Systematik
Weidensperling
Passer hispaniolensis
Ordnung: Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie : Passeridae – Sperlinge
Gattung: Passer
Art: Passer hispaniolensis
Trivialname
deutsch: Weidensperling, englisch: Spanish Sparrow,
französisch: Moineau espagnol, spanisch: Gorrion moruno
Vorkommen
Der Lebensraum des Weidensperlings erstreckt sich rund um das gesamte Mittelmeer. In Nordafrika kann man ihn in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten erleben. Er bevorzugt zwar offenes Gelände, ist aber nicht an bestimmte Lebensräume gebunden und kommt daher auch in den Bergen, an Küsten, Steppen und in den Oasen der Wüstenregionen vor. In allen Verbreitungsgebieten ist der Weidensperling auch ein geselliger Kulturfolger der mit dem urbanen Treiben menschlicher Siedlungen sich gut anpassen kann.
Fundort
Zahlreich in Löchern und Spalten im Mauerwerk einer historischen Küstenfestung in der berühmten Kasbah von Hammamet in Tunesien im Mai 2026.
Bild 1 – 3: Weidensperlinge an ihren Höhlenausgängen im Mauerwerk einer Festung in Hammamet.
Beschreibung
Der Weidensperling ist eng verwandt mit dem bekannten Haussperling und nicht selten leben sie auch in naher Gesellschaft. Sie lassen sich aber für einen Betrachter leicht unterscheiden, denn der Weidensperling ist bei den Männchen an seinerm braunen Oberkopf leicht zu erkennen., auch ist sein schwarzes Gefieder an an Hals und Brust wesentlich stärker ausgeprägt und ein typisches Merkmal ist der große weiße Wangenfleck und die schwarze Strichelzeichnung an den Flanken. Weidensperlinge erreichen eine Körpergröße von etwa 15 – 16 cm bei einem Gewicht zwischen 25 und 30 Gramm.
Weidensperlinge sind in ihrer Lebensweise sehr gesellige Vögel und besonders in der Fortpflanzungszeit können sie auch große Schwärme und Kolonien bilden.
Fortpflanzung
Weidensperlinge sind keine ausgesprochenen Nestbauarchitekten. Sie nehmen sich was für sie angemessen ist. Ihre oftmals offenen Nestmulden in Hecken und Bäumen aber auch in Palmen an der Basis der Palmwedel. Sie nutzen auch leere Schwalbennester und Höhlen in Mauern oder an Häusern unter den Dächern. Das Nest selbst legen sie mit Pflanzenmaterial und zarten Zweigen aus. Beim Anlegen der Nester sind die Männchen eher in der Bewachung tätig, während die Weibchen sich alleine um den Nestbau kümmern.
Das Gelege der Weidensperlinge umfaßt im allgemeinen 4 bis 6 Eier. Jetzt wird auch das Männchen wieder aktiv, denn beide Elternteile übernehmen die Brut. Auch nach der Brutzeit von etwa 12 Tagen übernehmen beide Elternvögel die Nahrungsversorgung der Nestlinge. Bereits nach 15 Tagen wird der Nachwuchs flügge
Nahrung
Die überwiegende Ernährung der Weidensperlinge besteht aus Gras- und Getreidesamen, aber auch junge Blätter, Blatttriebe und Früchte und kleine Insekten runden die Nahrung ab. Nestlinge werden allerdings nur mit Insekten gefüttert.
Bild 4: Wie stark sich Weidensperlinge als Kulturfolger menschlichen Siedlunge auswählen können, zeigt dieses Männchen mehr als deutlich. In einer alten Moschee mit offenen Zugängen in Tunesien suchte sich das Männchen ausgerechnet die riskante Schale mit der Elektrik der Deckenlampe.
Fotos: (c) Michael Kürschner (2), Christel Selke (3)



