Opuntia ficus-indica

Systematik

Feigenkaktus
Opuntia ficus-indica

Ordnung: Caryophyllales – Nelkenartige
Familie : Cactaceae – Kakteengewächse
Gattung : Opuntia
Art: Opuntia ficus-indica

Trivialname

deutsch: Feigenkaktus. Indische Feige, englisch: Indian fig opuntia, Barbary fig,
französisch: Figuier de Barbarie ,  swahili: —-, afrikaans: —-,

Vorkommen

Die ursprüngliche Heimat dieser Art liegt wahrscheinlich in Mexiko. Schon frühzeitig wurde Opuntia  ficus-Indica kultiviert und ist heute in trockenen Regionen weltweit stark verbreitet. In Afrika besonders in Nordafrika und südlich der Sahara in der Sahelzone und in Ostafrika keine Seltenheit.

Feigenkaktus – Opuntia ficus-indica in Tunesien

Fundort : An den Rändern der großen archäologischen Ausgrabungsstätte in Dougga, Tunesien im Mai 2026

Bild 1-2: In Tunesien hat der Feigenkaktus – Opuntia ficus- indica eine besondere Wertigkeit.  Er hat sowohl eine wirtschaftliche, als auch eine ökologische Bedeutung im ganzen Land.  Obwsohl schon vor Jahrhunderten in Tunesien eingeführt, bezeichnet man sie bereits auch als heimische “Berberfeige”. Tunesien hat sich in den letzten Jahrzehnten zu den weltweit führenden Nationen in der wirtschaftlichen Verarbeitung dieser Nutzpflanze entwickelt. In ihrer ökologischen Nutzung ist der Feigenkaltus in den zentralen und südlichen Regionen auch ein wertvolles Instrument im Kampf gegen die weitere Wüstenbildung in den ariden Regionen. Die Fotos zeigen den Feigenkaktus als riesige Heckenbepflanzung, die im Alter sich zu einem breiten und undurchdringlichen Schutzwall entwickelt hat.

Bild 3- 4: Viele Blüten und Knospen im Mai garantieren im Juli bis August eine reichhaltige Ernte der süßen Feigenkaktusfrüchte. Bild 5: Offene Feigenkaktusblüte die auch für Bienen eine wertvolle Nahrungsquelle bietet. 

Feigenkaktus – Opuntia ficus-indica in Ägypten

Fundort : In Parkanlagen der Ortschaft El Gouna /Hurghada, Ägypten im November 2016

Bild 6 – 7: In Ägypten ist der Feigenkaktus eine sehr beliebte Sommerfrucht des Landes. Er prägt in den heißen Sommermonaten nicht nur das Straßenbild vieler Ortschaften, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle als landwirtschaftliche Nutzpflanze. In den Gouvernements Qalyubia, Monofiya und Ismailia gibt es viele große Kaktusplantagen, die für hohe Erträge der Kaktusfrüchte sorgen. Auch wenn der Feigenkaktus – Opuntia ficus-indica  in Ägypten nicht endemisch ist, findet er in den sehr warmen Jahreszeiten bei zunehmender Wasserknappheit ideale Lebendsbedingungen in dem ariden Klima. Bild 8: Die Blüten entwickeln sich endständig am Spross. Bild 8: Neben der landwirtschaftlichen Nutzung ist der Feigenkaktus in Ägypten auch eine beliebte Zierpflanze für große Gärten und Parkanlagen. Das Bild zeigt eine Neuanpflanzung auf einem Hochstamm.

Feigenkaktus – Opuntia ficus-indica in Kenia

Fundort : Als Solitärpflanze an der Nordküste in Kenia im September 2012

Bild 10:  In Kenia ist der Feigenkaktus – Opuntia  ficus-indica nicht endemisch und gilt eher als aggressiv und stark invasiv. In den großen Trockengebieten in Nordkenia ist sie eher eine Bedrohung für die einheimische Pflanzenwelt  Ursprünglich brachte die britische Kolonialmacht diese Pflanze nach Kenia. Man hatte die Vorstellung, sie als undurchdringlichen Zaun um öffentliche Gebäude  zu pflanzen. Opuntia ficus-indica kommt mit den klimatischen Bedingungen in Kenia sehr gut zu recht und entwickelt sich heute eher zu einer Gefahr für die Artenvielfalt der kenianischen Flora mit veheerenden Folgen für das Ökosystem mit gleichzeig auch mit wirtschaftlichen Folgen für die Kleinbauern der Region.
Weil Opuntia ficus-indica so ausgezeichnet süße Früchte bildet, werden diese bevorzugt von Pavianen, Vögeln und Nutztieren gefressen und die unverdaulichen Samen werden weit verstreut wieder ausgeschieden und tragen so zur schnellen Verbreitung der Art bei.

Beschreibung

Der Feigenkaktus wächst meist strauchartig und kann aber auch als kleiner Baum Wuchshöhen von 2.-6 Meter erreichen. Der verhälnismäßg kurze Stamm verholzt sich stark und dient der besseren Stabilität der Pflanze im Alter. Die grünen Scheiben der Opuntie sind die eigentlichen Triebabschnitte, sie können zwar unterschiedliche Formen bilden, sind aber meist länglich oval und können bei älteren Pflanzen auch schon Größen von 20 bis 60 cm erreichen. Die Kaktusfeige ist dafür bekannt, dass sie nur sehr unscheinbare Dornen entwickelt, sie können auch bei vielen Kulturformen völlig fehlen.
Die auffallenden Blüten der Kaktusfeige stehen einzelt und endständig am Spross. Die Blütenfarbe kann variieren zwischen gelb und rot. Die eiförmigen Früchte können eine Länge von 6-10 cm erreichen.

Nutzung

Die Kaktusfeige liebt ein sehr sonniges und warmes Klima, kommt mit sehr kargen Böden aus und kann sogar in Regionen gut überleben, wo die Jahresniederschläge extrem niedrig ausfallen. Wird daher in Nordafrika auch gerne wegen der geringen Anforderungen als Hecken- oder Solitärpflanze in Parks und Gärten kultiviert und angebaut. Die Kaktusfeige hat aber auch noch einen weiteren Vorteil. Die süßlichen  Früchte sind für den menschlichen Verzehr eßbar und werden in Tunesien und Ägypten auch in Plantagen angebaut.
In Tunesien werden aber nicht nur die Früchte als Obst gehandelt, sondern auch das berühmte Kaktusfeigenkernöl für die Bio-Naturkosmetik. Für Tunesien ist die Produktion sogar ein wirtschaftlicher Erfolg, wobei sie beim Export sogar führend in der Welt sind. Für die Produktion des kostbaren Kaktusfeigenkernöls gibt es in Tunesien bereits einige tausend Hektar Anbaufläche, die für das kostbare Öl sogar bio-zertifiziert sind.
In absoluten Trockengebieten ist diese Opuntienart auch eine wertvolle Nutzpflanze für Wild- und Haustiere. Als Futterpflanze eine köstliche  und wasserreiche Nahrung.

Fotos : (c) Michael Kürschner (9), Christel Selke (2)