bekannt. Gegründet und erbaut wurde die Drei Tore Moschee 866 n. Chr.durch den in Kairouan eingewanderten andalusischen Kaufmann Muhammed bin Khairūn al-Ma’āfirī al-Andalusī, sie gehört heute zu den ältesten Denkmälern der Stadt und wurde bis zum 14. Jahrhundert mehrmals restauriert. Die durch Schriften und Symbolen versehene Fassade ist absolut außergewöhnlich und gibt dieser Drei Tore Moschee ihren besonderen Charakter.
Bild 1: Die Drei Tore Moschee ist kein pompöser Bau und gliedert sich architektonisch perfekt in die umgebenen Gebäude an und ist dennoch schon von weitem aus den engen Gassen zu erkennen. Bild 2: Das quadratische Minarett an der nordöstlichen Seite der Moschee war einer andalusischen Architektur nachempfunden und stammt nicht aus der Gründerzeit, sondern wurde erst in der politisch einflussreichen Hafsiden-Dynastie um 1440 nachträglich angebaut. Bild 3: Die Frontansicht der Moschee zeigt die drei Türen, die für diese Moschee auch namensgebend waren. Mit ihren großen Bögen verleiht diese Dreizahl der Fassade eine ganz besondere Note andalusischer Baukunst. Hartnäckig hält sich unter Reiseführern noch immer die falsche Geschichte, dass als Eingang das linke Tor für Frauen, die Mitteltür für Männer und das rechte Tor für Kinder gedacht ist. Diese Erklärungen gehören mehr in die Welt der Anekdoten und haben keinen islamisch und historischen Beleg. Die drei Tore sind und waren schon immer für die breite Öffentlichkeit gemeinsam nutzbar. In den meisten Moscheen der Aghlabiden Dynastie (800 – 900 n.Chr.) wurde die Trennung der Geschlechter erst im Inneren eines Gebetsraumes geregelt und nicht schon durch getrennte Eingangstüren zur Moschee. Bild 4: Dieses Schild mit dem Namen der Moschee hängt über dem mittleren Tor.
Bild 5: Die Fassade der Drei Tore Moschee in Kairouan hat ihren Bekanntheitsgrad auch durch die reiche Verzierung mit Schriften und Symbolen aus dem islamischen Glauben. Die religösen Texte sind in der kufischen Schrift versehen. Die Kufi-Schrift ist in der arabischen Sprache die älteste Schriftform, die auch in der Aghlabiden-Dynastie zum Standard gehörte, um auch religöse Inschriften wie hier an der Fassade der Drei Tore Moschee anzubringen.
Hinweis: Im Gegensatz zu anderen Moscheen in Kairouan ( z.B. die Große Moschee von Kairouan) dürfen Nichtmuslime die Drei Tore Moschee nicht betreten. Es dürfte aber kein besonderes Problem sein, die Drei Tore Moschee hat keinen Innenhof und nur sehr kleine beengte Gebetsräume. Sie ist eher für eine kleine lokale Gemeinde von Gläubigen ausgerichtet. Für Besucher ist die historische und architektonische Besonderheit dieser Moschee schon allein die Außenfassade des Gebäudes mit seinen wertvollen Verzierungen.
Fotos (c): Michael Kürschner (5), Christel Selke (1)




