Barbier-Moschee

 

 

 

Land und Leute Tunesien

Barbier-Moschee
Historisches Heiligtum des Islam in Kairouan

Bild 1: Postkarte aus Kairouan mit verschiedenen Motiven der Barbier-Moschee, die in Tunesien eigentlich als Zawiya von Sidi Sahib bekannt ist. Die Postkarte ist mit einer Briefmarke und einem Sonderstempel der tunesischen Post von 2009 versehen.

Die Barbier-Moschee trägt diesen Namen, weil sie in einer Art Mausoleum auch das Grab von Abu Zamaa el-Balaoui beherbergt. Nach der Legende soll er drei Barthaare des heiligen Propheten  Mohammed immer bei sich in einem Amulett getragen haben, was so der Moschee und dem islamischen Bildungszentrum letztendlich auch den Namen gab. Unter den einheimischen Tunesiern ist die Barbier-Moschee aber auch unter dem Namen Zaouia Sidi Sahbi bekannt. Dieser arabische Name leitet sich eher von der historischen Funktion des Gebäudes ab und steht auch  im Bezug zu der auf diesem Gelände begrabenen Person. Zaouia Sidi Sahbi hat aus dem arabischen frei übersetzt folgende Bedeutung.  Zaouia steht für eine islamisch religiöse Schule und als Ort des Gebets und des Lernens, aber auch als ein Ort der ein bedsonderes Grab beherbergt. Sidi ist  in Nordafrika ein arabischer Titel und bedeutet soviel wie “mein Herr” und wird ausschließlich nur respektvoll für verehrte Personen oder Heilige verwendet. Sahbi ist mit “mein Gefährte” zu übersetzen und bezieht sich auf den in der Barbier-Moschee bestatteten Abu Zamaa el-Balaoui, weil er ein Gefährte des Propheten Mohammed war. 

Bild 2: Blick vom Außenhof der Barbier-Moschee mit dem Minarett  und dem Eingang zum Mausoleum.Ganz links im Bild befindet sich der Eingang zur Madrasa. Bild 3: Typisch ist die arabische Architektur im andalusischen Baustil. Der Rundgang ist an der offenen Seite zum Innenhof komplett mit Arkaden auf Säulen gestaltet. Bild 4: Blick auf den zweiten Hof der Barbier-Moschee mit der weißen Kuppel der Mausoleumkammer. Bild 5: Die Arkaden sitzen auf weißen Marmorsäulen aus Italien und sind komplett mit filigranen Steinmetzarbeiten versehen. Die Kapitelle sind überwiegend im Stil und Design an die antiken korinthischen Kapitelle angelehnt und nicht aus antiken Bauten entnommen. Hier haben die Steinmetze Akanthusblätter und feine Schneckenformen nachgebildet und in das weiße Marmor gemeißelt. Die Innenwände der Galerie sind auch hier mit vielfarbigen Fliesen bestückt und darüber mit symbolträchtigen und traditionellen feinen Stuckarbeiten versehen.

Bild 6: Aufwändig gestaltete Kuppel eines Raumes, der zwischen der Vorhalle und dem zweiten Hof liegt.  Bild 7: Die Barbier-Moschee ist in Kairouan nicht die große Moschee aber die wohl schönste der ganzen Stadt. Die zahlreichen künstlerischen Stuckverziehrungen sind einzigartig und geben durch ihre Gestaltung dem Gebäude ein elegantes Aussehen in einer würdigen Atmosphäre. Bei allen Stuckarbeiten handelt es sich immer um geschnitzten Gipsstuck im traditionellen andalusisch/ maurischen Stil. Bild 8: Die Stilvolle Mischung aus mehrbarbigen Keramikfliesen und weißen filigranen Stuckarbeiten geben zusammen eine besondere künstlerische Note.  Bild 9: Die atemberaubenden und weltberühmten Fliesenarbeiten im andalusischen Stil machen diese Barbier-Moschee zu einem echten Schmuckstück. Bild 10: Die Grabstätte in einer Art Mausoleum von Abu Zamaa el-Balaoui ist streng geschützt und bewacht und darf von nichtmuslimischen Besuchern nicht betretern werden. Da er nach der Legende wohl ein sehr enger Gefährte des Propheten Mohammed war, gilt er auch als heiliger Schutzpatron der Stadt Kairouan. Nach dem Tod des Propheten verbrachte Abu Zamaa el-Balaoui einige Jahre in Ägypten und erlebte die dortige Islamisierung. Gestorben ist er allerdings in der Nähe von Kairouan in einer Schlacht gegen ein byzantinische Heer um 654 n. Chr., doch gegründet wurde die Stadt Kairouan erst 16 Jahre später durch den arabischen Feldherrn Uqba ibn Nafi als ein strategisch wichtiger islamischer Militärstützpunkt. Bild 11: Der große Haupthof der Madras. Sie ist nicht der typische Gebetsraum, denn aus dem arabischen übersetzt bedeutet Madrasa auch Ort des Studiums oder auch Schule. Auf jeden Fall versteht man mit diesem Wort in der islamischen Welt auch die Begriffe für Koranschule, Lehranstalt und Hochschule für Theologie und andere Wissenschaften. Madrasa hat demnach keine religiöse Bedeutung.und in Ägypten steht das Wort Madras schlicht und einfach nur als ein neutraler Begriff für die alltägliche Schule. Bild 12: Eingang zu einem Gebetsraum, der nur für Frauen vorgesehen ist.  Bild 13: Vorhalle, mit dem langen Gang, der zum Mausoleum führt. Der Mittelweg dieser Vorhalle ist auf beiden Seiten mit Arkaden ausgestattet, die auf Säulen stehen. Die Wände sind mit farbenprächtigen Fliesen und filegranen Stuckarbeiten ausgeschmückt (siehe auch Bild 8).

 

 

Fotos: (c) Michael Kürschner (6), Christel Selke (8)